Der 1. FC Union Berlin sucht auch mit Trainerin Marie-Louise Eta weiter den Ausweg aus der Krise. 25 Torschüsse, Feldüberlegenheit, die Mehrzahl an Ballbesitz und gewonnen Zweikämpfen – all das war im Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Ende nicht von Bedeutung. Mit 1:2 (0:1) unterlagen die Köpenicker den in den vergangenen Wochen und Monaten taumelnden Niedersachsen - und setzten damit eine schwache Heimbilanz fort.
Vier Heimsiege in der ganzen Saison
Aufbauhelfer Union: Nachdem die Berliner schon in der Vorwoche den Tabellenletzten Heidenheim stark gemacht hatten, bekam jetzt der VW-Klub im Abstiegskampf einen neuen Energieschub. Bis zum Wochenende war Wolfsburg in der Rückrunde noch sieglos. An der Alten Försterei aber lässt es sich für Gastmannschaften in dieser Saison gut aushalten. Vier Heimsiege hat Union erst eingefahren, 2026 bei sieben Versuchen erst einen.
Patrick Wimmer (11.) und Dzenan Pejcinovic (46.) verhagelten Eta mit ihren Toren das Debüt ganz gewaltig, kritisieren wollte die 34-Jährige ihre Spieler aber nicht. Im Gegenteil. „Nach dem 0:2 hat die Mannschaft trotzdem weiter an sich geglaubt. Ich muss den Hut ziehen vor den Jungs, wie sie weitergemacht und sich in das Spiel reingekämpft haben“, sagte Eta. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durfte sie immerhin ihren ersten Treffer als Bundesliga-Cheftrainerin bejubeln. Oliver Burke behielt nach Vorarbeit von Andrej Ilic frei vor VfL-Schlussmann Kamil Grabara die Nerven. All die anderen Versuche waren entweder Beute des polnischen Torhüters, landeten am Pfosten wie Ilics Kopfball (57.) oder im Fangzaun. Nix war's mit zumindest einem Punkt bei der Premiere.

Dieter Hecking, der von den Union-Fans bei der Verkündung der Aufstellung ausgepfiffen wurde, durfte dagegen über seinen ersten Dreier nach seiner Rückkehr auf die Wolfsburger Trainerbank jubeln. In der vergangenen Saison war er noch als Coach des VfL Bochum in der Alten Försterei zu Gast, holte sich mit dem späteren Absteiger nach dem Feuerzeugwurf auf Torhüter Patrick Drewes die Punkte später am Grünen Tisch. Diesmal liefs weniger dramatisch.
