Sie kommen aus Prenzlauer Berg – und gehören heute zu den Stars der NBA. Franz und Moritz Wagner haben am Donnerstagabend ein ganz besonderes Heimspiel gefeiert. Mit den Orlando Magic traten sie in der ausverkauften Uber Arena gegen die Memphis Grizzlies an. Und sie gewannen. 118:111. Ein Abend voller Emotionen.
Die Brüder, einst bei Alba Berlin groß geworden, zählen inzwischen zu den Topverdienern der Liga. Vor allem Franz Wagner. Der 2,08-Meter-Mann kassiert aktuell 38,7 Millionen Dollar pro Jahr. Sein Gehalt steigt bald auf bis zu 51 Millionen. Ein Berliner Junge, der in der größten Basketballliga der Welt durchstartet.
Nach Verletzung: Franz Wagner feiert Comeback in Berlin
Für beide war es ein Comeback unter besonderem Druck. Wochenlang war unklar, ob sie rechtzeitig fit werden. Am Ende standen sie auf dem Parkett. Franz Wagner erzielte 18 Punkte nach mehr als einem Monat Pause. Moritz kam auf sieben Zähler. Nationalmannschaftskollege Tristan da Silva steuerte acht Punkte bei.
Die Stimmung in der Arena war elektrisierend. Moritz Wagner kämpfte nach dem Spiel mit den Emotionen. „Ich kann es immer noch nicht glauben. Fans aus ganz Deutschland sind hierhergekommen. Wir sind unglaublich dankbar“, sagte er. Da Silva schwärmte ebenfalls: „Berlin, ihr habt komplett abgerissen.“
Schon vor dem Anpfiff herrschte Gänsehaut. Dirk Nowitzki und Detlef Schrempf begrüßten die 13.738 Zuschauer. Auf den Rängen: Jürgen Klopp, Thomas Müller, Mats Hummels – und Fitness-Star Pamela Reif. Berlin zeigte sich basketballverliebt.
Franz Wagner richtete sich nach dem Sieg direkt an die Fans. „Die letzten Tage waren unvergesslich. Wir sind immer noch geflasht. Danke für eure Unterstützung.“ Und er fügte hinzu: „Lasst es heute richtig krachen.“
Moritz Wagner: „Wenn ich das sehe, bekomme ich Gänsehaut“
Ob es für die Brüder selbst eine kleine Feier gab? Moritz Wagner gab eine professionelle Antwort – mit einem Augenzwinkern. „Jetzt packst du mich natürlich in eine Situation. Der Blick geht nach London, natürlich. So weit ich mich erinnere. Wie soll ich die Frage jetzt sonst beantworten?“ In London wartet am Sonntag das nächste Spiel der Magic.

Trotz aller Euphorie bleibt Moritz Wagner realistisch. „Die Aufmerksamkeit, die wir jetzt bekommen – ich weiß nicht, ob das gesund ist.“ Doch die Freude überwiegt. „Wenn ich das sehe, bekomme ich Gänsehaut. Und dann merke ich: Ich bin Teil davon. Das ist eine emotionale Überforderung.“


