Unglaubliche Premiere

Eta-Hammer in Mainz: Dieser Sieg des 1. FC Union schreibt Geschichte!

Marie-Louise Eta feiert als erste Frau auf dem Cheftrainer-Posten den Sieg in der Fußball-Bundesliga. Die Eisernen setzen sich in Mainz durch.

Author - Berliner KURIER
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Trainerin Marie-Louise Eta jubelt nach dem Sieg des 1. FC Union Berlin.
Trainerin Marie-Louise Eta jubelt nach dem Sieg des 1. FC Union Berlin.HMB Media/Claus/imago

Marie-Louise Eta riss nach ihrer historischen Premiere beide Arme nach oben, dann fiel sie Horst Heldt glückselig in die Arme. Die 34-Jährige feierte als erste Frau auf dem Cheftrainer-Posten in der Fußball-Bundesliga einen Sieg. Eta gewann mit dem 1. FC Union das Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 dank später Tore mit 3:1 (1:0) und holte im vierten Anlauf den ersten Dreier. Den Moment für die Geschichtsbücher genoss sie vor der Kurve mit der Mannschaft.

Der 1. FC Union jubelt für Marie-Louise Eta

„Sie hat es sich verdient. Den Sieg haben wir auch für sie geholt, weil sie einfach gute Arbeit leistet“, sagte Kapitän Christopher Trimmel bei DAZN: „Man sieht, dass wir uns die letzten Wochen gefangen haben.“ Beide Teams hatten sich bereits in der Vorwoche den Klassenerhalt gesichert, im Endspurt geht es nur noch um Kosmetik im Mittelfeld der Tabelle. „Es war im Allgemeinen zu wenig“, sagte der Mainzer Nadiem Amiri: „Aber wir haben es letzte Woche geschafft - und gut ist.“

Andrej Ilic (38.) und ein später Doppelschlag durch Oliver Burke (88.) und Josip Juranovic (90.+1) brachten die Berliner bis auf einen Punkt an die Rheinhessen heran, für die Sheraldo Becker (48.) zwischenzeitlich ausgeglichen hatte. Damit kämpfen beide Klubs noch mit dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag um Rang zehn. Für die Mainzer ist Union ein Angstgegner, in den zehn Duellen seit dem 6. Februar 2021 gelang kein einziger Sieg mehr.

Marie Louise Eta, Trainerin Union Berlin, mit Trainer Urs Fischer vom 1.FSV Mainz.
Marie Louise Eta, Trainerin Union Berlin, mit Trainer Urs Fischer vom 1.FSV Mainz.Frank Hoermann/imago

Für Eta war die Partie das Treffen mit dem alten Weggefährten, während der Ära Fischer hatte sie einst bei der Profimannschaft von Union Berlin hospitiert. „Deswegen freue ich mich, ihn am Wochenende wiederzusehen“, hatte sie im Vorfeld betont. Trotz aller Freundschaft sowie der geklärten Tabellenlage gehe es aber immer noch um das Sportliche - und dafür setzte sie in der Defensive erstmals überhaupt auf eine Vierer- statt eine Dreierkette.

1. FC Union blieb im Spiel die bessere Mannschaft

Doch diese war zunächst kaum gefordert, vielmehr zeigte sich Union offensiv. Der nach monatelanger Verletzungspause ins Mainzer Tor zurückgekehrte Robin Zentner parierte einen Kopfball von Ilic mit einem herausragenden Reflex (9.).

Auch in der Folge blieben die Köpenicker in einer zerfahrenen Partie die etwas bessere Mannschaft, zwingend wurde es im letzten Drittel jedoch nur selten. Es brauchte eine kurz ausgeführte Ecke zur Führung, Ilic nickte eine Flanke von Aljoscha Kemlein ein.

Die einzige Mainzer Chance in Durchgang eins hatte Kaishu Sano mit einer Einzelaktion kurz vor dem Pausenpfiff (45.+10). Dies war das Signal für deutlich mehr Angriffslust in Halbzeit zwei, der Ex-Unioner Becker versenkte mit links eine Flanke von Paul Nebel aus der Luft. Auch danach blieb die Fischer-Elf am Drücker, erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Bei einem der wenigen Konter scheiterte Ilic an der Latte (84.). Kurz danach trafen Burke und Juranovic. (SID)