Michael Gspurning hat nie selbst ein Pflichtspiel für den 1. FC Union Berlin bestritten – und trotzdem gehört der Österreicher zu den prägenden Gesichtern der erfolgreichsten Jahre in der Vereinshistorie der Eisernen. Jetzt endet seine Zeit in Köpenick. Nach fast zehn Jahren verabschiedet sich der Torwarttrainer emotional bei Instagram von Verein, Stadtteil und Weggefährten.
Michael Gspurning teilt Erinnerungen auf dem Fahrrad
„Servus Berlin!“, schreibt der mittlerweile 45-Jährige zu Beginn einer gedanklichen Zeitreise, die wie eine kleine Liebeserklärung an Köpenick wirkt. Auf zehn Slides nimmt Gspurning die Fans mit auf eine Fahrradfahrt durch den Kiez – vorbei an Orten, die für ihn eng mit dem Aufstieg von Union verbunden sind.
„Klassenerhalt, Ziel erreicht. Wieder einmal“, schreibt er. „Mal war es einfacher, mal schwieriger. So ist’s im Fußball, so ist’s im Leben.“ Es sei seine „letzte aktive Woche hier. An einem Ort, der meiner Familie und mir extrem viel gegeben hat.“
337 Spiele arbeitete Gspurning als Torwarttrainer bei Union. In dieser Zeit betreute er unter anderem Jakob Busk, Andreas Luthe und zuletzt Frederik Rönnow. Besonders emotional erinnert sich der Österreicher an das Frühjahr 2018. Damals kämpfte Union noch in der 2. Bundesliga gegen den Abstieg.

Auf seiner Tour denkt Gspurning an die Gespräche mit Sebastian Bönig im Café um die Ecke – und natürlich an Rafael Gikiewicz. „Du bist ein mentales Monster, Rafa!“, schreibt er über den früheren Kult-Keeper. Gemeint sind nicht nur dessen spektakuläre Paraden, sondern auch das legendäre Kopfballtor gegen Heidenheim.
Nur ein Jahr später folgte der größte Triumph der Vereinsgeschichte: der Aufstieg in die Bundesliga über die Relegation gegen den VfB Stuttgart.
Doch Gspurning denkt nicht nur an die großen Momente. Besonders bewegt schreibt er über Berkin Arslanogullari. Der ehemalige U19-Keeper erhielt 2024 die Diagnose Knochenkrebs, ein Bein musste amputiert werden. Für Gspurning ist er „das größte Vorbild von allen“.
Eiserne Champions-League-Nächte in Madrid und Neapel
Natürlich spielen auch die Europapokal-Abende eine Rolle. Die Nächte in Madrid, Neapel oder Rotterdam, der gehaltene Elfmeter von Rönnow gegen Luka Modric oder das historische Weiterkommen gegen Ajax Amsterdam – Erinnerungen, die bleiben.

Am Ende seiner emotionalen Reise blickt Gspurning noch einmal auf die Menschen zurück, mit denen er Union geprägt hat: Christopher Trimmel, Urs Fischer, Markus Hoffmann oder Sebastian Podsiadly.


