Familie Ritter aus Köthen war und ist die wohl am meisten umstrittene TV-Familie Deutschlands – über Jahrzehnte haben Reporter von Stern TV die Familie in ihrem Alltag begleitet. Familienoberhaupt Karin Ritter wurde als Nazi-Oma bekannt, ist inzwischen seit Jahren tot, ihren Söhnen impfte sie rechtes Gedankengut ein. Aber: Wie böse war sie wirklich? Schon unmittelbar nach ihrem Tod packte eine Freundin von Karin Ritter aus.
Nazi-Oma Karin Ritter ist noch immer ein Phänomen
Noch Jahre nach dem Tod von Karin Ritter erinnern sich viele an die Nazi-Oma aus Köthen – was auch daran liegt, dass die Dokumentationen über Familie Ritter nicht nur im Netz ein Hit sind. Bei RTL läuft am Mittwoch ein weiterer Teil der großen Doku „30 Jahre Familie Ritter“ – dieses Mal geht es um die Nachkommen der Familie und ihr heutiges Leben.
Der zweifelhafte Star der Familie bleibt aber Karin Ritter aus Köthen, die mit Sprüchen wie „Raus mit die Viecher“ gegen Ausländer hetzte – und ihren Söhnen das brutale rechte Gedankengut seit der frühen Kindheit einimpfte. Norman etwa, einer der Sprösslinge von Karin Ritter, gab im Interview mit den Reportern von Stern TV schon Anfang der 90er-Jahre an, dass er später Skinhead werden wolle. Einen Traum, den er sich im Erwachsenenalter erfüllte.

Doch wie war Karin Ritter wirklich? Darüber wird noch heute diskutiert. War sie böse – und was trieb sie an? Aufschluss darüber geben auch Aussagen einer engen Freundin, die sich schon nach dem Tod Ritters über sie äußerte. Und ihr vorwarf, ihre Kinder selbst zu Straftätern gemacht zu haben. „Von klein an sind sie auf Raubtour gegangen. Wie die Mutter es verlangt hat“, sagte die Frau in einem Interview. Vor allem bei Senioren und anderen Kindern hätten die Söhne von Karin Ritter geklaut.
Machte Karin Ritter ihre Kinder zu Kriminellen?
Und was passierte mit dem Diebesgut? Der Vorwurf ist hart: Karin Ritter habe die Beute verkauft! „Karin hat die Anrufe bekommen, sozusagen Bestellungen, und hat sie an die Jungs weitergegeben“, berichtete sie. Die Zustände müssen so schlimm gewesen sein, dass selbst sie als Freundin Karin Ritter und ihren Söhnen nicht zu nah kommen wollte. So habe Karin Ritter lange erfolglos nach einer Wohnung gesucht, aber nur Absagen bekommen. Dann habe sie ihre Freundin gefragt, ob sie bei ihr im Haus wohnen könne.

Doch sie moderierte das ab. „Da habe ich meine Vermieterin gewarnt und gesagt: Wenn wir die drin haben, dann haben wir die Kinder mit hier. Und dann haben wir die Hölle auf Erden.“ Aussagen, die zeigen, für wie gefährlich die Freundin Karin Ritter und ihre Söhne hielt.
Immerhin: In den ersten Dokus von Stern TV war auch zu sehen, wie die Söhne mit Holzknüppeln die Wohnung einer Nachbarin in dem Haus, in dem die Familie damals lebte, kurz und klein schlugen. Wie sie die Nachbarn bedrohten. Und wie Norman Ritter sogar ankündigte, er wolle die Nachbarin „totmachen“, sollte sie zurückkehren. Die Freundin von Karin Ritter zeigte sich überzeugt, dass die Nazi-Oma ihre Kinder auch dazu aufstachelte. „Die hat die Kinder aufgehetzt“, sagte sie.
Enkelsohn nimmt Karin Ritter aus Köthen in Schutz
Doch es gibt auch andere Meinungen über Karin Ritter aus Köthen. „Aus meiner Sicht hat sie alles gut gemacht. So gut es geht hat sie mich versucht zu schützen“, sagte etwa David Ritter, einer der Enkel von Karin Ritter, in einem Interview mit Stern TV. „Für mich war das auf jeden Fall die beste Oma – auch wenn sie manchmal komisch war.“ Sie habe unter anderem dafür gesorgt, dass er schon als kleiner Junge Markenklamotten in der Schule tragen konnte – und dass er sich über ein kindgerechtes Zimmer mit Spielekonsole freuen konnte. Aussagen, die im Licht der Berichte von Karin Ritters Freundin in einem ganz besonderen Licht stehen.




