Er kam als Königstransfer, konnte diese Vorschusslorbeeren aber mit einer Ausnahme nie zurückzahlen. Auf der Zielgeraden der Saison hoffen Verantwortliche und Mitspieler beim 1. FC Union Berlin, dass der Knoten bei Oliver Burke ganz spät doch noch geplatzt ist.
Durststrecke gegen Wolfsburg beendet
Am vergangenen Wochenende beendete der Schotte seine ganz persönliche Durststrecke mit dem Tor zum 1:2-Endstand gegen den VfL Wolfsburg. Das brachte zwar keine Punkte ein, dürfte für Burke aber erlösende Wirkung gehabt haben. Über Wochen und Monate strahlte er fast keine Torgefahr aus. Seine Tempoläufe, in die Union im vergangenen Sommer große Hoffnungen gesetzt hatte, führten immer wieder ins Nichts. Irgendwann schlich er nur noch mit hängenden Schultern über den Platz.

„Ich glaube, Olli ist einer von den Spielern, die sich manchmal selbst im Weg stehen. Wenn ich sein Talent sehe, bin ich mir relativ sicher, dass er in zehn Jahren dastehen wird und sich denkt, dass er das ein oder andere verschenkt oder liegen gelassen hat“, urteilte Ex-Trainer Steffen Baumgart zu Beginn des Jahres. Da deutete sich mehr und mehr an, dass Burke die in ihn gesetzten Erwartungen zumindest im ersten Jahr bei Union nicht erfüllen wird.
Am Freitag (20.30 Uhr) kehrt er nun an den Ort zurück, wo er vor zehn Jahren seine ersten Schritte in der Bundesliga machte. Bei RB Leipzig, geholt von Ralf Rangnick, wurde er schon vor Ankunft als Wunderkind gefeiert, als neuer Gareth Bale, der damals bei Real Madrid auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielte. Burke allerdings war kein Bale. Das Tempo, der Antritt – vergleichbar. Ansonsten wurde schnell klar, dass es bei Burke nicht zur Weltkarriere reichen wird.
In Frankfurt wurde Olli zum Bumm-Bumm-Burke
Nach einem Jahr war in Leipzig schon wieder Schluss, es folgte eine Tingeltour über diverse englische Zweitligavereine, zwischendurch war er mal nach Spanien ausgeliehen. Über Werder Bremen fand er den Weg zurück nach Deutschland, eine gute Halbserie reichte, dass Union ihn im vergangenen Sommer verpflichtete. In Erinnerung bleibt vor allem sein Dreierpack bei Unions Spektakel-Sieg in Frankfurt. Da war der Schotte Bumm-Bumm-Burke!

„Olli hat eigentlich das bestätigt, was er jetzt auch in den Trainingstagen gezeigt hat. Er war da sehr aktiv“, lobte Trainerin Marie-Louise Eta nach dem Spiel gegen Wolfsburg. Und weiter: „Was mir heute auch gut gefallen hat: Wie er defensiv mitgeholfen hat sowie seine Reaktion, wenn mal was nicht funktioniert hat.“


