WM 2026

WM-Skandal: Fifa-Boss Infantino macht Somalia-Schiri kleine Hoffnung

Der Druck auf Fifa-Präsident Gianni Infantino ist wegen des von der USA ausgewiesenen somalischen WM-Schiedsrichters groß. Jetzt nahm er Stellung zum Skandal.

Author - Wolfgang Heise
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Fifa-Präsident Gianni Infantino nahm jetzt zum WM-Skandal um den ausgewiesenen somalischen Schiedsrichter Omar Artan (l.) Stellung.
Fifa-Präsident Gianni Infantino nahm jetzt zum WM-Skandal um den ausgewiesenen somalischen Schiedsrichter Omar Artan (l.) Stellung.Fotomontage: imago/DeFodi Images/ZumaPresswire

Kurz vor dem Start der WM 2026 gab es Dienstag den ersten große Skandal – und im Mittelpunkt steht ein Mann, der eigentlich Geschichte schreiben sollte: Omar Artan (34), Fifa-Schiedsrichter aus Somalia. Er wurde von den US-Sicherheitsbehörden vernommen und des Landes verwiesen, obwohl er ein Visum hatte.

Infantino: „Wir haben nicht alles im Griff“

Ist sein Traum geplatzt, als erster Schiri Somalias bei einer WM zu pfeifen? Vielleicht noch nicht ganz. Denn plötzlich gibt es trotz des skandalösen Chaos wieder leise Hoffnung. Erst nahm die Fifa die Ausweisung des Schiris hin, doch der internationale Druck und die Kritik wuchs. Jetzt reagierte Fifa-Präsident Gianni Infantino und plötzlich klingt es ein bisschen anders.

„Es ist unglücklich, was mit dem Schiedsrichter aus Somalia passiert ist. Aber wir haben nicht alles im Griff“, sagt Infantino. Damit stellt er indirekt die Behauptung der US-Regierung infrage, dass Artan „Kontakt zu terrorverdächtigen Personen in Somalia“ gehabt haben soll.

Fakt ist: Es gilt für alle Menschen aus Somalia ein Einreiseverbot in die USA. Doch es gibt auch die Absprache zwischen Fifa und den USA, dass alle WM-Beteiligten eine Einreisegarantie haben. Darüber hinaus werden im Vorfeld jeder WM immer alle Personen überprüft.

Trotzdem verhörten die Sicherheitsbehörden am Flughafen Miami Artan und kamen zu dem fatalen Entschluss, ihn wieder zurückzuschicken. Infantino versucht jetzt mit Diplomatie zu retten, was noch zu retten ist.

Fifa-Schiedsrichter Omar Artan wurde Mittwoch von den Fans in Somalia im Fußballstadion in Mogadischu gefeiert.
Fifa-Schiedsrichter Omar Artan wurde Mittwoch von den Fans in Somalia im Fußballstadion in Mogadischu gefeiert.imago/Abuukar Mohamed Muhidin

Der Satz der Hoffnung: „Wir arbeiten an Lösungen“

Er sagt zwar: „Wir sind keine Weltregierung und können staatliche Entscheidungen nicht überstimmen.“ Doch dann kommt der Satz, der vielleicht die Wende in dem Fall bringt: „Manchmal ist es gut, sich erst mal zu entspannen und nicht loszuschreien – wir arbeiten an Lösungen. Wir werden darüber sprechen, wir werden sehen.“

Wer ist wir? Wahrscheinlich wird Infantino noch mal mit seinem Freund und US-Präsidenten Donald Trump reden. Vielleicht gibt es dann noch noch ein Happyend für Artan. Zuspruch bekommt der beste Schiedsrichter Afrikas 2025 wenigsten von vielen Seiten.

Auch von WM-Mitveranstalter Kanada. Der Ahorn-Fußballverband lud ihn wenigsten ein: „Dann pfeifen sie halt bei uns in Kanada WM-Spiele!“ Das Problem dabei ist nur: Die Schiri-Zentrale, in der alle 52 Unparteiischen versammelt sind, ist in den USA, in Miami.