Es sind dramatische Stunden im Zoo Basel. Innerhalb nur eines Tages verliert die Gorillagruppe gleich zwei Tiere durch tödliche Bisse von Silberrücken Yeba (14) – ein schwerer Schlag für den Zoo und alle Tierfreunde.
Gorilla-Männchen Yeba biss gnadenlos zu
Zunächst musste das elf Jahre alte Gorilla-Männchen Mobali am Dienstag von den Tierärzten eingeschläfert werden. Wie der Zoo auf seinen Social-Media-Kanälen mitteilte, waren die Folgen einer Bissverletzung durch Silberrücken Yeba (14) so schwer, dass keine Rettung mehr möglich war. Als Silberrücken gelten erwachsene männliche Gorillas, weil ihr Fell auf dem Rücken silbrig-grau ist.
Doch damit war die Tragödie noch nicht vorbei. Am selben Tag starb auch das erst vier Tage alte Gorilla-Baby von Weibchen Joas (37). Die Kleine war am 11. Juli geboren worden und hatte in den ersten Lebenstagen ganz eng bei seiner Mutter gelebt. Joas zeigte das für Gorillas typische Verhalten und hielt ihr Jungtier ständig schützend an ihrem Körper.
Dann kam es zu einer folgenschweren Wendung. Am Dienstagnachmittag nahm Silberrücken Yeba das Jungtier an sich und zeigte ein ausgeprägtes Interesse an seinem ersten Nachwuchs. Gleichzeitig ließ er die Mutter nicht mehr in seine Nähe. Zwischen Joas und Yeba entwickelte sich eine Rangelei – mit fatalem Ausgang.
Dabei erlitt das Gorilla-Baby durch einen unbeabsichtigten Biss des Silberrückens eine tödliche Verletzung im Brustkorb. Für Joas war das verstorbene Jungtier bereits das fünfte Baby. Für Yeba war es der erste eigene Nachwuchs.
Der Zoo erklärt, dass sich hinter dem erschütternden Vorfall keine ungewöhnliche Ausnahme verbirgt. Gorillas leben in hochkomplexen Sozialverbänden. Das Töten von Jungtieren durch Artgenossen wird in der Wissenschaft Infantizid bezeichnet und ist ein bekanntes Verhalten. Die Ursachen können vielfältig sein und hängen eng mit der sozialen Struktur und den Dynamiken innerhalb einer Gorillagruppe zusammen.


