Oliver Pocher wurde öffentlich geohrfeigt und will das nicht auf sich sitzen lassen. dpa/Ole Spata

Lange war es um Oliver Pocher ungewöhnlich ruhig gewesen, nachdem er am Samstag am Rande eines Boxkampfes vom Tiktoker Fat Comedy eine Ohrfeige kassierte. Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass Oliver Pocher Anzeige erstattet habe, meldete sich der 44-Jähirge nun selbst zu Wort und dabei wird ziemlich deutlich: Nicht nur seine Wange, sondern auch sein Ego wurde getroffen. Und nun sinnt Pocher auf Rache!

Oliver Pocher: Nach Ohrfeige kann er Frequenzbereiche nicht mehr hören

Zunächst einmal äußerte sich Oliver Pocher aber zu seinem Gesundheitszustand, denn bereits Fotos vom Ring ließen vermuten, diese Ohrfeige war nicht nur ein Klaps. Ein großer roter Fleck zierte die Wange des Komikers, der nun klarstellt: Er hat Ohrschäden von dem Angriff davongetragen. „Ich kann gewisse Frequenzbereiche nicht mehr hören“, erklärt Pocher und sagt, dass er deswegen auch in ärztlicher Behandlung sei. Noch könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich nicht um einen irreparablen Ohrschaden halte.

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Die linke Gesichtshälfte von Oliver Pocher war knallrot nach dem Angriff am Sonnabend. imago/kolbert-press/Jan Brüggemann

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Nachdem Pocher die Ohrfeige als „feige, hinterhältig, arglistig“ bezeichnete, mit Deutschrap als Musikrichtung, dem Anti-Mobbing-Aktivisten Carsten Stahl und auch der Boxveranstaltung selbst hart ins Gericht ging, wandte er sich direkt an Fat Comedy. Der hatte nämlich über die Bild-Zeitung ein Gespräch mit Pocher angeboten. Und das wolle Pocher auch annehmen. Allerdings werde das „an einem langen Tisch“ und mit „Richter und Staatsanwalt“ stattfinden, sagte der Komiker und bestätigte damit die Berichte über seine Anzeige.

Oliver Pocher holt zum Gegenschlag gegen Fat Comedy aus

Doch bei einer Anzeige solle es nicht bleiben. Pocher kündigte an, dass er in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten einige Zeit darauf verwenden werde, Fat Comedy zu zerstören. So sprach er von der Ohrfeige als Kapitalverbrechen (laut Duden beschreibt das Wort allerdings Mord und schweren Raub) und kündigte vielsagend an: So'n Boxkampf ist nicht nur ein Schlag, sondern der geht über mehrere Runden. Und am Ende werden wir einfach mal schauen. Denn das wird noch ne ganz unangenehme Veranstaltung.

Und Pocher erklärt in dem Video auch gleich, was ihm so vorschwebt: Pocher und seine Anwälte würden daran arbeiten, „alle Social Media Kanäle (von Fat Comedy, Anm. d. Red.) dauerhaft abzuschalten“. Zudem rief er all seine Fans dazu auf, Fat Comedy auf allen Social Media-Plattformen zu melden. Zudem werde es „eine Rechnung geben, die wird ordentlich sein.“

Oliver Pocher will ein Exempel statuieren

Dass neben Pochers Ohr auch Pochers Ego getroffen wurde, wird deutlich, als er sich noch einmal zu den juristischen Folgen des Angriffs äußert. Er hoffe „auf eine maximale Strafe mit abschreckender Wirkung“, so Pocher, der auch immer wieder von einem Präzedenzfall in Sachen „Happy Slapping“ spricht. „Happy Slapping“ bezeichnet bereits seit vielen Jahren das Verbreiten von Videos, die zeigen, wie Menschen geschlagen werden, um diese zu demütigen.

Von einem Präzedenzfall kann hier also wohl nicht die Rede sein. Sicher ist aber: Wenn Oliver Pocher sich an etwas festgebissen hat, wird er nicht aufgeben, bis er bekommt, was er will. Die Beweise für eine Verurteilung hat Fat Comedy mit dem Video seines tätlichen Angriffs selbst geliefert, ob das von Oliver Pocher geforderte Exempel statuiert wird, liegt allerdings nicht in seinen Händen, sondern in denen der Justiz.

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Es dürfte dennoch ein ungleicher Kampf werden: Schließlich hat Pocher nach vielen Jahren im Showgeschäft und mit vielen Kontakten sicherlich gute Anwälte auf seiner Seite, zum anderen hat Fat Comedy eine sichtbare Migrationsgeschichte. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich das vor einem deutschen Gericht nachteilig auswirkt, wie eine Studie von Forschern des Leibnitz-Instituts für Sozialwissenschaften vor einigen Jahren zeigte.