Die Fußballwelt schaute in dieser Woche auf den 1. FC Union Berlin. Die Köpenicker sorgen für ein historisches Ereignis. Als erste Frau wurde Marie-Louise Eta (34) Cheftrainerin eines Herren-Bundesliga-Teams. Doch das Eta-Debüt geht gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg nach hinten los. Die Eisernen verlieren 1:2 (0:1) gegen die Wölfe.
Alle Union-Fans wollten Eta sehen
Es knisterte an jeder Ecke in Köpenick. Normalerweise elektrisiert ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg einen Union-Fan nicht wirklich. Diesmal war allerdings alles anders. Mit Marie-Louise Eta stand die erste Cheftrainerin überhaupt im deutschen Fußball-Oberhaus an der Seitenlinie. Am vergangenen Wochenende hatten die Eisernen sie als Nachfolgerin von Steffen Baumgart auserkoren.
Weil der FC St. Pauli am Vorabend beim 1:1 gegen den 1. FC Köln nur einen Punkt geholt hatte, war die sportliche Ausgangslage nicht allzu brisant. Die Hamburger, weiter auf Relegationsplatz 16, hatten den Rückstand auf Union von sieben lediglich auf sechs Punkte verkürzen können.
Eta hatte gegenüber dem desaströsen 1:3-Pleite in Heidenheim auf vier Positionen verändert hatte. Kapitän Christopher Trimmel lief von Beginn an auf, auch Aljoscha Kemlein, Tom Rothe und Ilyas Ansah kehrten in die erste Elf zurück. Janik Haberer, András Schäfer, Derrick Köhn und Alex Král saßen dagegen auf der Bank.

Wolfsburg schockt Union nach elf Minuten
Doch die Fehler blieben im Team. Wolfsburg Patrick Wimmer marschierte unbehelligt durchs Zentrum und traf kurz vor dem Strafraum herrlich mit dem Außenrist zur Wolfsburger 1:0-Führung (11.). Rani Khedira hätte in dieser Situation zwingend ein taktisches Foul ziehen müssen, ließ den Österreicher aber laufen. Bitter für die neue Trainerin!
Doch Eta klatschte am Rand in die Hände, ruderte mit den Armen, um die Spieler aufzumuntern. Die Köpenicker kämpften weiter. Ansah hatte nur einige Momente nach dem Rückstand schon die große Chance auf den Ausgleich, scheiterte aber der Parade von VfL-Torhüter Kamil Grabara (15.). Überhaupt war Ansah ein belebendes Element in der Offensive.
0:2 gleich nach Wiederanpfiff
Die Niedersachsen ließen dann vor der Pause keine größere Union-Druckphase zu, konterten dagegen das ein oder andere mal recht ansehnlich. Doch was passierte nach nach dem Wiederanpfiff?Wolfsburgs Dzenan Pejcionvic wurde vor dem Berliner Strafraum nicht angegriffen und traf akkurat ins Eck zum 2:0 (46.).
Auf der anderen Seite kam dann auch noch Pech dazu: Andrej Ilic köpfte eine Trimmel-Flanke an den Innenpfosten (57.). Bis tief in die Schlussphase hinein sollte dies die gefährlichste Torannäherung bleiben. Nur noch Oliver Burke konnte nach einem Konter den Anschlusstreffer zum 1:2 (86.) erzielen.


