Unions Keeper Andreas Luthe versucht vergeblich, seinen Fehler vor dem 0:1 zu reparieren. imago/Kobert Press

Fußball, darauf verweist Unions Trainer Urs Fischer in schönster Regelmäßigkeit, ist nun einmal ein Fehlerspiel. Folglich könnte man sich nun an Andreas Luthes Patzer abarbeiten, der in Augsburg die 0:2-Niederlage einleitete. Aber muss man das? Es ist ein interessanter Aspekt, dass die Eisernen in dieser Spielzeit entweder im Kollektiv einen richtig schlechten Tag haben – oder aber geschlossen marschieren. Bislang konnte Union nach dem Hinfallen immer wieder aufstehen. Auch jetzt stellt sich angesichts des kommenden Gegners Borussia Dortmund die Frage: Nur ein Bock oder bereits eine Delle? 

Union nie zweimal in Folge punktlos

Denn zwei Mal in Folge blieben die Eisernen in dieser Spielzeit noch nie punktlos. Sie standen postwendend wieder auf. Nach der Pleite bei Schlusslicht Fürth – auch so ein rabenschwarzer Tag für die Köpenicker – folgten vier Zähler vor dem Ende der Hinrunde gegen bärenstarke Freiburger und bei den gefährlich daherkommenden Bochumern.

Dem 2:5 gegen Bayern folgten vier Zähler in Köln und gegen Hertha. Wobei die Eisernen bei den Geißböcken ja sogar noch zwei Punkte liegen ließen. Dem müden Auftritt in Frankfurt (1:2), ließen die Köpenicker ein furioses 2:1 gegen Leipzig folgen. Da hätte der Sieg sogar höher ausfallen können.

Luthe räumt Fehler freimütig ein

Also hinfallen, aufstehen, Mund abputzen und weiter machen, ihr Eisernen. So wie immer. Zwei Niederlagen in Folge hatte Union zuletzt in der Vorsaison 20/21 beklagen müssen. Da gab es am 17. und 18. Spieltag ein 0:1 in Leipzig und ein 1:2 in Augsburg,

Natürlich heißt das nicht, dass Union jetzt einfach so über den Fehler von Luthe hinweg zur Tagesordnung geht. Der hatte ja nicht das erste Mal in dieser Spielzeit seine Vorderleute mit riskanten Zuspielen in Bedrängnis gebracht. Von seinem Bock gegen Feyenoord Rotterdam in der Conference League will man gar nicht erst anfangen.

Union kann Aufarbeitung

Der sonst so beständige Luthe, an der Wuhle nicht ohne Grund ein Publikumsliebling, räumte seinen Bock im Augsburg sogar zum Teil selbst ein. „Wir haben in der Regel schon den Anspruch, das Ganze spielerisch zu eröffnen. Aber ich muss sehen, dass Robin da zu sehr unter Druck ist und ich den Ball nicht spielen darf. Das war in der Phase, wo der FCA viel Pressing gespielt hat. Wenn ich das jetzt so sehe, würde ich die Entscheidung sicherlich anders treffen.“

Übrigens war das bislang auch eine der Stärken der Köpenicker – dass sie Fehler aufarbeiten. Und aushalten können. Ein Indiz dafür, dass das auch in Zukunft so klappen wird. Dann wird aus dem Bock auch keine richtige Delle.

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