Nun folgt die Rolle rückwärts. Stefan Kuntz hat seine Anzeige gegen unbekannt zurückgezogen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ darüber berichtet. Warum der 63-Jährige das tat, ist offen.
Dem ehemaligen Sportvorstand des Hamburger SV wird nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ vorgeworfen, HSV-Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben. Der Aufsichtsrat sprach von einem „schwerwiegenden Fehlverhalten“ von Kuntz und nannte die Vorwürfe glaubhaft.
Kuntz stellt Anzeige gegen unbekannt
Kuntz selbst hatte die Vorwürfe „entschieden zurückgewiesen“. Zum Jahreswechsel war er überraschend von seinem Amt als Sportvorstand der Hanseaten zurückgetreten. Aus persönlichen Gründen, wie es hieß.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe teilte Kuntz mit, über eine Kanzlei „Anzeige gegen unbekannt wegen des Vorwurfs der Nachstellung“ erstattet zu haben. Jedoch herrschte einige Zeit lang Wirbel um diese.
Denn: Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg war eine Anzeige zunächst nicht registriert worden, wie mehrere Medien berichtet hatten.
Im Fall Kuntz wird trotzdem weiter ermittelt
Wie der „Spiegel“ weiter berichtet, war die Anzeige tatsächlich am 12. Dezember eingegangen. Allerdings erst im internen System der Behörden, weshalb sie zunächst nicht bestätigt werden konnte.
Weiter hieß es in dem Bericht, dass die Anzeige nun am 8. Januar zurückgezogen wurde, also kurz bevor die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Stürmer öffentlich wurden. Unabhängig vom Rückzug wird in dem Fall weiter ermittelt.


