Großer Auftritt, große Aufmerksamkeit – doch am Ende steht bei Union Berlin wieder eine bittere Niederlage. Beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg feierte Marie‑Louise Eta ihre Premiere als Cheftrainerin der Eisernen. Der erhoffte Befreiungsschlag? Blieb aus. Dafür gab’s viel Lärm, große Hoffnung – und altbekannte Probleme.
Früher Schock, böser Start
Schon vor dem Anpfiff war klar: Dieses Spiel war anders. Nicht der Ball, sondern die Frau auf der Trainerbank zog die Blicke auf sich. Eta übernahm für die letzten fünf Saisonspiele, sollte Union stabilisieren, wachrütteln, retten. Die Bühne dafür war perfekt – doch sportlich blieb gab es die nächste Enttäuschung.
Dabei ging es um richtig viel! Ein Sieg hätte Union dem Klassenerhalt ganz nah gebracht, neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hätten selbst die größten Pessimisten beruhigt. Stattdessen: Ernüchterung an der Alten Försterei.
Schon nach elf Minuten kassierten die Köpenicker den ersten Nackenschlag. Patrick Wimmer entwischte der Union-Abwehr viel zu leicht – 0:1! Zu langsam, zu passiv, zu schläfrig. Und das sollte sich rächen.
Kaum war die Halbzeitpause vorbei, folgte der nächste Tiefschlag. Ballverlust von Danilho Doekhi, eiskalt genutzt von Dzenan Pejcinovic – 0:2! Wolfsburg jubelte, Union haderte. Ausgerechnet die Gäste feierten ihren ersten Rückrundensieg und schöpfen im Abstiegskampf wieder Hoffnung.

Union rennt, kämpft – trifft aber nicht
Immerhin: Union gab sich nicht auf. 25 Torschüsse, viel Druck, volle Offensive. Doch beste Chancen von Ilyas Ansah, Andrej Ilic oder in letzter Sekunde von Doekhi selbst wollten einfach nicht rein. Entweder war Wolfsburgs Keeper Grabara zur Stelle – oder der Pfosten im Weg.
Erst fünf Minuten vor Schluss erlöste Oliver Burke die Fans mit dem Anschlusstreffer. Doch da war es zu spät. Die Uhr lief – und mit ihr Unions letzte Hoffnung auf einen Happy End‑Abend.
Eta bleibt positiv – Spieler ziehen mit
Trotz der Pleite zeigte sich Eta kämpferisch. „Die Leistung passt nicht zum Ergebnis“, erklärte sie nach Abpfiff und lobte Moral und Einsatz. Auch Kapitän Christopher Trimmel sah Fortschritte: „Die Art und Weise hat gepasst.“
Besonders auffällig: Die Spieler stehen hinter ihrer neuen Chefin. Joker Derrick Köhn schwärmte von Etas Ansprache, vom klaren Plan, vom guten Gefühl. Die Richtung stimmt – nur die Punkte fehlen noch.
Nächstes Spiel bei RB Leipzig
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Am Freitag wartet RB Leipzig – formstark, selbstbewusst, siegreich in sechs der letzten sieben Spiele. Ein Brocken. Doch Union hat es weiter selbst in der Hand.



