Live-Schalten zur Reeperbahn, an die Landungsbrücken und ein Feuerwerk über der Elbe: Erstmals fand die ZDF-Silvestershow nicht am Brandenburger Tor in Berlin, sondern im Hamburger Hafen statt. Doch Hamburg konnte tatsächlich nicht mit den Silvesterpartys in Berlin mithalten.
Monatelanger Streit um Berliner Silvesterfeiern
In Berlin war der Jahreswechsel zuvor monatelang ein Politikum. Die traditionelle Großparty am Brandenburger Tor wurde im August abgesagt, nachdem der Senat die Fördermittel gestrichen hatte. Nach zähem Ringen blieb am Ende eine städtische Tanzparty am Brandenburger Tor sowie eine separate Party-Demo an der Siegessäule übrig. Die traditionelle ZDF-Silvestershow zog derweil komplett um – auf eine schwimmende Bühne auf der Elbe, vor dem neuen Westfield-Einkaufszentrum. Punkt Mitternacht explodierte ein aufwendig inszeniertes Feuerwerk, abgefeuert von Schleppern hinter der Bühne.
Miese TV-Quoten für ZDF-Silvestershow
Doch bei allem großen Aufwand – der große Wurf blieb offenbar aus. Schon die TV-Quoten sprechen eine deutliche Sprache. Während in den vergangenen Jahren teils mehr als drei Millionen Menschen die Berliner Silvestershow einschalteten, erreichte das Moderatoren-Duo Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner mit „Willkommen 2026“ aus Hamburg im Schnitt nur noch 2,47 Millionen Zuschauer. Ein neuer Tiefstwert. Zum Vergleich: Die ARD punktete zeitgleich mit dem „Silvester-Schlagerboom 2026 live“, den 4,55 Millionen Menschen verfolgten. Dabei hatten sich die Macher vom Standortwechsel eigentlich frischen Wind und neue Zielgruppen versprochen.

Zuschauer mussten erstmals Tickets kaufen
Auch vor Ort blieb die Resonanz überschaubar. Rund 9000 Besucher kamen an den Hamburger Chicagokai, möglich gewesen wären bis zu 12.000. In Berlin drängten sich in früheren Jahren regelmäßig mehr als 100.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung: der Eintrittspreis. Während in Berlin kostenlos gefeiert wurde, mussten Zuschauer in Hamburg erstmals Tickets kaufen – für stolze 49 Euro!


