Regionalliga-Reform

Fußball-Osten will das Kompass-Modell – BFC Dynamo spricht von „gerechter Lösung“

Vier statt fünf Regionalligen? Der Fußball-Osten befürwortet das Kompass-Modell. KI soll Staffeln neu ordnen. Ziel: faire Aufstiege für alle Meister.

Author - Sebastian Karkos
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Unabhängig vom Modell würden sich der BFC und Hertha II in einer Liga wiederfinden, vorausgesetzt, die Qualifikation gelingt. Rufat Dadashov (l.) duelliert sich am 7. Spieltag mit Herthas Bilal Hussein.
Unabhängig vom Modell würden sich der BFC und Hertha II in einer Liga wiederfinden, vorausgesetzt, die Qualifikation gelingt. Rufat Dadashov (l.) duelliert sich am 7. Spieltag mit Herthas Bilal Hussein.Matthias Koch/Imago

Wie sieht künftig das Gesicht der Fußball-Regionalliga aus? Die vierthöchste Spielklasse in Deutschland soll reformiert werden, die Klubs aus dem Nordosten (NOFV) favorisieren nach einem gemeinsamen Treffen in Peißen (Sachsen-Anhalt) nun das sogenannte Kompass-Modell.

Einigkeit im Nordosten zwischen Verband und Vereinen

NOFV-Präsident Hermann Winkler: „Wichtig war mir vor allem die Einigkeit im Nordosten zwischen Verband und Vereinen, dass wir weiter an der Verwirklichung ‚Meister müssen aufsteigen‘ arbeiten. Es war eine Informationsveranstaltung über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die für die Regionalligisten, aber auch für die Drittligisten und Oberligisten wichtig ist.“

Auch beim BFC Dynamo favorisiert man das Modell. Präsident Norbert Uhlig: „Auch für uns ist es die gerechteste Lösung. Beim Treffen haben das auch der NOFV und alle Beteiligten so bestätigt.“

Abgestimmt wurde bei den Ost-Klubs noch nicht, aber zumindest herrscht nun weitestgehend Einigkeit. Die neue Liga-Struktur soll ab der Saison 2027/28 greifen.

Beim Kompass-Modell würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten anhand der Entfernungen gebildet – und zwar mithilfe von KI. Folge: Es gibt keine festen Verbandsgrenzen mehr, die Ligen würden jedes Jahr neu anhand möglichst kurzer Anfahrtswege zusammengestellt werden.

Fans von Lok Leipzig positionieren sich im März 2026 mit Transparenten zur Aufstiegsreform: „Die Zuschauerzahlen geben uns recht, ein fester Aufstiegsplatz für den Fußballosten und das Kompassmodell jetzt.“
Fans von Lok Leipzig positionieren sich im März 2026 mit Transparenten zur Aufstiegsreform: „Die Zuschauerzahlen geben uns recht, ein fester Aufstiegsplatz für den Fußballosten und das Kompassmodell jetzt.“Sebastian Räppold/Matthias Koch/Imago

Das alternative Regionen-Modell sieht vor, dass aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln entstehen, während West und Südwest in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. Diese Idee lehnte der Fußball-Osten ab.

Vier Regionalligen garantieren auch vier Aufsteiger

Zur Erinnerung: Künftig soll es vier statt wie bislang fünf Regionalligen geben. Damit wäre garantiert, dass am Ende auch alle Meister direkt in die Dritte Liga aufsteigen. Zurzeit gibt es fünf Regionalligen, aber nur vier Aufstiegsplätze – deshalb bleibt jedes Jahr mindestens ein Meister trotz Titel ohne Aufstieg. Nur die Sieger der Staffeln West und Südwest steigen fest auf (aufgrund ihrer Mitgliederzahl und der Konzentration an Vereinen). Die anderen müssen Entscheidungsspiele austragen. 

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Ist das sogenannte Kompass-Modell die beste Lösung für den Fußball-Osten? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com