Nach dem bitterkalten Winter und dem schnellen Frühlingseinbruch ist es die Frage, die im Moment viele Menschen bewegt: Bleibt das Wetter so schön, wie es gerade ist – oder kann es doch noch einmal zu einem Wintereinbruch kommen? Wenn darüber spekuliert wird, spielt der sogenannte Polarwirbel meist eine große Rolle. Er scheint zu schwächeln – für manche das Signal eines neuen Wintereinbruchs. Aber was bedeutet der Polarwirbel wirklich für unser Wetter?
Polarwirbel kippt – hat das Folgen für den Frühling?
Vom Polarwirbel ist immer wieder die Rede – natürlich in der kalten Jahreszeit. Aber: Was ist der Polarwirbel überhaupt? Beim Polarwirbel handelt es sich um ein riesiges Tiefdruckgebiet, das es über den Polen gibt. Starke Luftbewegungen halten die eiskalten Luftmassen an den Polen fest. Allerdings kann es auch zu einem Kippen des Polarwirbels kommen. Die Folge: Arktische Luft bricht aus und strömt nach Süden. Der Polarwirbel kann also unmittelbar Einfluss auf unser Wetter haben. Und er sorgt für reichlich Durcheinander im März!

Denn: Wenn kalte Luftmassen ausströmen und sich ausbreiten, kann das auch in unseren Breiten einen neuen Wintereinbruch bedeuten. Schon während der akuten Kältewelle im Januar befürchteten Meteorologen, dass der Polarwirbel ausbrechen könnte – es hätte die Kälte auch in unseren Breiten verschlimmert, zusätzlich zur kalten Luft aus Osteuropa hätte eisige Kälte aus dem Norden nach Deutschland gebracht. Doch auch jetzt ist das Absterben des Polarwirbels längst nicht ausgeschlossen. „Tatsächlich zeigen Messungen in der Stratosphäre eine deutliche Erwärmung, die den Polarwirbel destabilisieren kann“, stellt Meteorologe Dominik Jung in einer aktuellen Wetterkolumne klar.
Das könne dazu führen, dass kalte Luftmassen aus dem hohen Norden leichter nach Mitteleuropa vorstoßen. Wer nun gleich den neuen Wintereinbruch fürchtet, der kann sich aber erst einmal beruhigt zurücklehnen. Denn der gefürchtete Polarwirbel-Ausbruch bedeutet nicht automatisch, dass es am Boden flächendeckend plötzlich wieder Winter wird. Dominik Jung beschreibt eher Kältephasen, die durch die Luftmassen entstehen könnten. Fakt ist: Unter dem Einfluss des Polarwirbels lässt sich die Großwetterlage schwer vorhersehen.

Kein klares Signal für Kältewelle im März
Ob der Winter also kommt, ist unklar. In Prognosen zeigten zuletzt keine klaren Signale für eine neue Kältewelle – zumindest nicht bis Mitte März. Aber: Laut Jung könnten auch Vorstöße von kalter Luft für Frost oder Schneeschauer sorgen. Ebenso wahrscheinlich seien sonnige Abschnitte mit deutlichen zweistelligen Temperaturen. Der März sei ohnehin ein sehr unbeständiger Monat, wechselhaftes Wetter durchaus normal. Ob es eher Sonne oder Schnee gibt, wird sich zeigen.
Erst einmal frieren die Temperaturen nun buchstäblich ein – und damit ist gar nicht das Eis gemeint. Denn in den kommenden Tagen bleibt die Lage mit Werten um die 15 Grad zumindest in Berlin recht stabil. Am Freitag küsst der Frühling etwa Berlin – mit viel Sonnenschein und Temperaturen um die 14 Grad. Am Samstag gibt’s dann Wolken und 15 Grad, am Sonntag können sich alle, die den Tag draußen verbringen wollen, über einen Mix aus Sonne und Wolken mit etwa 15 Grad freuen.
Wetter bleibt auch Anfang der Woche stabil
Auch Anfang der Woche bleibt das Wetter stabil – 15 Grad und reichlich Sonnenschein in Berlin bis einschließlich Mittwoch, nur zwischendurch mischen sich ein paar Wölkchen ins Bild. Am kommenden Freitag könnte es dann wieder wechselhafter werden – doch dann und am darauffolgenden Wochenende werden weite Teile Deutschlands von Sonnenschein und Temperaturen von teilweise mehr als 20 Grad dominiert. Das wären schlechte Voraussetzungen für einen neuen Wintereinbruch, oder?
Es ist noch nichts entschieden. In Bezug auf den März sagt Meteorologe Dominik Jung: „Auch wenn sich die Auswirkungen der Polarwirbelstörung bemerkbar machen sollten, wären eher kürzere Kältephasen zu erwarten als eine wochenlange Frostperiode.“


