Erst wollte und wollte es nicht warm werden – und nun zündet der Sommer plötzlich den Turbo! Rund um Pfingsten sollen die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern, regional sind laut Meteorologen Temperaturen bis zu 35 Grad möglich. Doch wem das Wetter in diesem Jahr schon jetzt chaotisch genug ist, der kann sich freuen: Laut Experten droht in diesem Jahr ein sogenannter Super-El-Niño! Was ist das genau, was hat das zu bedeuten und warum wird jetzt die Wahrscheinlichkeit eines besonders chaotischen Wetters im Sommer immer größer? Wir verraten es!
In diesem Jahr könnte der El Niño wiederkommen
Beim El Niño handelt es sich um ein Wetterphänomen, das alle paar Jahre auftreten kann – und das die Wetterbedingungen in einigen Regionen der Erde ordentlich durcheinanderbringen kann. Alle zwei bis sieben Jahre erwärmt sich das Wasser an der Oberfläche des zentralen Pazifiks besonders stark.
Dadurch entwickelt sich ein riesiger Keil aus warmem Wasser im Pazifik, der die Temperaturen auf der ganzen Welt ordentlich in die Höhe treibt. Die Folge ist ein richtig heißes Jahr. Zuletzt gab es das übrigens 2023/2024, damals gab es weltweit Rekordtemperaturen.
Schon am 14. Mai gab es nun eine Prognose, die besagt, dass die Wahrscheinlichkeit eines El Niño in diesem Jahr zwischen 82 und 96 Prozent liegt. Schon im letzten halben Jahr hat sich das Wasser ordentlich erwärmt, die Temperatur liegt laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA 0,4 Grad über dem langjährigen Klimamittel. Als magische Grenze, damit es zum El Niño kommen kann, gelten 0,5 Grad. Es ist also überaus wahrscheinlich, dass der El Niño uns dieses Jahr heimsucht.

Und nicht nur das: Inzwischen wird sogar von einem sogenannten Super-El-Niño gesprochen! Laut Klimaforscher Karsten Haustein von der Universität Leipzig braucht es dafür im Pazifik eine Temperatur, die mehr als zwei Grad über dem Klimamittel liegt. „Wir wissen, dass es einen starken oder auf jeden Fall einen El Niño geben wird, weil sich in den oberen 300 Metern vom tropischen Pazifischen Ozean ein extremes Wärmepotenzial, ein Wärmereservoir, aufgebaut hat“, sagte er dem MDR. Die genaue Stärke könne man so leicht aber nicht bestimmen.
Wahrscheinlichkeit für Super-El-Niño bei 37 Prozent
Laut NOAA liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Super-El-Niño bei aktuell 37 Prozent. Zuletzt gab es das Phänomen in dieser Größenordnung im Jahr 2015/2016. Auch ohne Super-El-Niño könnte das Phänomen aber Auswirkungen auf unser Wetter haben. Die Temperaturen würden weltweit in die Höhe gehen, dann könnten spätestens im Jahr 2027 neue Temperaturrekorde erreicht werden. Möglich wären dann auch Wetterphänomene wie Dürren, Trockenheit, hohe Waldbrandgefahr, außerdem Starkregen in Süd- und Mittelamerika und ein Monsun in Indien.

Problematisch ist, dass man den konkreten Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa nicht vorhersehen kann. Es gibt verschiedene Theorien, was durch einen El Niño ausgelöst wird. Während die einen von heftigen Hitzewellen ausgehen, stehen auch häufige Kälteeinbrüche zur Debatte. Sicher lässt sich nur sagen, dass die globale Durchschnittstemperatur in die Höhe geht. „Was die globale Temperatur als Ganzes angeht, da kann man sich absolut sicher sein, dass 2027 einen neuen substanziellen Rekord bringen wird“, sagt der Klimaforscher aus Leipzig.
Da wird der Sommereinbruch, der uns aktuell bevorsteht, nur ein Vorgeschmack sein: „Der Hochsommer kommt zu uns nach Deutschland – und das mittendrin im Mai“, bekräftigte Meteorologe Dominik Jung jetzt noch einmal in seiner aktuellen Wetterprognose. „Pfingsten wird richtig warm bis heiß werden.“
Über Pfingsten überrascht uns die große Hitze
Hochdruckgebiet „Zeno“ zog schon am Donnerstag in Richtung Deutschland, nach und nach strömen nun warme Luftmassen aus Richtung Afrika nach Mitteleuropa. Am Freitag sollen es im Südwesten Deutschlands schon 28 Grad werden.


