Satire für junge Leute

Wie Maren Kroymann auf die verrückte Idee kam, Realitystar zu werden

Maren Kroymann begeistert in „Kroymann“ mit einer Satire über Reality-TV und ihrer humorvollen Annäherung an echte Realitystars.

Author - Julia Nothacker
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Maren Kroymann hat mit ihrer Serie „Kroymann“ und dem Thema Reality-TV eine jüngere Zielgruppe erreicht.
Maren Kroymann hat mit ihrer Serie „Kroymann“ und dem Thema Reality-TV eine jüngere Zielgruppe erreicht.Eventpress Kochan/Imago

Dass sich Maren Kroymann, die Grande Dame des deutschen Kabaretts, in ihrer preisgekrönten Satire-Show „Kroymann“ ausgerechnet dem Thema Reality-TV widmen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet. Wie es dazu kam, erzählt uns Maren Kroymann auf der ARD Blue Hour im Interview.

Maren Kroymann mischt mit Realitystars die TV-Welt auf

Die Social-Media-User staunten nicht schlecht, als sie im vergangenen Jahr plötzlich Natascha Ochsenknecht und Filip Pavlović in der siebten Staffel „Kroymann“ dabei zusahen, wie sie sich alle Mühe gaben, die Schauspielerin Maren Kroymann zum Realitystar zu machen.

Ja, richtig – die Frau, die Grimme-Preis, Bundesverdienstkreuz und jahrzehntelange Kabarettkultur auf dem Konto hat, taucht ein in die bunte, schrille Welt von Followern, Dschungelprüfungen und Bachelor-Rosen. Denn wer sich heute im TV behaupten will, muss auch mal Trash können, so die ironische Prämisse.

„Wir haben unser Publikum, das auch ganz toll ist, wir hatten aber das Gefühl, dass wir mal neue Publikumskreise erreichen müssen. Damit man nicht immer nur in der Bubble bleibt“, erklärt Maren Kroymann die Idee, in ihrer Serie plötzlich Realitystar werden zu wollen. „Dann haben wir überlegt, wer hat eigentlich die meisten Zuschauer, und das ist natürlich Reality. Und da haben wir uns gedacht, jetzt mischen wir mal die völlig inkompatiblen Sphären ‚Kroymann‘ und Reality-TV zusammen. Die ironische Distanz war zwar dabei, sie wurde aber von einer großen Wertschätzung getragen.“

Neue Erfahrungen mit Realitystars begeistern Maren Kroymann

Besonders gefallen hat Maren Kroymann die Zusammenarbeit mit den echten Realitystars. „Ich hatte Lust, mal mit anderen Menschen zu spielen als sonst. Das war eine neue Erfahrung! Das war eine andere Art zu spielen, da musste ich mich ein bisschen umstellen, und das hat großen Spaß gemacht. Unsere Realitystars bei ‚Kroymann‘ sind ganz gut angekommen und haben auch noch mal einen kleinen Karriereschub bekommen. Viele Leute haben Natascha Ochsenknecht sehr gelobt. Auch Filip Pavlović war so toll!“, schwärmt Maren Kroymann.

In den vier neuen Folgen „Kroymann“ begibt sich die Schauspielerin auf eine wahnwitzige „Road to Reality“ als angehender Realitystar!
In den vier neuen Folgen „Kroymann“ begibt sich die Schauspielerin auf eine wahnwitzige „Road to Reality“ als angehender Realitystar!Ben Knabe/ARD Degeto Film

Sie selbst würde aber wohl niemals an einem echten Reality-Format teilnehmen, sagt Maren Kroymann. Das muss sie auch gar nicht, der Erfolg ihrer Satire-Serie reißt nicht ab. Außerdem hat Maren Kroymann etwas erreicht, was sonst niemand schafft. Sie wurde quasi Realitystar, ohne jemals selbst an einem Format teilgenommen zu haben.

Respekt vor den Leistungen der Realitystars hat Maren Kroymann trotzdem jede Menge. „Das ist sehr weit weg von mir, aber ich habe mich da reingearbeitet. Ich habe auch großen Respekt für die Kollegen. Es ist nicht so, dass man nichts können muss. Man muss etwas anderes können. Die Realitystars müssen ihre Persönlichkeit reinschmeißen. Hut ab dafür!“