Ex-Union-Stürmer

Bad Boy in der Schweiz: Für Kevin Behrens geht’s nochmal um Europa

Kevin Behrens spielt mit dem FC Lugano in den nächsten Wochen um einen internationalen Platz. Bei Union könnten sie die Tore des Stürmers gut gebrauchen.

Author - Nils Malzahn
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Kevin Behrens startet mit dem FC Lugano als Dritter in die Schweizer Meisterrunde.
Kevin Behrens startet mit dem FC Lugano als Dritter in die Schweizer Meisterrunde.Imago

Freitagabend spielte Union Berlin bei RB Leipzig um wichtige Punkte im Abstiegskampf der Bundesliga. Vor fast genau vier Jahren erzielte Kevin Behrens für die Köpenicker in der Red-Bull-Arena das Tor des Monats. Heute ist der Ex-Nationalspieler in der Schweiz gestrandet – hat mit seinem Klub in der heute beginnenden Meisterrunde aber noch große Ziele.

Behrens will Lugano in die Europa League schießen

Am Sonnabend kann Behrens aus nächster Nähe einer Meisterfeier beiwohnen. Leider nicht mit dem FC Lugano, dem Klub, bei dem er seit vergangenem Sommer unter Vertrag steht.

Mit den Tessinern ist er zu Gast bei Aufsteiger FC Thun, der die Ligaphase sensationell als Tabellenerster abgeschlossen hat und sich mit einem Sieg nun erstmals zum Meister krönen kann. Lugano geht mit Behrens als Tabellendritter in die letzten fünf Spiele, in denen sich das Team noch für die Europa League qualifizieren will.

In Leipzig erzielten Kevin Behrens (l.) und Sven Michel einst im Duett das Tor des Monats für den 1. FC Union Berlin.
In Leipzig erzielten Kevin Behrens (l.) und Sven Michel einst im Duett das Tor des Monats für den 1. FC Union Berlin.O. Behrendt/imago

Behrens, der damals in Leipzig eine sehenswerte Hecken-Vorlage von Sven Michel (heute SC Paderborn) veredelte, hat in dieser Saison schon elf Tore erzielt. Ein Knipser, wie ihn Union die ganze Saison nicht gefunden hat.

Und doch schrieb Behrens vor allem im Winter Negativschlagzeilen, als er seinen Teamkollegen Georgios Koutsias in einem Testspiel auf dem Platz wüst beleidigte und tätlich angriff. Kurze Zeit später verweigerte er Koutsias bei einer Auswechslung den Handschlag. Kevin, der Krawallmacher!

In der Schweiz ist Behrens anerkannt

„Falsch und inakzeptabel“ sei sein Verhalten gewesen, sagte der 35-Jährige wenig später und beteuerte, dass ein derartiger Ausraster nicht mehr vorkommen werde.

Von Mattia Croci-Torti, Behrens’ Trainer in der Schweiz, gab’s kurz drauf ein großes Lob: „Kevin ist ein Vollblutprofi, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt.“ Worte, die in Deutschland hier und da für Verwunderung sorgten, letztlich aber nur das große Vertrauen zeigten, das Behrens in der Schweiz genießt.

Letzter Auftritt im Januar 2024: Kevin Behrens verließ Union nach einem 1:0-Sieg gegen Darmstadt 98.
Letzter Auftritt im Januar 2024: Kevin Behrens verließ Union nach einem 1:0-Sieg gegen Darmstadt 98.Michael Taeger/imago

Weil der 1. FC Union Berlin dringend einen Stürmer sucht, der Tore schießt, fällt der Blick im Sommer zwangsläufig auch auf ausländische Ligen. Mit Jordan Siebatcheu und Chris Bedia bedienten sich die Eisernen einst im Nachbarland, beide waren aber alles andere als Volltreffer. Siebatcheu verlor seinen Torriecher nach vielversprechendem Start komplett und kickt mittlerweile beim portugiesischen No-Name-Klub CD Tondela; Bedia steht bei Union sogar noch unter Vertrag, dürfte im Sommer aber endgültig abgegeben werden.

Kevin Behrens hat die Fußball-Bundesliga abgehakt. In Lugano wird er seine Profilaufbahn vermutlich beenden. Womöglich nochmal mit internationalen Auftritten. Aus Berlin kann man da nur ein wenig neidisch hinschauen.