Nicht jeder fühlt sich überall Zuhause, aber bei dem Begriff Heimat bekommt jeder ein Gefühl, einen Gedanken oder ein Bild vor Augen. Heimat kann ein Ort sein, ein Gefühl von Geborgenheit oder eine Sehnsucht in die Vergangenheit, als man noch ein Kind war. Jeder verbindet damit etwas anderes. Doch was empfinden Promis, wenn sie an Heimat denken?
Der KURIER will es wissen und hat bei Ost- und West-Prominenz nachgefragt: Was ist für sie Heimat? Wonach schmeckt und riecht sie? Und wie wichtig ist ihnen Heimat? Denn auch wenn uns das Zuhause nicht verbindet, so weiß jeder von uns, wo seine Heimat ist.
Axel Schulz
DDR-Box-Legende Axel Schulz (57) lebt seit seinem 13. Lebensjahr in Frankfurt (Oder) und fühlt sich mit der Stadt eng verbunden. Er schwärmt: „Heimat ist, wo man sich wohlfühlt, wo man sein kann, wie man ist, wo man sich auskennt und sich geborgen fühlt.“

Und wie riecht und schmeckt sie? „Wie auf dem Dorf, also so Landleben. Und das ist etwas Vertrautes, was man in der Stadt nicht kriegt. Meine Heimat ist in Frankfurt (Oder) und das ist immer wieder ein Nach-Hause-Kommen, wenn ich gerade unterwegs bin. Da ist kein Trubel, da sind Freunde und es ist vertraut.“ Für Axel Schulz ist Heimat das Wichtigste überhaupt. „Weil das ein Ruhepol ist, wo man sich geborgen, wohl und auch sicher fühlt.“
Simone Thomalla
Schauspielerin Simone Thomalla (61) definiert den Begriff anders. Für sie ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl. Thomalla zum KURIER: „Heimat ist ein Ort, wo man so sein kann, wie man ist, wo man sich nicht verstellt, ein warmes Gefühl im Bauch hat, man in Ruhe schläft und wo Menschen sind, die man liebt. Und das kann an jedem Ort der Welt sein.“

Und weiter sagt die Schauspielerin: „Für mich ist Heimat nicht eine Stadt. Die DDR ist schon auch ein Stück Heimat, weil die einen geprägt hat.“
Christoph Maria Herbst
Film- und Fernsehstar Christoph Maria Herbst (60, seine neue Folge von „Merz gegen Merz“ ist ab dem 14. Mai in der ZDF Mediathek und am 21. Mai im TV zu sehen) geht philosophischer an die Frage, was für ihn Heimat ist, heran.
Herbst: „Heimat ist da, wo die Wiege steht. Es gibt diesen schönen lateinischen Satz: ‚Ubi bene, ibi patria‘. Da, wo es mir gut geht, dort ist meine Heimat. Das ist eine Mischung aus allem. Udo Lindenberg hat immer gesagt: ‚Da, wo mein Hut hängt, da bin ich zu Hause.‘ Ich bin ja eh qua meines Berufs schon ein Entwurzelter.“

Für den Kölner schmeckt der Begriff nach „Pfannkuchen mit frischem Salat und der muss dann reingerollt werden.“ Im Gegensatz zu Axel Schulz ist Heimat nicht das Wichtigste für Christoph Maria Herbst. Für ihn zählt: „Ich glaube, man muss eine innere Heimat haben, man muss bei sich selbst angekommen sein. Von dem Äußeren würde ich mich da gar nicht so sehr in eine Abhängigkeit begeben.“
Inka Bause
Für Moderatorin Inka Bause (57) hat der Begriff eine enge Verbundenheit mit ihrer Familie. „Heimat ist für mich ein seelisches und inneres Nach-Hause-Kommen. Was nützt mir eine schöne Stadt, ein Haus, wenn meine liebsten Menschen nicht in innerer Nähe sind“, so Bause.

Für den „Bauer sucht Frau“-Star riecht sie nach frisch gekochtem Essen, selbstgebackenem Kuchen, frisch gemähtem Rasen und Hunden“. Und wonach schmeckt sie? „Nach einem Kuss für oder von einem Herzensmenschen“, sagt Bause liebevoll. Weiter sagt sie: „Meine Heimat ist zuallererst in mir. Ich bin mein Zuhause, in dem ich mich wohlfühlen muss, das ich pflege, sauber halte und immer mehr auch renoviere. Danach ist es immer dort, wo ein Tisch steht, an dem meine Tochter, meine Familie und Freunde sitzen.“
Wie wichtig ist Heimat für die Moderatorin? „Unendlich. Hat man sie nicht im Physischen oder Seelischen, ist man verloren und hat keinen Anker. Dann treibt man dahin. Ein trauriger Gedanke. Doch das Schöne: Heimat kann man jeden Tag finden, egal wie alt man ist. Man muss sie nur finden wollen.“
Natascha Ochsenknecht
Model Natascha Ochsenknecht (61) verbindet gleich drei Orte mit dem Wort Heimat. „Heimat ist da, wo mein Herz zu Hause ist und das ist in dem Fall Berlin. Das ist für mich Heimat. Auf meinem Sofa zu liegen, in meinem Garten zu sitzen oder in meinem Bett zu liegen. Heimat ist meine Wohnung. Ich habe eine Brezel auf dem Handgelenk tätowiert. Das war Jimis Idee, eine Mutter-Sohn-Brezel, aus Liebe zu München. Da sind meine Kinder geboren. Ich bin in Düsseldorf geboren. Heimat ist einfach eine Umarmung. Wenn ich in Berlin, München oder bei uns auf dem Dorf bin, fühle ich mich umarmt und beschützt.“



