Im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt ist die Fußball-WM mit einer großen Eröffnungsfeier gestartet. Vor 80.000 Zuschauern lieferten internationale Stars eine musikalisch-bunte Show, die Hunderte Millionen Fußballfans weltweit auf das Turnier einstimmte.
Der größte Star des Abends war die kolumbianische Sängerin Shakira. Gemeinsam mit dem nigerianischen Musiker Burna Boy performte sie den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ live auf der Bühne. Danach stieg grün-rot-weißes Feuerwerk in den Himmel.
Die FIFA hatte die Show im Vorfeld groß angekündigt: „Es sind die ersten Töne bei einem Turnier, das Milliarden Menschen durch die beliebteste Sportart der Welt in den Bann ziehen wird“, hieß es.
Deutsche WM-Experten begeistert von der Eröffnung
Begeisterung auch bei den Experten im Stadion. Der 2014er-Weltmeister Thomas Müller sagte bei MagentaTV: „Diese Atmosphäre war fantastisch, der Stolz der Mexikaner war zu spüren. Für mich war es fantastisch.“ Jürgen Klopp ergänzte: „Der Vibe war wunderbar, was solch ein Turnier in einem Land auslösen kann. Das ist die schönste Seite des Sports.“
Eine Stunde nach der Show wurde das erste Spiel der Männer-Weltmeisterschaft angepfiffen. Gastgeber Mexiko trifft im Aztekenstadion auf Südafrika. Das Turnier wird in diesem Jahr von Mexiko, den USA und Kanada gemeinsam ausgerichtet.
Neben Mexiko sind weitere Eröffnungs-Shows geplant: In Toronto spielen die Kanadier gegen Bosnien-Herzegowina, in Los Angeles treffen die USA auf Paraguay – begleitet von weiteren Events, unter anderem mit Superstar Katy Perry.

Während im Stadion gefeiert wurde, kam es außerhalb zu chaotischen Szenen. Auf der Fan-Meile am Zócalo-Platz drängten Tausende Menschen in die abgesperrte Zone. Ein Journalist berichtete von Gedränge und teilweise aggressivem Verhalten. „Hört auf zu drängeln, es gibt Kinder, ihr benehmt euch wie Tiere“, rief ein Mitarbeiter durch ein Megafon. Fans warfen Wasserflaschen und beschimpften Polizisten.

Vor dem Auftakt der WM gab es Demos und Proteste
Auch im ganzen Land kam es rund um den WM-Auftakt zu Protesten, Demonstranten nutzten die Aufmerksamkeit des Ballsports für ihre Anliegen. Radikale Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE gingen gegen eine Rentenreform auf die Straße. Angehörige von Vermissten forderten schnellere Ermittlungen und Gerechtigkeit – in Mexiko gelten rund 130.000 Menschen als vermisst.
Im Bundesstaat Chiapas strandeten Passagiere, nachdem Demonstranten Teile eines Flughafens besetzten. In Oaxaca übernahmen CNTE-Mitglieder die Kontrolle über Mautstationen und ein Logistikzentrum des Erdölkonzerns Pemex. Proteste gab es auch in Guerrero und Tijuana, wo Demonstranten Straßen und Grenzübergänge blockierten. Trotz der Spannungen im Land ist die XXL-WM mit erstmals 48 Teams nun offiziell eröffnet – ein Turnier, das bis zum Finale am 19. Juli auch in den USA und Kanada ausgetragen wird.

Regenerationstag für deutsche Nationalelf
Die deutsche Mannschaft durfte sich übrigens nochmal entspannen: Der Regenerationstag kurz vor dem ersten WM-Spiel gegen Curaçao ist bei den Fußball-Nationalspielern sehr gut angekommen. Vor einem freien Nachmittag hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann am Eröffnungstag der Weltmeisterschaft in Winston-Salem lediglich eine lockere Regenerationseinheit angesetzt. „Ich habe tatsächlich schon am Montag oder Dienstag erfahren, dass wir am Donnerstag ein bisschen weniger machen“, berichtete Abwehrspieler Nico Schlotterbeck im Anschluss. Er begrüßte ausdrücklich diese Maßnahme.



