Der Prozess im Mord an Fabian aus Güstrow – er geht weiter! Am Donnerstag findet vor dem Landgericht Rostock die nächste Verhandlung statt, wieder werden mehrere Zeugen vernommen. Dieses Mal wird es besonders spannend, denn die Zuhörer werden mehr über den kleinen Fabian erfahren. Es sind unter anderem Mitarbeiter des Jugendclubs geladen, in dem der Junge regelmäßig zu Gast war. Welche neuen Informationen wird es geben – und muss auch Fabians Mama Dorina L. wieder durch die Hölle gehen?
Jugendclub-Mitarbeiter sagen im Fall Fabian aus
In den vergangenen Verhandlungen sagten unter anderem Zeugen aus, die das Auto der Hauptverdächtigen Gina H. beobachteten – und gute Freunde und eine Lehrerin von Fabian. Nun will man beim Prozess noch tiefer in das Leben des getöteten Jungen vordringen: Am Donnerstag sind laut Ankündigung des Gerichts unter anderem Mitarbeiter des Jugendclubs geladen, in dem Fabian regelmäßig zu Gast war.
Der acht Jahre alte Junge, der am 10. Oktober 2025 erst verschwand und Tage später tot an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden wurde, war regelmäßig im Jugendclub „Alte Molkerei“. Hier hatte man sich nach dem Tod des Jungen emotional von ihm verabschiedet. Die Kinder schrieben Botschaften an ihren ermordeten Freund auf einen Bilderrahmen. „Ruhe in Frieden, kleiner Mann, wir vermissen dich“, hieß es dort unter anderem.

Ein Kind schrieb: „Ich werde dich vermissen und die schöne gemeinsame Zeit.“ Und ein Freund von Fabian notierte: „Du bist und wirst für immer in meinem Herzen bleiben. Mir fehlen jetzt schon die kleinen Balgereien und Albereien und unser Boxtraining.“ Zu einem Bild des kleinen Kunstwerks schrieb der Jugendclub: „Wir verabschieden uns von Fabi, unserem Freund, Kumpel, Gast zwei Jahre lang. Dein Lachen und Deine Stimme sind noch in unseren Ohren. Du wirst hier von allen vermisst! Auf Wiedersehen Kumpel!“
Fabians Tod erschütterte Kinder in seinem Jugendclub
Auch für die Mitarbeiter des Jugendclubs war die Nachricht, dass Fabian aus Güstrow ermordet wurde, ein Schock. Fabian habe gern mit anderen Kindern gekocht, gebacken und gebastelt, sagte ein Mitarbeiter des Clubs gegenüber RTL. „Ich habe ihn Donnerstag noch bei uns im Club gesehen. Und dann natürlich diese erschütternde Nachricht, was da dann durch die Medien ging. Das war natürlich hart.“ Am Freitag wurde Fabian als vermisst gemeldet, am darauffolgenden Dienstag wurde seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.

Die Nachricht ließ die Mitarbeiter des Jugendclubs ratlos zurück. „Man hat immer noch dieses kleine, fröhliche Gesicht im Kopf. Und dann diese Ungewissheit. Was wurde ihm angetan? Wie ist er auf Deutsch gesagt, zu Tode gekommen? Das beschäftigt einen doch.“ Im Jugendclub wollte man das Poster zur Erinnerung an Fabian aufhängen, damit die anderen Kinder eine Ecke zum Trauern haben. „Wir haben alle daran zu knabbern. Es ist schwer, bei uns die Kinder und Jugendlichen aufzufangen.“
Fall Fabian: „Einige lassen ihre Kinder abends nicht raus“
Der Mitarbeiter hoffte damals noch darauf, dass der Täter oder die Täterin schnell gefunden wird – auch, damit die ganze Stadt zur Ruhe kommen kann. „Einige lassen ihre Kinder abends nicht raus. Das merken wir selbst im Jugendclub, dass einige nicht mehr kommen, weil keiner weiß, läuft der noch in Güstrow rum, der Täter? Wo ist der abgeblieben? Das ist echt schwer.“
Inzwischen ist klar: Gina H., die Ex-Partnerin von Fabians Vater, ist die Hauptverdächtige in dem Verfahren. Sie muss sich vor Gericht verantworten, bis zur Verurteilung gilt für sie aber die Unschuldsvermutung.
Die Ermittler glauben, dass die heute 30-Jährige Fabian am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus seinem Haus lockte, mit ihm zu einem Feld bei Klein Upahl fuhr. Dort soll sie mit ihm zum besagten Tümpel gelaufen sein. Die Staatsanwaltschaft ist sicher: Gina H. tötete Fabian mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers.
Dann entfernte sie sich vom Tatort. Später soll sie zurückgekehrt sein und die Leiche des Jungen mit Brandbeschleuniger angezündet haben – vermutlich, um Spuren zu verwischen. Ob diese Version wirklich stimmt, soll beim Prozess herausgefunden werden.
Diese Zeugen werden im Fall Fabian jetzt gehört
Neben Jugendclub-Mitarbeitern sind am Donnerstag auch mehrere Bürger geladen, die Beobachtungen zum Fahrzeug von Gina H. gemacht haben wollen. Eigentlich sollte außerdem eine Polizistin gehört werden, die im Vermisstenfall ermittelte und unter anderem das Alibi des Vaters überprüfte – doch dieser Plan hat sich geändert. „Abweichend wird um 11 Uhr nicht die Polizeibeamtin gehört, die Fabians Handy ausgewertet hat, sondern die Mutter von Fabians Vater“, teilte das Gericht mit. Auch hier dürfte man neue Dinge über den ermordeten Fabian aus Güstrow erfahren.


