Er steht seit über fünf Jahrzehnten vor der Kamera, ist ein bekanntes Gesicht aus Serien wie „Die Kanzlei“ in der ARD – und trotzdem kann Herbert Knaup keinen sorglosen Ruhestand genießen. Der Schauspieler blickt kurz vor seinem 70. Geburtstag überraschend nüchtern auf seine finanzielle Lage im Alter – und kritisiert das deutsche Rentensystem scharf.
„Das Rentensystem ist extrem, es gibt keine guten Renten“, sagt der 69-Jährige im Interview mit dem Nachrichtenportal „t-online“ ganz offen. „Darum muss man fürs Alter selbst finanziell vorsorgen“, so Knaup weiter. Er bezieht jetzt Rente. Doch was er über Jahrzehnte eingezahlt habe, stehe in keinem Verhältnis zu dem, was nun zurückkomme. „Was ich in die Rente eingezahlt habe, das kriege ich nie raus.“

Knaup kritisiert den Sozialstaat scharf
Würde er die Summe nennen, „würde man beim Vergleich zu dem, was mir über 50 Jahre abgezogen wurde, hintenüberfallen“. Sein Fazit fällt entsprechend bitter aus: „Das ist der Sozialstaat, ich habe so viel eingezahlt, aber von der Rente kann ich nicht leben.“
Weil er privat vorsorgte, ist Knaup jedoch nicht in finanzieller Not. Möglich gewesen sei das aber nur, weil er in seinem Beruf auch sehr gute Jahre hatte, räumt der TV-Star ein. Und Rollen heimst er bereits seit Jahrzehnten ohne Pause ein. Heute arbeitet der Schauspieler, der seit 25 Jahren in Berlin lebt, unabhängig von der Rente weiter – nicht zuletzt, um sich ein Stück Unabhängigkeit zu bewahren.



