Unions Trainer Urs Fischer ist wenig begeistern vom Auftreten seiner Union-Profis beim 0:2 in Augsburg. dpa/Matthias Balk

Urs Fischer kann die Fragen nach Max Kruse nicht mehr hören. Vor einer Woche platzte die Bombe, dass der Stürmer nach Wolfsburg will, 24 Stunden später war er weg, der 1. FC Union um fünf Millionen Euro reicher und mit der Frage konfrontiert: Wie geht es ohne den abgewanderten Unterschiedsspieler weiter? Die erste Antwort gab es beim 0:2 in Augsburg. Mehr als ruckelig.

„Es bringt nix, über Max zu diskutieren, weil Max nicht mehr hier ist“, sagt Urs Fischer auf die xte Nachfrage und klingt dabei mindestens genervt vom Thema, wenn nicht gar etwas bockig. Verständlich. Schließlich will sich der Schweizer nicht mit Dingen beschäftigen, die er nicht (mehr) hat. „Es hat gar keiner gefehlt. Wir sind nicht an unser Leistungsniveau gekommen, was wir in den letzten Wochen hatten“, bringt Schlussmann Andreas Luthe die Kruse-Debatte auf den Punkt.

Union: Verlust von Andrich und Friedrich weggesteckt

Die Geister die ich rief, die werd’ ich nun nicht los. Es ist das klassische Schicksal eines kleinen Vereins, dem regelmäßig die Besten von den Großen weggekauft werden. Wenn es dann mitten in der Halbserie passiert, wiegt so etwas doppelt schwer. Erst recht, wenn es einen Ausnahmekicker wie „Mad Max“ betrifft. Weiß auch Timo Baumgartl: „Natürlich ist es schade, dass Max weg ist. Jetzt ist er in Wolfsburg, damit können wir uns nicht beschäftigen, er ist nicht mehr da.“

Die Eisernen haben in dieser Spielzeit den Verlust von Robert Andrich erstaunlich gut weggesteckt. Rani Khedira macht im defensiven Mittelfeld den „aggressive Leader“ der Köpenicker zwar nicht vergessen. Auch weil er die Rolle anders interpretiert als der Neu-Leverkusener. Doch der Ex-Augsburger hat sich gut eingefuchst und ist einer der Konstanten.

Selbst der Abgang von Marvin Friedrich wurde kompensiert. Das Trio Timo Baumgartl, Robin Knoche und Paul Jaeckel wurde durch Dominique Heintz ergänzt. Steter Instabilität ist die Abwehr der Köpenicker dennoch nicht verdächtig geworden.

Rani Khedira fällt gegen Dortmund aus

Nun also kein Kruse mehr. Union ist erneut in der Zeigepflicht. Nur, Spiele wie das in Augsburg sind nicht dafür geeignet, dass das Thema so einfach vom Tisch gewischt werden kann, wie von den Beteiligten gewünscht. Kann nur klappen, wenn Union weiter Kurs hält. Über das Ziel Klassenerhalt hinaus, versteht sich.

„Natürlich hat Max eine ganz besondere Qualität, er ist ein Unterschiedsspieler. Wir müssen und können das als Mannschaft auffangen“, so Christopher Trimmel, der mit der Partie bei den Fuggerstädtern jetzt zum Bundesligarekordspieler der Eisernen neben Marvin Friedrich (je 78 Einsätze im Fußball-Oberhaus) avancierte.

Sorry, Herr Fischer, wir müssen weiter über Max reden. Je schneller die Köpenicker wieder siegen, desto eher kriegen Sie die Debatte vom Tisch. Am besten schon am Sonntag gegen Dortmund (15.30 Uhr), wo Grischa Prömel nach überstandener Corona-Infektion wieder ein Rolle spielen kann, es aber zeitgleich Rani Khedira nach seiner fünften Verwarnung zu ersetzen gilt.

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