Schwache Union-Heimbilanz

Problemzone Alte Försterei: Hier hat kein Gegner mehr Angst

Der 1. FC Union Berlin verliert gegen Wolfsburg und zeigt einmal mehr: Vor der Alten Försterei muss gerade kein Gegner Angst haben.

Author - Nils Malzahn
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Union-Trainerin Marie-Louise Eta sah trotz vieler Union-Abschlüsse gegen Wolfsburg nur ein Tor ihrer Mannschaft.
Union-Trainerin Marie-Louise Eta sah trotz vieler Union-Abschlüsse gegen Wolfsburg nur ein Tor ihrer Mannschaft.IMAGO/Michael Taeger

Der 1. FC Union Berlin sucht auch mit Trainerin Marie-Louise Eta weiter den Ausweg aus der Krise. 25 Torschüsse, Feldüberlegenheit, die Mehrzahl an Ballbesitz und gewonnen Zweikämpfen – all das war im Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Ende nicht von Bedeutung. Mit 1:2 (0:1) unterlagen die Köpenicker den in den vergangenen Wochen und Monaten taumelnden Niedersachsen - und setzten damit eine schwache Heimbilanz fort.

Vier Heimsiege in der ganzen Saison

Aufbauhelfer Union: Nachdem die Berliner schon in der Vorwoche den Tabellenletzten Heidenheim stark gemacht hatten, bekam jetzt der VW-Klub im Abstiegskampf einen neuen Energieschub. Bis zum Wochenende war Wolfsburg in der Rückrunde noch sieglos. An der Alten Försterei aber lässt es sich für Gastmannschaften in dieser Saison gut aushalten. Vier Heimsiege hat Union erst eingefahren, 2026 bei sieben Versuchen erst einen.

Patrick Wimmer (11.) und Dzenan Pejcinovic (46.) verhagelten Eta mit ihren Toren das Debüt ganz gewaltig, kritisieren wollte die 34-Jährige ihre Spieler aber nicht. Im Gegenteil. „Nach dem 0:2 hat die Mannschaft trotzdem weiter an sich geglaubt. Ich muss den Hut ziehen vor den Jungs, wie sie weitergemacht und sich in das Spiel reingekämpft haben“, sagte Eta. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durfte sie immerhin ihren ersten Treffer als Bundesliga-Cheftrainerin bejubeln. Oliver Burke behielt nach Vorarbeit von Andrej Ilic frei vor VfL-Schlussmann Kamil Grabara die Nerven. All die anderen Versuche waren entweder Beute des polnischen Torhüters, landeten am Pfosten wie Ilics Kopfball (57.) oder im Fangzaun. Nix war's mit zumindest einem Punkt bei der Premiere.

Wieder kein Heimsieg: Danilho Doekhi (l.) und Aljoscha Kemlein (Mitte) kennen das Gefühl schon, für Trainerin Marie-Louise Eta war's beim Debüt die erste schmerzliche Erfahrung.
Wieder kein Heimsieg: Danilho Doekhi (l.) und Aljoscha Kemlein (Mitte) kennen das Gefühl schon, für Trainerin Marie-Louise Eta war's beim Debüt die erste schmerzliche Erfahrung.IMAGO/Halil Sagirkaya

Dieter Hecking, der von den Union-Fans bei der Verkündung der Aufstellung ausgepfiffen wurde, durfte dagegen über seinen ersten Dreier nach seiner Rückkehr auf die Wolfsburger Trainerbank jubeln. In der vergangenen Saison war er noch als Coach des VfL Bochum in der Alten Försterei zu Gast, holte sich mit dem späteren Absteiger nach dem Feuerzeugwurf auf Torhüter Patrick Drewes die Punkte später am Grünen Tisch. Diesmal liefs weniger dramatisch.

Sechs Punkte Vorsprung auf Platz 16

„Nach dem Ergebnis von St. Pauli (1:1 gegen den 1. FC Köln; Anm. d. Red.) wussten wir um die hohe Bedeutung heute. Wir haben es in der ersten Halbzeit gut gemacht, hatten die richtigen Momente und Spielkontrolle. Darüber hinaus haben wir ein wunderschönes Tor geschossen, das uns die nötige Sicherheit gegeben hat. In die zweite Halbzeit sind wir mit dem 2:0 perfekt reingekommen“, sagte Hecking, der sich mit Wolfsburg im Abstiegskampf voll zurückgemeldet hat. In dem steckt auch noch der 1. FC Union. Die Lage bei sechs Punkten Vorsprung bliebt allerdings einigermaßen entspannt.