Nina Hagens Union-Hymne wird am Sonntag im Stadion An der Alten Försterei erklingen. Auf Wunsch der Mannschaft. Foto: imago images/Future Image

Es geht los! Vorfreude? Auf was denn? Gut, der Ball rollt am heutigen Sonntag um 18 Uhr wieder in der Alten Försterei. Der 1. FC Union kickt gegen den FC Bayern. Aber nur die Ansetzung als solche hat noch etwas mit der Art von Fußball zu tun, die wir lieben.

Ein Geisterspiel ohne Zuschauer. Ohne Stimmung. Ohne Atmosphäre. Das Einzige, was entfernt daran erinnern wird, ist die schrille Stimme von Nina Hagen. Auf Wunsch der Mannschaft wird die Union-Hymne als unterhaltendes Element beim Einlaufen ins Stadioninnere erklingen, wie Pressesprecher Christian Arbeit verriet.

Zaunfahnen oder Banner glänzen auch mit Abwesenheit. „Die sind ja ein Symbol dafür, dass eine Gruppierung im Stadion ist“, so die einleuchtende Begründung. Im Vorfeld wurde auf die Fanszene noch mal eingewirkt. Im Umfeld des Stadions soll großflächig abgesperrt werden, um  ganz zufälliges Auftreten einer größer werden Anzahl von einzelnen Passanten mit Affinität zu den Eisernen zu unterbinden.

Hoffmann steht beim Spiel nicht mit Fischer im Kontakt

Ebenfalls klar ist, dass Trainer Urs Fischer nach dem Tod des Schwiegervaters fehlen wird und auch beim Spiel keinerlei Kontakt mit dem Trainerteam haben wird. Der Schweizer soll sich am Sonnabend nach seiner Rückkehr aus der Heimat einem Corona-Test unterzogen haben. Sollte auch die zweite Untersuchung am Montag einen negativen Befund ergeben, stünde einer Rückkehr zum Team am Dienstag nichts im Wege.

Am Sonntag gegen die Bayern wird er von seinem Co-Trainer Markus Hoffmann vertreten. In enger Absprache mit dem anderen Assistenten Sebastian Bönig. „Für mich besteht da kein großer Unterschied. Besonderen Druck verspüre ich auch keinen. Ich alleine treffe da auch keine Entscheidung, sondern wir machend das zusammen. Aber das war ja auch sonst bei allen anderen Spielen in der Saison der Fall“, sagte der 47-Jährige, der dennoch derzeit als Sprecher des Trainerteams ein kleines bisschen mehr im Vordergrund steht als die Kollegen.

Wird sich auch an den Bildschirmen der Republik bemerkbar machen. Denn durch die Geisterkulisse werden die Worte der Trainer – sie müssen ja keinen Mundschutz tragen – für alle zu hören sein. „Das kann ein Vorteil ein, wenn man Kommandos abgibt. Die Spieler verstehen ja jetzt die Anweisung“,, sagt der gebürtige Salzburger. Den möglichen Nachteil lieferte er witzelnd gleich hinterher: „Wenn man sich jetzt mal im Ton vergreift, ist das natürlich nicht so gut.“

Einen Unterschied macht das für ihn gegen den FC Bayern München nicht: „Die sind so erfahren, haben alles erlebt. Die kann man mit nichts überraschen.“