Die extreme Hitzewelle über Europa fordert immer mehr Todesopfer. Besonders dramatisch ist die Lage in Frankreich, wo das Land den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebte. Bei der verzweifelten Suche nach Abkühlung kamen dort zahlreiche Menschen ums Leben.
Tödliche Suche nach Abkühlung
Seit vergangenem Donnerstag sind in Frankreich 40 Menschen beim Baden ertrunken, das teilte der französische Minister Sébastien Lecornu bei einer Krisensitzung mit. Bei den Opfern handele es sich überwiegend um junge Menschen. Unter den Toten ist nach Medienberichten ein 13-jähriges Mädchen, das in der Seine baden gegangen war, obwohl es nicht schwimmen konnte. Sportministerin Marina Ferrari warnte eindringlich davor, bei der Suche nach Abkühlung in ungesicherten Gewässern wie Kanälen oder Flüssen zu schwimmen.
In der Stadt Carpentras starben zwei Kleinkinder, die im Auto ihrer Familie zurückgelassen worden waren.
Die Zahlen aus Frankreich sind historisch. Laut dem Wetterdienst Météo France stieg die landesweite Durchschnittstemperatur am Dienstag auf 29,8 Grad, das ist Rekord seit Messbeginn 1947. Im Ort Pissos wurden 44,3 Grad gemessen. Schon die Nacht zuvor war mit 21,6 Grad die heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Mittwoch gilt in 58 Départements die höchste Warnstufe Rot.
Die Folgen sind im ganzen Land zu spüren. Der Eiffelturm schloss bereits um 16 Uhr statt um Mitternacht, auch der Louvre verkürzte seine Öffnungszeiten. Im Südwesten musste sogar ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden, weil das Kühlwasser aus der Garonne zu warm geworden war.

Frankreich ist nicht allein. In Spanien wurden am Montag an über 100 Messstationen 40 Grad oder mehr gemessen, in Andújar kletterte das Thermometer auf 45 Grad. Rote Alarmstufen galten in Andalusien, Kantabrien und im Baskenland. In Italien riefen die Behörden in 15 Städten die höchste Warnstufe aus, darunter Rom, Mailand und Venedig. Für besonders belastete Berufsgruppen wurden dort Arbeitsschutzmaßnahmen reaktiviert.
Jetzt kommt die Hitze nach Deutschland
Der Höhepunkt der Hitzewelle verschiebt sich nun nach Norden. Während sich die Lage in Spanien ab Mittwoch langsam entspannt, rollt die Extremhitze auf die Niederlande, Belgien und Deutschland zu. Hierzulande wird der heißeste Tag für Freitag erwartet, der Deutsche Wetterdienst hält dann bis zu 41 Grad für möglich. Auch die Nächte bleiben mancherorts tropisch warm.


