Das Sturm-Problem des 1. FC Union Berlin zieht sich durch die ganze Saison. Wenig Chancen, kaum Tore, drittschwächster Angriff der Bundesliga! Während man in Köpenick dringend nach einem Torjäger fahndet, platzt beim ehemaligen Publikumsliebling Taiwo Awoniyi in der Premier League der Knoten.
Nur der HSV und St. Pauli treffen seltener
Union kann einfach keine Tore! Die Sturm-Misere beim 1. FC Union Berlin ist längst kein Geheimnis mehr – ein Blick auf die Zahlen reicht. Gerade einmal 37 Treffer nach 32 Spieltagen: Das ist erschreckend wenig. Nur der Hamburger SV (36) und der FC St. Pauli (27) sind noch harmloser vor dem gegnerischen Tor. Und bei Union? Da herrscht Flaute auf ganzer Linie!

Das Kuriose: Gleich vier Spieler teilen sich Platz eins der internen Torjägerliste – Ilyas Ansah, Oliver Burke, Rani Khedira und Danilho Doekhi kommen jeweils nur auf magere fünf Treffer. Ein echter Knipser? Fehlanzeige! Und auch die letzten beiden Spiele in Mainz bei Ex-Trainer Urs Fischer und gegen Augsburg werden daran wohl nichts mehr ändern. Wie schon im Vorjahr wird kein Union-Profi zweistellig treffen. Kein Wunder, dass beim Klassenerhalt die Konkurrenz kräftig mithelfen musste.
Kein Wunder also, dass ein Name in Köpenick auch vier Jahre nach seinem Abschied weiter nachhallt: Taiwo Awoniyi. Der Nigerianer ist noch immer Unions Bundesliga-Rekordtorschütze. Zwischen 2020 und 2022 netzte er 20-mal – allein 15 Tore in der Saison 2021/22, die Union sensationell in die Europa League schoss. Solche Zeiten? Aktuell unvorstellbar!
Vor vier Jahren zog es Awoniyi in die Premier League zu Nottingham Forest. Doch dort lief es lange alles andere als rund: In 99 Pflichtspielen nur 21 Tore, in dieser Saison bis Montag sogar nur zwei – eine dürftige Bilanz. Doch dann kam plötzlich der große Knall!
Zwei Tore, drei Punkte – und fast der Klassenerhalt
Beim Auswärtsspiel gegen den FC Chelsea stand Awoniyi erst zum zweiten Mal in der Startelf – und explodierte förmlich! Beim sensationellen 3:1-Auswärtssieg schnürte er einen Doppelpack und wurde zum Matchwinner. Nach nur 97 Sekunden köpfte er Nottingham in Führung, kurz nach der Pause legte er das 3:0 nach. Zwei Tore, drei Punkte – und der Klassenerhalt plötzlich zum Greifen nah!

Für Awoniyi war es der erste Doppelpack seit fast drei Jahren – und wieder ausgerechnet gegen Chelsea! Trotz seines Gala-Auftritts blieb der Ex-Unioner bescheiden: „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagte er nach dem Spiel und stellte die Mannschaft in den Vordergrund.

