Die Tage werden kürzer und kälter. Die Heizungen in Berliner Wohnungen laufen schon wieder. Doch nicht überall können sich Menschen überhaupt leisten, den Regler aufzudrehen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Politikers Niklas Schenker hervor.
In Berlin haben es sich im vergangenen Jahr über 300.000 Menschen nicht leisten können, ihre Wohnung angemessen zu heizen. Das sind deutlich mehr Menschen als noch im Jahr zuvor.
8,2 Prozent der Berliner sitzen im Kalten
Im Jahr 2022 waren es noch 133.000 Personen gewesen, die aus finanziellen Gründen ihre Unterkunft nicht angemessen heizen konnten. Dies entsprach einem Anteil von 3,6 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, 2023 stieg dieser Anteil auf 8,2 Prozent.
Außerdem machte der Senat Angaben zu Anträgen an den Härtefallfonds Energieschulden. Mit Stand vom 30. August 2024 seien seit Januar 2023 insgesamt 1600 Anträge gestellt worden. In diesem Zeitraum seien 612 Anträge bewilligt worden, 984 wurden abgelehnt.
Mieter der landeseigenen Wohnungsunternehmen könnten sich bei Zahlungsschwierigkeiten an die einzelnen Wohnungsunternehmen wenden. Dabei würden mit Mietern individuelle Lösungen besprochen, die oft in Form einer Ratenzahlungsvereinbarung oder Stundung des Nachzahlungsbetrages in Anspruch genommen werden, so der Senat.
Linken-Politiker Niklas Schenker sagte zur „B.Z.“: „Steigende Mieten und Heizkosten werden für immer mehr Berliner zur Armutsfalle.“ Er ergänzte: „Die Heizkosten müssen runter. Wir brauchen einen Mietenstopp und einen Preisdeckel für das Heizen. Der Senat muss Haushalte, die sich die Kosten nicht mehr leisten können, mit einem Heizkostenfonds unterstützen. Niemand soll im Kalten sitzen müssen oder seine Wohnung verlieren.“



