Schwächstes Saisonspiel

Baumgart: Frust über Union-Team, Trost für Elfersünder Nsoki

Nach dem 0:1 bei Borussia Mönchengladbach ging Union-Trainer Steffen Baumgart mit seinen Spielern hart ins Gericht, nur einer wurde verschont.

Author - Wolfgang Heise
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Die schlechte Laune war Union-Trainer Steffen Baumgart nach dem 0:1 in Gladbach anzusehen.
Die schlechte Laune war Union-Trainer Steffen Baumgart nach dem 0:1 in Gladbach anzusehen.IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

Die Pleite hat bei Steffen Baumgart gesessen. Nicht weil der 1. FC Union in der Nachspielzeit durch einen VAR-Elfer 0:1 bei Borussia Mönchengladbach verlor, sondern weil der Trainer vorher das schwächste Saisonspiel seiner Mannschaft gesehen hatte. Baumgart lederte mit viel Frust los!

Baumgart: „Ich bin auch persönlich enttäuscht“

„Das war von uns ein komplett enttäuschendes Spiel - in vielen Belangen. Das hat nichts mit dem Willen der Jungs zu tun gehabt, sondern mit dem, wie wir eine Idee haben, ein Spiel anzugehen, wie wir in die Räume laufen, wie wir den Gegner unter Druck setzen“, fing Baumgart noch ruhig an.

Union-Stürmer Oliver Burke im Duell mit Mönchengladbachs Rocco Reitz. Der Angreifer bekam viel zu wenig Pässe von den Mitspielern.
Union-Stürmer Oliver Burke im Duell mit Mönchengladbachs Rocco Reitz. Der Angreifer bekam viel zu wenig Pässe von den Mitspielern.IMAGO/Fotostand / van der Velden

Doch so richtig fassen konnte er das ideenlose Spiel nicht. Baumgart: „Das hatte nichts mit der Leistung von letzter Woche beim 1:0 gegen Leverkusen zu tun. Das Spiel hatte ein ganz anderes Gesicht. Das ist eine Riesenenttäuschung – auch persönlich. Das sind nicht wir. Es gibt eine Leistung, die wir bringen müssen, um Spiele zu gewinnen. Und die haben wir heute nicht gebracht. Wir haben viel von dem, was uns auszeichnet, nicht gezeigt.“

Die Spieler können sich in der nächsten Worte schon auf hartes Training vorbereiten. Baumgart: „Enttäuschung, dieses Wort nehme ich nicht oft in Mund, wenn es um meine Mannschaft geht. Heute schon. Deswegen gehen wir auch so damit um, wie du mit so einer Niederlage umgehen musst. Wenn du gefühlt im ganzen Spiel nicht einmal aufs Tor schießt, kannst du nicht gewinnen. Da waren viele Sachen dabei, die mir nicht gefallen haben.“

Baumgart nimmt Nsoki in Schutz

Die VAR-Entscheidung auf Strafstoß in der Nachspielzeit, als Stanley Nsoki den Gladbacher Hugo Bolin auf der Strafraumlinie getroffen hatte, wischte Unions Coach weg, für ihn gab es da keine Diskussion: „Der Elfmeter ist ein Elfmeter. Der VAR hat es richtig erkannt, auch wenn es uns wehtut.“

Die Elfmeterszene: Union-Verteidiger Stanley Nsoki will den Ball wegschießen und trifft dabei den Fuß des Gladbachers Hugo Bolin.
Die Elfmeterszene: Union-Verteidiger Stanley Nsoki will den Ball wegschießen und trifft dabei den Fuß des Gladbachers Hugo Bolin.IMAGO/Matthias Koch

Elfersünder Nsoki war es nach dem Abpfiff peinlich. Er ging zu den mitgereisten Union-Fans und entschuldigte sich. Für den Pechvogel hatte Baumgart dagegen Verständnis und tröstete ihn: „Fußball ist ein Fehlersport. Und wenn jeder Fußballer sich entschuldigt, weil er aus seiner Sicht ein Spiel in die negative Richtung geht, dann machen wir die stark, die von außen immer erzählen, wie es geht.“

Der Verteidiger bekam sogar Lob vom Trainer: „Stanley hat ein gutes Spiel gemacht. Er war in der Situation nicht schnell genug. Stanley wird immer besser. Nsoki muss sich nicht entschuldigen.“