Kommentar

Diese WM wird Disneyland  - mit dem gierigen Dagobert Infantino

Noch mehr Teams, noch mehr Spiele und vor allen Dingen noch mehr Millionen für die Fifa und ihren Boss Gianni Infantino. Viele Fans haben die WM schon vorher satt.

Author - Wolfgang Heise
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Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich schon mal für seine Disneyland-WM verkleidet und zeigt die Weltmeistertrophäe.
Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich schon mal für seine Disneyland-WM verkleidet und zeigt die Weltmeistertrophäe.IMAGO/Qian Jun

Donnerstag beginnt die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und USA. Doch gibt es Fußballfieber in Berlin? „Früher war mehr Lametta“, sagte Opa Hoppenstedt bei Loriots Weihnachtssketch. Jetzt kann man sagen, früher war mehr Schwarz-Rot-Gold-Schmuck auf den Balkonen in den Straßen. Stimmung kommt einfach nicht auf.

Platini stellt Strafanzeige gegen Fifa-Boss Infantino

Dass die Anstoßzeiten ungünstig sind, ist nur ein Grund für das vermehrte Desinteresse der Menschen an der WM. Nein, der Hauptgrund ist der gierige Gigantismus der Fifa und ihres Bosses Gianni Infantino, gegen den seit Dienstag der ehemalige Uefa-Präsident Michel Platini eine Strafanzeige wegen falscher Anschuldigungen und unzulässiger Einflussnahme in der Schweiz gestellt hat.

104 Spiele, damit die Millionen rollen

48 Mannschaften, insgesamt 104 Spiele (2022 waren es 64). Ein Turnier, das über fünfeinhalb Wochen geht. ES geht nur um Millionen. Es ist schon vor dem Start ermüdend. Die Fans haben es satt. Dazu aufdringliche WM-Showprogramme nach US-amerikanischem Muster bei jeder Partie, die nichts mehr mit der eigentlichen DNA dieses Sports zu tun haben. König Fußball wird endgültig zur Comicfigur in Disneyland und Dagobert Infantino scheffelt die Geldscheine.

Kein Funktionär bei der Fifa hat irgendwie mal genau auf den Fan gehört, obwohl er das Fundament für die Popularität des Fußballs ist. Beispiele? Es gibt seit Jahren eine Ablehnung des VAR bei der Mehrheit der Anhänger. Die Fifa baut die Videohilfe für den Schiedsrichter bei dieser WM nochmal aus. Dazu steht ganz im Widerspruch, dass man die Spiele schneller machen will. In den letzten Jahren waren die zum Teil wirren VAR-Unterbrechungen die größte Zeitverzögerung bei den Spielen. Jetzt kommen noch mehr dazu.

TV-Tipp: Schauen Sie erst ab dem 28. Juni die WM

Mein WM-TV-Tipp: Schauen Sie einfach gar nicht die Vorrundenspiele, die den Charakter von Testspielen haben. Denn mit sportlichem Wettbewerb hat es nicht viel zu tun, wenn von 48 Mannschaften 32 weiterkommen. So richtig geht diese WM mit dem ersten Sechszehntelfinale am 28. Juni los. Vielleicht entsteht dann noch ein bisschen WM-Fieber, aber so richtig glaube ich es nicht.