Der somalische Fifa-Schiedsrichter Omar Artan (34) durfte trotz gültigem Visum nicht in die USA einreisen und wurde dadurch von der WM 2026 ausgeschlossen. Afrikas „Schiedsrichter des Jahres 2025“ wurde willkürlich bestraft, weil er aus Somalia kommt. Ein Land, das der wirre US-Präsident Donald Trump als „Müll“ bezeichnete. Artan saß nach stundenlangen Verhören am Flughafen von Miami wieder im Flieger zurück nach Istanbul. Sein WM-Traum ist geplatzt.
USA sprechen von Sicherheitsbedenken beim Schiri
Artan wäre der erste WM-Schiedsrichter aus Somalia gewesen. Die Fifa bestätigte offiziell, dass der Referee nun nicht mehr zum WM-Kader gehört, kein Aufschrei, kein Protest. Es ist einfach erbärmlich, wie sich der Weltfußballverband verhält. Die Fifa verweist lediglich darauf, dass Einreiseentscheidungen Sache des Gastgeberlandes seien. Machtlos also? Schwer zu glauben bei einem Verband, der die WM-Turniere nebulös vergibt, Nationen sanktioniert und Milliarden umsetzt.

Die US-Behörden geben „Sicherheitsbedenken“ und „Vetting Concerns“ als Grund an. Konkrete Beweise oder Vorwürfe gab es zunächst nicht. Der Sprecher des US-Außenministeriums schob erst später nach: „Kontakte zu mutmaßlichen Mitgliedern von Terrororganisationen.“ Wie glaubwürdig das wiederum ist, bleibt umstritten.
Das sagt Schiri Artan zum Verhör
Der Schiri selbst erklärte, dass er beim Verhör nach der somalischen Terrormiliz „Al-Shabaab“ gefragt wurde, mehr nicht. Somalia steht allerdings auf der generellen Einreiseverbotsliste der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Die sollte eigentlich für alle Akteure der WM aufgehoben werden.
Artan selbst schilderte die Szene erschütternd. Laut New York Times wurde er elf Stunden lang befragt, anschließend in einer Zelle festgehalten und außer Landes gebracht. Dabei, so sagt er, habe er „alle richtigen Dokumente“ und ein gültiges WM-Visum gehabt. In Somalia wird der Referee inzwischen wie ein Held empfangen. Hunderte Fans begrüßten ihn am Flughafen von Mogadischu. Der Sportminister stärkte ihm demonstrativ den Rücken.

Die anderen WM-Schiedsrichter schweigen
52 Hauptschiedsrichter und 88 Assistenten sind für die WM nominiert. Öffentlich protestiert hat bislang praktisch niemand. Kein gemeinsames Statement. Kein Boykott. Kein Streik. Kein solidarisches Zeichen für einen Kollegen, der trotz Fifa-Nominierung an der Grenze gestoppt wurde.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um Omar Artan. Viele Fans fragen sich inzwischen: Was ist eine WM-Nominierung überhaupt wert, wenn ein offiziell eingesetzter Referee einfach ausgesperrt werden kann? Ex-Arsenal-Star Ian Wright sprach bereits von einer „World Cup of Chaos“. Auch in sozialen Medien wächst die Kritik an der Fifa und den amerikanischen Behörden. Doch ausgerechnet die Schiedsrichter, die auf Fairness, Respekt und Gleichbehandlung auf dem Platz achten sollen, bleiben bislang auffällig still.
Vielleicht aus Angst vor Konsequenzen. Vielleicht aus Loyalität zur Fifa. Vielleicht, weil niemand seinen eigenen WM-Einsatz riskieren will. Aber genau das macht den Fall so heikel. Die Schiris haben eben nicht nur die Macht auf dem Platz. Mit einer solidarischen Streikandrohung hätten sie den Anpfiff der gesamten WM in Gefahr bringen können. So wäre internationaler Druck entstanden.
Irans Nationalteam musste nach Mexiko umziehen
Noch brisanter wird der Fall auch durch die aktuellen Probleme der iranischen Nationalmannschaft bei dieser WM, nur weil ihr Land sich mit den USA im Krieg befindet. Das Team musste ihr Trainingslager bereits von Arizona nach Mexiko verlegen, weil es massive Visa- und Sicherheitsprobleme mit den US-Behörden gab.
Zwar erhielten die iranischen Spieler letztlich Einreisegenehmigungen für die USA, doch zahlreiche Funktionäre und Mitglieder des Staffs bekamen laut iranischem Verband keine Visa. Betroffen sein sollen unter anderem hohe Verbandsvertreter und Betreuer der Mannschaft. Der iranische Verband spricht offen von „diskriminierender Behandlung“ und „politischer Einflussnahme“.
Trumps Außenpolitik beherrscht die Atmosphäre rund um diese WM. Und trotzdem bleibt die große Fußball-Familie erstaunlich leise. Keine gemeinsamen Statements der Schiedsrichter. Kein öffentlicher Druck der Spieler. Kein Protest der Nationalteams. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Einzelfälle, sondern um die Glaubwürdigkeit einer Weltmeisterschaft, die eigentlich für Offenheit und Fairness stehen soll.


