Was für ein Abend, was für ein Spiel – und was für eine Premiere! Marie-Louise Eta hat mit dem 1. FC Union Berlin Geschichte geschrieben, beim 3:1 (1:0) in Mainz als erste Trainerin in der Bundesliga ein Spiel gewonnen. Hinterher blieb sie allerdings bescheiden und war darum bemüht, ihre eigene Person nicht in den Mittelpunkt zu stellen.
Eta hält sich im Hintergrund
Während die Profis nach Abpfiff wegen des einsetzenden Dauerregens klatschnass vor dem Gästeblock feierten, hielt sich Eta lieber im Hintergrund. Typisch. Große Bühne? Nicht ihr Ding. Dabei gehörte ihr dieser Abend ganz allein!

Noch nie zuvor hatte eine Frau ein Spiel in Deutschlands höchster Liga gewonnen. Nach zwei Niederlagen und einem Remis platzte jetzt endlich der Knoten. Andrej Ilic (38.), Oliver Burke (88.) und Josip Juranovic (90.+1) schossen die Eisernen zum ersten Bundesliga-Sieg seit Wochen. Ex-Union-Star Sheraldo Becker hatte für Mainz zwischenzeitlich ausgeglichen (48.). Eta jubelte, ballte die Faust, wurde von Spielern und Mitarbeitern geherzt. Bei den Feierlichkeiten hielt sie sich danach trotzdem in der zweiten Reihe auf.
Kontrastprogramm auf der anderen Seite: Ex-Union-Erfolgstrainer Urs Fischer war nach einem schwachen Auftritt seiner Mannschaft mächtig angefressen. „Ohne Intensität und Aggressivität“, schimpfte der Schweizer nach einer Darbietung, die vor allem vor der Pause kaum bundesligatauglich war. Der Spannungsabfall nach dem geschafften Klassenerhalt war spürbar.
Union zeigt endlich ein anderes Gesicht
Eta dagegen blieb cool, analysierte lieber nüchtern den Auftritt ihrer Elf. Union habe mutig gespielt, den Druck des Gegners nach der Pause „ausgehalten“ und dann in der Schlussphase eiskalt zugeschlagen.
Für die Berliner bedeutete der Sieg viel mehr als nur drei Punkte. Nach Monaten voller Chaos, Trainerwechsel und ideenlosem Fußball zeigte Union plötzlich wieder das Gesicht, das die Fans so lieben: kämpferisch, mutig, geschlossen! Und mit guten Ansätzen in der Offensive.

Denn klar ist auch: Diese siebte Spielzeit in der Bundesliga war für die Köpenicker ein echter Kraftakt. Kapitän Christopher Trimmel brachte es ehrlich auf den Punkt: „Ich bin froh, dass die Saison jetzt zu Ende geht.“



