Hüpf, Unioner, hüpf! Ausgelassen feiern die Profis der Eisernen ihren 3:0-Erfolg über Maccabi Haifa.  City-Press/Matthias Renner

Die Fans im Stadion hüpften vor Freude. Die Haupttribüne, die Gegengerade und davor die Profis des 1. FC Union. Ritter Keule durfte auch nicht fehlen. Europapokal-Gesänge hallten durch die Schüssel. Ausgelassene Partystimmung nach dem 3:0 (1:0) gegen Maccabi Haifa, mit dem die Eisernen am zweiten Spieltag der Conference League auf Rang zwei in ihrer Gruppe vorstießen und  nun sogar berechtigt von einem Überwintern im Europacup träumen dürfen.  

„Wie die Fans uns feiern, das ist überragend. Leider hier im Olympiastadion. Aber es ist einfach brutal, wie sie hinter uns stehen“, jubelte Kevin Behrens, der mit einer Vorlage zum 1:0 auf Andreas Voglsammer (33.) und dem 2:0 unmittelbar nach der Pause (48.) zum Man of the Match für die Eisernen wurde.

Die ungeliebte Betonschüssel – auch gegen Haifa war natürlich wieder das Spruchband „Wir brauchen die Alte Försterei wie die Luft zum Atmen“ zu sehen –,  in die die Köpenicker zwangsweise von der Uefa eingewiesen worden sind, mutiert mittlerweile zum einem Ort, an dem die Köpenicker in dieser Spielzeit mit dem 0:0 gegen Kuopion PS in den Play-offs und dem jetzigen ersten Heimerfolg in der Gruppenphase sozusagen mehr Punkte geholt haben als der eigentliche Ankermieter. 

Trainer Urs Fischer strahlte am Ende des Abends vollste Zufriedenheit aus: „Ich bin mit der Art und Weise zufrieden. Wir brauchten einen Moment, so die ersten 15 Minuten, um eine gewisse Nervosität abzulegen. Dann hat es die Mannschaft sehr gut gemacht. Es war auch wichtig, in Führung zu gehen. Und dieses Tor nach der Pause gibt dir dann noch zusätzlich Selbstvertrauen, und dann hat die Mannschaft es sehr gut zu Ende gespielt.“

Urs Fischer mit großer Rotation

Er hätte auch sich selbst loben können, weil sein Rotationsplan voll aufgegangen war. Mit vier frischen Kräften (Sheraldo Becker, Behrens, Kevin Möhwald, Genki Haraguchi) und einem unerwarteten Debüt (Frederik Rönnow) sowie einem erneut guten Jokerhändchen – 3:0 durch den eingewechselten Taiwo Awoniyi (76.) –  hatte der Schweizer Fußballlehrer die Fachwelt und den Gegner überrascht. 

Doch Fischer wollte sich nicht zu sehr loben lassen. „Wenn du gewinnst, hat der Trainer alles richtig gemacht. Und wenn du verlierst, nicht. So einfach ist das nicht! Die Umstellungen waren auch dem geschuldet, dass zwei Verteidiger gefehlt haben. Man sieht, wir können von der Bank immer wieder nachlegen, und die Jungs brennen auf ihren Einsatz. Das ist das richtige Gesicht, das du zeigen musst. Am Schluss gewinnt die Mannschaft das Spiel und wir im Trainerstab versuchen, sie darauf vorzubereiten. Aber die Spieler setzen es um, sie verdienen das Kompliment und nicht der Trainer“, so der 55-Jährige. 

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