3:1-Erfolg in Mainz

Eta, hurra! Union feiert historischen Sieg der Trainerin

Marie-Louise Eta hat ihren ersten Sieg als Bundesliga-Trainerin geholt. Im Mittelpunkt wollte sie nach dem historischen Moment aber nicht stehen.

Author - Nils Malzahn
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Marie-Louise Eta jubelt über ihren ersten Sieg als Bundesliga-Cheftrainerin.
Marie-Louise Eta jubelt über ihren ersten Sieg als Bundesliga-Cheftrainerin.Claus/HMB Media/IMAGO

Was für ein Abend, was für ein Spiel – und was für eine Premiere! Marie-Louise Eta hat mit dem 1. FC Union Berlin Geschichte geschrieben, beim 3:1 (1:0) in Mainz als erste Trainerin in der Bundesliga ein Spiel gewonnen. Hinterher blieb sie allerdings bescheiden und war darum bemüht, ihre eigene Person nicht in den Mittelpunkt zu stellen.

Eta hält sich im Hintergrund

Während die Profis nach Abpfiff wegen des einsetzenden Dauerregens klatschnass vor dem Gästeblock feierten, hielt sich Eta lieber im Hintergrund. Typisch. Große Bühne? Nicht ihr Ding. Dabei gehörte ihr dieser Abend ganz allein!

Zwei, die sich gut verstehen: Marie-Louise Eta (l.) hospitierte einst bei Urs Fischer.
Zwei, die sich gut verstehen: Marie-Louise Eta (l.) hospitierte einst bei Urs Fischer.wolfstone-photo/IMAGO

Noch nie zuvor hatte eine Frau ein Spiel in Deutschlands höchster Liga gewonnen. Nach zwei Niederlagen und einem Remis platzte jetzt endlich der Knoten. Andrej Ilic (38.), Oliver Burke (88.) und Josip Juranovic (90.+1) schossen die Eisernen zum ersten Bundesliga-Sieg seit Wochen. Ex-Union-Star Sheraldo Becker hatte für Mainz zwischenzeitlich ausgeglichen (48.). Eta jubelte, ballte die Faust, wurde von Spielern und Mitarbeitern geherzt. Bei den Feierlichkeiten hielt sie sich danach trotzdem in der zweiten Reihe auf.

Kontrastprogramm auf der anderen Seite: Ex-Union-Erfolgstrainer Urs Fischer war nach einem schwachen Auftritt seiner Mannschaft mächtig angefressen. „Ohne Intensität und Aggressivität“, schimpfte der Schweizer nach einer Darbietung, die vor allem vor der Pause kaum bundesligatauglich war. Der Spannungsabfall nach dem geschafften Klassenerhalt war spürbar.

Union zeigt endlich ein anderes Gesicht

Eta dagegen blieb cool, analysierte lieber nüchtern den Auftritt ihrer Elf. Union habe mutig gespielt, den Druck des Gegners nach der Pause „ausgehalten“ und dann in der Schlussphase eiskalt zugeschlagen.

Für die Berliner bedeutete der Sieg viel mehr als nur drei Punkte. Nach Monaten voller Chaos, Trainerwechsel und ideenlosem Fußball zeigte Union plötzlich wieder das Gesicht, das die Fans so lieben: kämpferisch, mutig, geschlossen! Und mit guten Ansätzen in der Offensive.

Christopher Trimmel (r.) sehnt mit Union das Saisonende herbei.
Christopher Trimmel (r.) sehnt mit Union das Saisonende herbei.Marc Schueler/IMAGO

Denn klar ist auch: Diese siebte Spielzeit in der Bundesliga war für die Köpenicker ein echter Kraftakt. Kapitän Christopher Trimmel brachte es ehrlich auf den Punkt: „Ich bin froh, dass die Saison jetzt zu Ende geht.“

Union-Fans werfen Tennisbälle

Doch selbst der Jubelabend hatte einen Nebenschauplatz: Die mitgereisten Union-Fans sorgten mit einer Tennisball-Aktion für eine Spielunterbrechung. Der Grund? Wut über die späte Sonntags-Anstoßzeit. Auf Bannern machten die Anhänger ihrem Ärger Luft: zu viele Sonntagsspiele, zu viele Reisekilometer – und zu wenig Rücksicht auf die Fans. Trotzdem bleibt am Ende dieses Abends vor allem eines hängen: Marie-Louise Eta hat Geschichte geschrieben!