Rassismus im Stadion

Affenlaute gegen Energie-Profi: Testspiel abgebrochen, zwei Fans abgeführt

Affenlaute und Beleidigungen gegen Energie-Profi King Manu: In Finsterwalde eskaliert ein Testspiel, zwei Fans werden abgeführt.

Author - Stefan Doerr
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Moritz Hannemann (l.) traf im abgebrochenen Test gegen den Halleschen FC.
Moritz Hannemann (l.) traf im abgebrochenen Test gegen den Halleschen FC.Frank Hammerschmidt/dpa

Ein rassistischer Vorfall hat das Testspiel zwischen Zweitliga-Aufsteiger FC Energie Cottbus und dem Halleschen FC überschattet. Die Partie in Finsterwalde in Brandenburg wurde am Samstag kurz vor dem Ende vorzeitig abgebrochen.

Attacken gegen King Manu in der 102. Minute

Auslöser waren rassistische Anfeindungen gegen Energie-Profi King Manu. In der 102. Minute der auf mehr als zwei Stunden angesetzten Begegnung soll der Offensivspieler von Anhängern des Halleschen FC mit Affenlauten und verbalen Beleidigungen attackiert worden sein. Manu reagierte lautstark auf die Beschimpfungen.

Die Situation eskalierte sofort. Polizeikräfte schritten ein, machten zwei HFC-Anhänger ausfindig und führten sie aus dem Stadion. Währenddessen berieten die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen. Schließlich fiel die Entscheidung, die Partie aus Sicherheitsgründen abzubrechen.

King Manu wurde im Stadion rassistisch beleidigt.
King Manu wurde im Stadion rassistisch beleidigt.Marius Becker

Beide Vereine verurteilten die Vorfälle anschließend scharf. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: „Das heutige Testspiel zwischen dem FC Energie Cottbus und dem halleschen FC wurde aufgrund eines rassistischen Vorfalls gegen einen Spieler von Energie Cottbus abgebrochen. Für Rassismus und Diskriminierung gibt es in beiden Vereinen keinen Platz, weder auf dem Spielfeld noch auf den Rängen!“

Sportlich geriet das Geschehen damit komplett in den Hintergrund. Vor 3016 Zuschauern hatte Energie Cottbus in einer von Beginn an emotional geführten Partie die Kontrolle übernommen. Moritz Hannemann brachte die Lausitzer in der 55. Minute in Führung, Yusuf Wardak legte sieben Minuten später zum 2:0-Endstand nach.

Nach dem Abbruch trat die Mannschaft von Energie Cottbus die Weiterreise ins Trainingslager nach Oberndorf in Tirol an. Zurück bleibt jedoch vor allem der bittere Beigeschmack eines Nachmittags, an dem nicht der Fußball die Schlagzeilen schrieb, sondern ein erschreckender Fall von Rassismus auf den Rängen.