Kurz vor dem Start der WM 2026 gab es Dienstag den ersten große Skandal – und im Mittelpunkt steht ein Mann, der eigentlich Geschichte schreiben sollte: Omar Artan (34), Fifa-Schiedsrichter aus Somalia. Er wurde von den US-Sicherheitsbehörden vernommen und des Landes verwiesen, obwohl er ein Visum hatte.
Infantino: „Wir haben nicht alles im Griff“
Ist sein Traum geplatzt, als erster Schiri Somalias bei einer WM zu pfeifen? Vielleicht noch nicht ganz. Denn plötzlich gibt es trotz des skandalösen Chaos wieder leise Hoffnung. Erst nahm die Fifa die Ausweisung des Schiris hin, doch der internationale Druck und die Kritik wuchs. Jetzt reagierte Fifa-Präsident Gianni Infantino und plötzlich klingt es ein bisschen anders.
„Es ist unglücklich, was mit dem Schiedsrichter aus Somalia passiert ist. Aber wir haben nicht alles im Griff“, sagt Infantino. Damit stellt er indirekt die Behauptung der US-Regierung infrage, dass Artan „Kontakt zu terrorverdächtigen Personen in Somalia“ gehabt haben soll.
Fakt ist: Es gilt für alle Menschen aus Somalia ein Einreiseverbot in die USA. Doch es gibt auch die Absprache zwischen Fifa und den USA, dass alle WM-Beteiligten eine Einreisegarantie haben. Darüber hinaus werden im Vorfeld jeder WM immer alle Personen überprüft.
Trotzdem verhörten die Sicherheitsbehörden am Flughafen Miami Artan und kamen zu dem fatalen Entschluss, ihn wieder zurückzuschicken. Infantino versucht jetzt mit Diplomatie zu retten, was noch zu retten ist.

Der Satz der Hoffnung: „Wir arbeiten an Lösungen“
Er sagt zwar: „Wir sind keine Weltregierung und können staatliche Entscheidungen nicht überstimmen.“ Doch dann kommt der Satz, der vielleicht die Wende in dem Fall bringt: „Manchmal ist es gut, sich erst mal zu entspannen und nicht loszuschreien – wir arbeiten an Lösungen. Wir werden darüber sprechen, wir werden sehen.“


