Sie stechen besonders ins Auge. Wer durch deutsche Städte geht, sieht immer häufiger Fußball-Trikots, die mit den aktuellen Kollektionen der WM-Mannschaften nichts zu tun haben.
Viele nostalgische Trikots im Umlauf
Darunter befinden sich viele nostalgische Shirts – unter anderem von Italien aus den 70er Jahren, das Heimtrikot von Mexiko 1986 oder von Argentinien aus dem Jahr 2006. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist mit vielen Varianten vertreten – die Retro-Welle macht auch vor Fußball-Trikots keinen Halt.
Kein Retro-Trikot der DDR im Angebot
Ein Trikot suchen Fans hingegen vergeblich: das der DDR. Zwar haben die Ost-Kicker nur an der WM 1974 in Westdeutschland teilgenommen, die Historie reicht aber viel weiter zurück – und ist auch erfolgreich.

Zur Erinnerung: Die DDR gewann 1976 Gold bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal. Vier Jahre zuvor bei den Spielen 1972 in München gab es Bronze.
Adidas rückt WM 1994 und 2006 in den Mittelpunkt
Trotzdem gibt es kein Retro-Trikot von der DDR. Warum? „Der Grund, warum es kein Retro-Trikot der ehemaligen DDR gibt, liegt vor allem in der gewählten Design-Inspiration unserer Bringback-Kollektion“, erklärt Pressesprecher Oliver Brüggen von Sportartikelhersteller Adidas auf KURIER-Anfrage.
Da die Trikots für Europa- und Weltmeisterschaften damals identisch waren und auch keine EM-Qualifikation gelang, entstanden ebenfalls keine entsprechenden Designs.
Grundlage der neuen Kollektion waren demnach die Weltmeisterschaft 1994 in den USA und die WM 2006 in Deutschland. 1994 fand zum ersten Mal eine WM in den Vereinigten Staaten statt. Das sogenannte „Sommermärchen“ jährt sich zum 20. Mal. „Zu beiden Zeitpunkten existierte bereits keine DDR-Nationalmannschaft mehr“, begründet Brüggen den Verzicht auf ein Retro-Trikot der DDR.
DDR-Fußballer waren nach Adidas-Deal nicht erfolgreich
Hinzu kommt die Historie des Ausrüsters aus Herzogenaurach. Adidas stattete die DDR-Nationalmannschaft erst ab Mitte 1982 aus. Die Entscheidung gilt als Wendepunkt im Verhältnis zwischen der DDR und dem westdeutschen Sportartikelhersteller. Denn nach jahrelanger ideologischer Ablehnung der Kommerzialisierung des Sports akzeptierte die DDR-Führung den Konzern unter Horst Dassler zunehmend als notwendigen Partner.
Der sportliche Erfolg der Fußballer blieb aber aus: Für die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko und 1990 in Italien, für die Adidas WM-Trikots hätte entwickeln können, qualifizierte sich die DDR nicht. „Da die Trikots für Europa- und Weltmeisterschaften damals identisch waren und auch keine EM-Qualifikation gelang, entstanden ebenfalls keine entsprechenden Designs“, erklärt Brüggen. Der DFB antwortete auf eine KURIER-Anfrage nicht und verwies auf Adidas.
DDR-Trikot gibt es auf einem anderen Portal zu kaufen
Fündig werden Nostalgiker hingegen auf dem Portal COPA. Dort gibt es das DDR-Trikot von der WM 1974 (59,95 Euro) und von 1985 (69,95) zu kaufen.




