Die Geschichte der Familie Ritter – sie ist eines der fragwürdigsten Phänomene der deutschen TV-Geschichte. Im Jahr 1994 schaffte es die Familie aus Köthen in Sachsen-Anhalt zu zweifelhafter Berühmtheit. Familienoberhaupt Karin Ritter fiel mit Fremdenhass auf, ihre Söhne waren schon als Kinder gewalttätig. Die als Nazi-Oma bekannte Karin Ritter musste sogar selbst um ihr Leben fürchten – denn ihre eigenen Söhne bedrohten sie mit dem Tod!
Familie Ritter rückt am Mittwoch wieder ins Rampenlicht
Am Mittwoch rückt die Familie Ritter aus Köthen ein weiteres Mal ins Rampenlicht. Bei RTL läuft der inzwischen vierte Teil einer großen Doku, die zum 30-Jahre-Jubiläum der Sendungen über Familie Ritter aus Köthen entstand. Schon in den vergangenen Wochen waren hier die heftigsten Momente aus der Geschichte der Serie zu sehen, darunter die ersten Begegnungen des Kamerateams mit Familie Ritter.
Die Söhne machten schon im Kindesalter mit ihren Gewalt-Eskapaden auf sich aufmerksam, schlugen etwa die Wohnung einer Nachbarin kurz und klein. Norman Ritter gab im Gespräch mit den Reportern an, er wolle die Nachbarin „totmachen“, sollte sie noch einmal nach Hause zurückkommen. Er war es auch, der verriet, er wolle später Skinhead werden – er bewunderte schon als Kind die schwarzen Uniformen der Rechtsradikalen, die bei Familie Ritter ein und aus gingen, und ihre Baseballschläger.

Doch nicht einmal die eigene Mutter war vor ihren Söhnen sicher. Auch Karin Ritter musste zeitweise um ihr Leben fürchten. Sie sendete einen Hilferuf an das Team von „Stern TV“, zeigt einer der Filme aus der Ritter-Serie. Sie habe Morddrohungen von ihren Söhnen bekommen – Sohn Christopher habe sie beispielsweise aus dem Fenster werfen wollen. Sie hätten außerdem ihre Tür kaputtgemacht. Bei einer anderen Gelegenheit stand Sohn Norman auf der Straße, schmiss eine Bierflasche ins Fenster von Karin Ritter. „Das geht jetzt schon sechs Wochen“, sagte Karin Ritter im Interview.
Karin Ritter traute sich nicht, die Wohnung zu verlassen
Auch Familienmitglied Jasmin packte in der Doku aus, warf ihren Onkeln Norman und Christopher vor, sie angegriffen zu haben. Die Folge: Karin Ritter und Jasmin trauten sich kaum, ihre Wohnung zu verlassen. Nicht einmal mit dem Kamerateam wollte die Nazi-Oma zum Supermarkt gehen. „Da habe ich Angst, dass die hier noch herkommen und Randale machen.“ Der Ärger von Karin Ritter: Er zeigte sich auch in Äußerungen. „Ich hasse meine Jungs, ich verfluche sie, alle zwei.“

Norman und Christopher Ritter seien nicht mehr ihre Kinder, stellte sie klar. Und auch von den Söhnen: kein Entgegenkommen. „Ich mache ihr einen Strick um den Hals und schmeiße sie aus dem Fenster“, sagte Christopher Ritter. Karin Ritter sei seine Erzeugerin, nicht aber seine Mutter. Wenn sie so weitermache, falle sie vielleicht mal die Treppe runter. „Das ist mir scheißegal“, sagte Christopher zu den Reportern.
Nicht nur Karin Ritter fürchtete sich vor den Söhnen. Auch ihr Enkel David Ritter berichtete, er habe seinen Onkeln gebrochene Rippen und blaue Flecken zu verdanken gehabt.
Karin Ritter soll ihre Söhne auf Raubzug geschickt haben
Besonders bitter: Karin Ritter soll diejenige gewesen sein, die ihre Söhne erst zu Kriminellen machte. Denn laut den krassen Aussagen einer Freundin, mit der sie jahrelang Kontakt hatte, schickte die Nazi-Oma aus Köthen ihre Kinder selbst los, um Straftaten zu begehen.
„Von klein an sind sie auf Raubtour gegangen. Wie die Mutter es verlangt hat“, sagte die Frau in einem Interview. Vor allem bei Senioren und anderen Kindern hätten die Söhne von Karin Ritter geklaut, sogar auf Bestellung. „Karin hat die Anrufe bekommen, sozusagen Bestellungen, und hat sie an die Jungs weitergegeben.“
Inzwischen sind viele Mitglieder der Familie nicht mehr da – auch Karin Ritter selbst ist tot. Sie starb am 30. Januar 2021, vermutlich an Lungenkrebs. Außerdem soll sie mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Ihr Sohn Norman Ritter hatte Herzschwäche und nach jahrelangem Alkoholkonsum Probleme mit der Leber. Wie seine Mutter wollte er nicht im Krankenhaus behandelt werden, starb 2025 im Alter von 40 Jahren. Christopher Ritter ist der jüngste Sohn von Karin Ritter, er verbüßte laut Berichten zuletzt eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Burg.




