„Nicht in Ordnung“

Uli Hoeneß tobt – Union-Manger Horst Heldt fürchtet Schiri-Manipulation des FC Bayern

Die Bosse des Rekordmeisters machen Druck auf den DFB und die Schiedsrichter. Vor dem Duell in München warnt Horst Heldt, Manager des 1. FC Union Berlin, vor den Folgen.

Author - Sebastian Schmitt
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Horst Heldt und Uli Hoeneß, hier um Gespräch 2009, kennen sich bestens.
Horst Heldt und Uli Hoeneß, hier um Gespräch 2009, kennen sich bestens.imago sportfotodienst

Ausgerechnet jetzt! Der 1. FC Union Berlin hat sich gerade erst Luft im Abstiegskampf verschafft – da wartet mit dem Duell beim FC Bayern schon der härteste Brocken der Saison. Dazu kommt: In München brodelt es gewaltig. Wut, Frust, Schiri-Zoff – beim Rekordmeister ist alles aufgeladen. Und genau das macht die Aufgabe für die Eisernen noch brisanter. Union-Manager Horst Heldt schlägt Alarm.

Bayern unter Strom – Union mittendrin

Durchatmen? Fehlanzeige!

Die Eisernen schießen sich mit dem späten 1:0-Sieg beim SC Freiburg aus der Krise – und stehen sofort vor der nächsten Prüfung. Auswärts beim FC Bayern (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky). Schwerer geht’s nicht.

Horst Heldt warnt vor Bayern-Bonus

Doch diesmal geht es nicht nur um Punkte. Sondern um Stimmung. Um Druck. Um Wut. Denn in München kocht es.

Horst Heldt, Manager des 1. FC Union Berlin, blickt mit Sorge auf das Spiel beim FC Bayern München.
Horst Heldt, Manager des 1. FC Union Berlin, blickt mit Sorge auf das Spiel beim FC Bayern München.IMAGO/Tom Lauruschkat

Nach dem 1:1 bei Bayer Leverkusen eskalierte die Lage komplett. Ehrenpräsident Uli Hoeneß poltert wie zu besten Zeiten, schießt gegen Schiedsrichter und DFB. „Die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je erlebt habe“, tobt der Bayern-Boss. Typisch Hoeneß. Klare Worte. Harte Vorwürfe.

Schiri im Fokus: Kippt jetzt jede Entscheidung?

Der Grund: zwei Platzverweise gegen Bayern. Gelb-Rot für Luis Díaz nach einer Schwalbe, glatt Rot für Nicolas Jackson für ein hartes Foul im Mittelfeld. Entscheidungen, die in München nachwirken.

Die Stürmer Luiz Diaz und Nicolas Jackson (r.) fehlen dem FC Bayern München im Spiel gegen den 1. FC Union Berlin.
Die Stürmer Luiz Diaz und Nicolas Jackson (r.) fehlen dem FC Bayern München im Spiel gegen den 1. FC Union Berlin.IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Jan-Christian Dreesen baut noch mehr Druck auf. Bayerns Vorstandsboss spricht von „fragwürdigen Entscheidungen“ über Wochen hinweg. Hamburg, Dortmund, Leverkusen – für die Bayern lief angeblich zu viel gegen sie.

Union-Manager Heldt kritisiert Schiri-Druck des FC Bayern

Das Problem: Genau diese Wut trifft nun Union. Manager Horst Heldt warnt bei Sky: „Das nächste Schiedsrichtergespann – Prost Mahlzeit.“

Seine Sorge: Der öffentliche Druck wirkt. Entscheidungen kippen. Unbewusst. Vielleicht. „Jede Szene wird beäugt“, sagt Heldt. „So ein Ausmaß ist vom FC Bayern nicht in Ordnung. Wir sind die Leidtragenden.“

DFB lehnt Einspruch ab: Diaz gegen Union gesperrt

Fakt ist: Der FC Bayern hat gegen die Diaz-Sperre Einspruch beim DFB eingelegt – und verloren. Der Flügelstürmer fehlt gegen Union gesperrt. Für Union sportlich ein Vorteil. Emotional eher nicht.

Denn der Frust sitzt beim Rekordmeister tief. Und genau das macht das Duell, bei dem Ex-Union-Juwel Leonard Prescott (16) sein Debüt im Bayern-Tor feiern könnte, noch gefährlicher. Heldt weiß das. Und spricht aus, was viele denken: Wenn der FC Bayern laut wird, hören alle hin. Auch die Schiedsrichter.