Noch immer sind alle Augen auf Wal Timmy gerichtet: Obwohl das Tier schon seit Tagen tot ist und vor der dänischen Küste liegt, kehrt keine Ruhe um den riesigen Meeressäuger ein. Im Moment gibt es ein Hin und Her um den Wal. Erst hieß es, Timmy soll raus aufs Meer geschleppt werden, nun wollen die Dänen das Tier für eine Obduktion an Land ziehen. Über allem schwebt die große Angst vor dem, was mit dem toten Tier passieren könnte: Timmy wird immer größer, bläht sich auf – und droht zu explodieren. Aber: Wie sieht es aus, wenn ein Wal explodiert?
Toter Buckelwal Timmy soll geborgen werden
Tagelang lag Wal Timmy an der dänischen Küste – und zwischendurch gab es den Plan, den Kadaver des Wals im Ozean zu versenken. Es gibt nur ein Problem: Laut dänischen Behörden ist der Wal inzwischen so aufgebläht, dass das tote Tier nicht mehr untergehen kann. Der Grund: Wenn verendete Wale verrotten, bilden sich im Inneren Gase, die von der dicken Haut des Wals festgehalten werden. Wenn der Prozess zu weit fortgeschritten ist, können solche Meeressäuger sogar explodieren!
In Dänemark hat man sich deshalb nun dafür entschieden, Timmy zu bergen. Der Wal soll an Land gezogen werden, dann soll eine Obduktion durchgeführt werden. „In Grenaa werden Wissenschaftler und Tierärzte die Untersuchungen und Probenentnahmen durchführen, wie sie bereits bei früheren Strandungen größerer Wale vorgenommen wurden“, teilte die dänische Umweltbehörde mit. Maschinen und „scharfe Ausrüstung“ sollen zum Einsatz kommen.

Livestreams von der dänischen Insel Anholt zeigen, dass Timmy inzwischen aussieht wie ein aufgeblasenes Pool-Spielzeug. Immer mehr bläht sich das tote Tier auf – und mit jeder Stunde steigt auch die Gefahr, die von dem Wal ausgeht. Denn wenn es zu einer Explosion kommt, kann das verheerende Folgen haben. Mehrfach kam es in der Vergangenheit bereits dazu, dass Wal-Kadaver in die Luft gingen.
Droht es Timmy? So sieht es aus, wenn ein Wal explodiert
Ein Video im Netz zeigt die Wucht, die hinter einer solchen Explosion liegen kann: 2013 strandete ein Wal auf den Färöer Inseln, wurde von einem Biologen kontrolliert aufgeschnitten, um die drohende Explosion abzuwenden. Mit einer Art Speer mit Klinge schneidet er in dem Clip Löcher in die Bauchdecke des Wals.
Was dann passiert, ist unglaublich: Schlagartig reißt die Haut, Innereien, Fett und massive Mengen Blut werden herausgeschleudert. Der Biologe kann sich knapp in Sicherheit bringen. Das Video schockt – und dabei bekommen die Zuschauer noch nicht einmal das Schlimmste mit: Von explodierten Walen geht aufgrund der Verwesung ein massiver Gestank aus.
Wie schlimm es ist, bekamen zahlreiche Menschen in Taiwan im Jahr 2004 mit. In der Stadt Tainan explodierte ein gestrandeter und bereits aufgeblähter Pottwal mitten auf einer Straße, während er für eine Untersuchung zu einem Forschungszentrum transportiert werden sollte. Passanten und Autos wurden mit Blut übergossen und Innereien des Wals wurden über die Straße geschleudert.

Mehrere geparkte Autos und Fußgänger wurden bei der Explosion mit Blut bedeckt. Anwohner und Ladenbesitzer in der Straße mussten Masken tragen und helfen, das Blut zu beseitigen. „Dieses Blut und das andere Zeug, das auf die Straße geschleudert wurde, ist ekelhaft, und der Geruch ist wirklich schrecklich“, sagte ein Anwohner damals.
Bleibt Buckelwal Timmy das Schicksal erspart?
Man kann nur hoffen, dass Buckelwal Timmy dieses Schicksal erspart bleibt. Die Bergung läuft aktuell auf Hochtouren – es wurden sogar Journalisten vor Ort gebeten, aus Sicherheitsgründen den Strand zu verlassen. Immerhin haben die Dänen Erfahrung mit gestrandeten Walen: Immer wieder werden hier verendete Meeressäuger wie Timmy an den Stränden angespült und aus Angst vor Folgen für den Tourismus stets zeitnah entfernt.


