Christopher Trimmel bei einem Eckball für die Eisernen. imago-images/Matthias Koch

Einmal Trainingslager und zurück. Am Freitag kehrte der 1.FC Union aus Barsinghausen heim in die Hauptstadt. Doch eine echte Heimkehr war es nicht für die Eisernen. Aus den Bussen ging es direkt ins Hotel. Dieses wird nur noch zum Training, dem Corona-Test und dann am Sonntag zum Spiel gegen den FC Bayern (18 Uhr, Alte Försterei) verlassen.

Eine Woche lang  wurde in Niedersachsen geübt und getüftelt, wie man denn dem Rekordmeister beikommen kann. Denn dass dieser aufgrund seiner indviduellen Klasse Favorit ist, wird keiner ernsthaft abstreiten können. Und doch gibt es Mittel, die Münchner in die Bredouille zu bringen.

Eines davon ist übrigens ein Gebiet, für das bei Union Co-Trainer Sebastian Bönig verantwortlich ist. Und der hatte ja in Abwesenheit von Chef Urs Fischer in den letzten Tagen zusammen mit Markus Hoffmann das Sagen bei den Eisernen. Das Mittel heißt Standards! In diese Disziplin sind die Eisernen bei Torerzielung nach Eckstößen quasi Champions-League-reif.

Im Schnitt brauchen die Köpenicker 13 Versuche, um aus dem kleinen Viertelkreis am Schnittpunkt von Seiten- und Torauslinie heraus das Runde ins Eckige zu befördern. Lediglich Köln ist hier besser. Da klingelt es für gewöhnlich nach einem Dutzend Eckstößen. Nicht umsonst pflegt Trainer Fischer darauf zu verweisen, dass Standards im modernen Fußball eine Waffe sind.

Geheimwaffe Trimmel

Das alles hat natürlich stark mit dem Kapitän der Köpenicker zu tun. Schon neun Assists konnte sich Christopher Trimmel in dieser Spielzeit gutgeschreiben lassen. Der Österreicher ist Unions Herr der ruhenden Bälle. „Er macht das schon sehr gut“, meinte Fischer, der bislang nur beim 2:1 in Frankfurt auf seinen Spezi verzichten musste. Wenn es im Fußball Spezialisten nur für diese Disziplin geben würde – so wie es sie im American Football mit den Kickern gibt – wäre Trimmel in der Liga sicher heiß begehrt.

Wer weiß, wo Mönchengladbach in der Tabelle stehen würde, wenn die Borussia es auch darin zu einer gewissen Perfektion gebracht hätte. 44 Anläufe brauchen die Fohlen pro Tor, sind damit nur auf Platz 15 im Ligavergleich! Rekordmeister FC Bayern findet sich auf Platz 12 ein in diesem Ranking. Ein Tor fällt nach jeweils 37 Ecken.

Witzigerweise  sind die Bajuwaren übrigens gerade auch in dieser Kategorie umgekehrt höchst anfällig. 35 Prozent ihrer 26 Gegentore kassierte die Elf von Hansi Flick nach Eckstößen. Union, geht da was?