Der Prozess im Fall Fabian aus Güstrow – er geht in die nächste Runde! Am Donnerstag wurden in dem Verfahren gegen die Hauptverdächtige Gina H. im Landgericht Rostock weitere Zeugen vernommen. Darunter Mitarbeiter des Jugendclubs, in dem Fabian häufiger zu Gast war, aber auch seine Oma. Die Mutter von Fabians Vater Matthias R. legte dabei vor Gericht einen Auftritt hin, der Prozessbeobachter sprachlos machte. Von der Kleidung bis zu den recht merkwürdigen Aussagen: Diese Vernehmung lässt alle rätseln.
Oma will nicht wissen, was mit Fabian passiert ist
Wie sollte eine Oma, deren Enkelkind brutal ermordet wurde, vor Gericht auftreten? Davon haben viele Menschen eine sehr klare Vorstellung. Monika R., die Mutter von Fabians Vater, hat diese bei ganz vielen Menschen sicherlich nicht getroffen.
Am Donnerstag trat die Oma von Fabian aus Güstrow vor Gericht auf, wurde im Prozess um den Mord an ihrem Enkel vernommen. Und ließ dabei viele rätseln. Schon beim Outfit: Laut Berichten über den Prozess lief sie mit einem schwarzen T-Shirt vor Gericht auf, darauf die Aufschrift „Don’t worry, BEER happy“, ein Jubelspruch für Biertrinker.
Dann die Vernehmung durch den zuständigen Richter. Als sie Fabian beschreiben sollte, antwortete sie laut einem Bericht der Bild-Zeitung: „Der war sehr freundlich und alles.“ Er sei gern mit dem Trecker gefahren, habe mit ihrer anderen Enkeltochter gespielt. Ein zuverlässiger Junge sei er gewesen. Mit Gina H., der Ex-Freundin und jetzt wieder Partnerin von Fabians Vater, habe es keine Probleme gegeben – und keinen Streit. Wann sich Matthias R. von Gina H. getrennt habe, wisse sie nicht.

Der Richter ließ daraufhin durchblicken, dass er der 61-Jährigen nicht glaubt. „Ich sage das jetzt erst mal so höflich, wie ich kann: Sie sollen hier die Wahrheit sagen. Ich habe Sie vorhin belehrt.“
Fabians Oma machte deutlich: „Wenn ich nichts weiß, kann ich nichts sagen.“ Später fragte der Richter, ob sie gar nicht wissen wolle, was mit ihrem Enkelsohn passiert sei. „Nein, möchte ich nicht“, sagte sie daraufhin laut Berichten. Und weiter: „Wenn ich nichts sagen kann, kann ich auch nichts sagen.“
Fabians Oma will nichts von Fabians Tod wissen
Ihren Enkel habe sie geliebt, stellte sie außerdem klar. Der Richter versuchte es deshalb weiter. „Ich möchte gerne wissen, warum eine Oma, die ihren Enkel geliebt hat, nicht wissen möchte, was passiert ist. Vielleicht wollen Sie einfach uns helfen. Denn wir wollen wissen, was passiert ist. Dann beantworten Sie einfach meine Fragen. Denken Sie einfach noch mal kurz drüber nach.“
Fabians Oma reagierte kurz und knapp: „Nöö.“ Später versuchte es der Staatsanwalt bei seiner Befragung noch einmal. Warum will sie nicht wissen, was mit ihrem Enkel passiert ist? Daraufhin nur Schweigen.

Ein Auftritt, der viele sprachlos macht und im Fall Fabian neue Fragen aufwirft. Was weiß Fabians Oma wirklich über den Fall – und warum interessiert sie sich scheinbar nicht dafür, was ihrem Enkelsohn zugestoßen ist? Und: Hat ihr Sohn Matthias R. der 61-jährigen Frau etwa vorgegeben, wie sie sich vor Gericht zu verhalten hat?
Auch danach fragte der Staatsanwalt bei der Vernehmung. Fabians Oma darauf: „Er hat nur gesagt, ich soll sagen, wenn ich mich nicht erinnern kann.“ Zur Wahrheitsfindung dürfte ihr Beitrag im Prozess um den toten Fabian aus Güstrow jedenfalls nicht beigetragen haben.
Ermittler glauben, dass Gina H. Fabian aus Güstrow tötete
Vor Gericht muss sich die 30 Jahre alte Gina H. verantworten, die Ex-Freundin von Fabians Vater. Die Ermittler glauben, dass sie den acht Jahre alten Jungen am 10. Oktober unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter in Güstrow lockte und mit ihm auf ein Feld in der Nähe von Klein Upahl fuhr.
An einem Tümpel soll sie ihn dann mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Anschließend verließ sie laut Ermittlern den Tatort, kehrte aber später zurück und zündete die Leiche mithilfe von Brandbeschleuniger an – mutmaßlich wollte sie damit Spuren vernichten.


