Was ist dran an den Vorwürfen von Frauen gegen Stefan Kuntz? Der ehemalige Sportvorstand des Hamburger SV hat nun in der „Süddeutschen Zeitung“ seine Sicht auf die Vorwürfe dargelegt.
Wie die „SZ“ berichtet, gab es in dem Auflösungsvertrag eine Geheim-Klausel. Darin einigten sich beide Seiten darauf, die unauffällige Sprachregelung „private familiäre Gründe“ für die Trennung zu benutzen. Der HSV und Kuntz hatten den Vertrag am 30. Dezember 2025 unterschrieben.
Jede Partei muss Strafe zahlen, wenn sie von der Klausel abweicht
Weiter heißt es in der „SZ“: „Jedes Mal, wenn eine der Parteien von dieser Darstellung abweicht, muss sie der anderen Partei 100.000 Euro Vertragsstrafe zahlen.“ Weiter dürfen die Frauen, die Kuntz Vorwürfe gemacht hatten, ihre Aussagen nur in einem geschützten Datenraum gegenlesen, damit keine Dokumente kursieren.
Laut „SZ“ sei Kuntz „ausdrücklich verpflichtet, keinerlei Gerüchte zu lancieren, er könnte ,Opfer einer Intrige innerhalb des HSV‘ geworden sein.“
HSV zahlt Kuntz noch drei Monatsgehälter
Nach „SZ“-Angaben zahlte der HSV Kuntz zudem eine Abfindung in Höhe von drei Monatsgehältern sowie 50 Prozent für die weiteren drei Monate bis Vertragsende. Der Vertrag von Kuntz wäre ursprünglich am 30. Juni 2026 ausgelaufen. Bei einem Klassenerhalt des HSV hätte er sich per Klausel um ein weiteres Jahr verlängert.
„Die Vertragsauflösung von mir war eine beschlossene Sache“, sagte Kuntz der „SZ“. Zuvor hatte Kuntz' Anwalt Christian Schertz bereits gesagt, dass sein Mandant bis heute nicht wisse, „was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird“. Kuntz habe zudem den Eindruck gehabt, dass niemand wissen wolle, wie er zu den Vorwürfen steht.
Vorwürfe eines angeblichen Fehlverhaltens
Nach „Bild“-Angaben sah die Situation allerdings anders aus. Wie es heißt, habe Kuntz mehrere Termine mit dem Aufsichtsrat zur Klärung verschoben, bevor sein Anwalt den Termin komplett abgesagt haben soll.
Am 2. Januar war die Trennung zwischen Kuntz und dem HSV verkündet worden. Zunächst war in der Mitteilung des Clubs von „familiären Gründen“ die Rede. Einen Tag nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ teilte der Aufsichtsrat jedoch mit, dass der Abschied im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen eines angeblichen Fehlverhaltens von Kuntz stehe.


