Verwandte wollen abkassieren

Erbstreit um Karl Lagerfelds Geld – nur seine Katze hat ausgesorgt

Lagerfelds Millionen-Erbe sorgt für Wirbel. Seine bisherigen Erben bangen, die Nichten und Neffen hoffen. Nur Choupette ist sicher.

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Karl Lagerfeld (†85) war eine Ikone in der Modewelt.
Karl Lagerfeld (†85) war eine Ikone in der Modewelt.OLIVIER BORDE/imago/BESTIMAGE

Sein letzter Wille war klar und könnte nun untergraben werden. Modekönig Karl Lagerfeld (†85) hat drei Jahre vor seinem Tod (2019) sein Testament aufgesetzt. Darin hatte er allerdings nicht seine Nichten und Neffen bedacht. Doch die könnten sich bald über eine große Erbsumme erfreuen.

Nur Lagerfelds Katze Choupette ist abgesichert

Karl Lagerfelds große Liebe war bis zu seinem Tod die Mode. Der Designer starb am 19. Februar 2019 unverheiratet und kinderlos. Um seinen rund 200 Millionen Euro schweren Nachlass hat sich Lagerfeld besonders Gedanken gemacht. So hat er, allen voran, seine heißgeliebte Katze Choupette abgesichert – schon zu seinen Lebzeiten.

Er überließ seiner ehemaligen Hausdame Françoise Caçote (53) ein Haus und finanzielle Mittel, damit sie seine Katze seit 2019 weiter luxuriös betreuen kann.

Karl Lagerfeld im Februar 2015 bei seiner Vernissage „Corsa Karl und Choupette“ in Italien.
Karl Lagerfeld im Februar 2015 bei seiner Vernissage „Corsa Karl und Choupette“ in Italien.Lana Yassi/VISTAPRESS/imago

Zu seinen wichtigsten Erben zählen laut Testament sein Patenkind Hudson Kroenig (17), die Models Brad Kroenig (46) und Baptiste Giabiconi (36) sowie sein langjähriger Assistent Sébastien Jondeau (50).

Nun sollen, wie Bunte berichtet, die Kinder von Lagerfelds verstorbenen Schwestern ein Schreiben vom Nachlassverwalter Christian Boisson erhalten haben. Darin soll stehen: „Die Auslegung dieses Testaments wird jedoch angefochten. Derzeit sind die Rechte der Erben daher ungewiss.“

Wer das Testament angefochten haben soll, ist bislang nicht bekannt. Ein Testament kann in Frankreich und Monaco gerichtlich für unwirksam erklärt werden, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung nicht testierfähig war – etwa aufgrund einer Demenzerkrankung. In diesem Fall gilt das Testament rechtlich als von Anfang an nicht existent.

Karl Lagerfeld mit seinem Patensohn Hudson im Dezember 2017. Hudson ist einer der Haupterben.
Karl Lagerfeld mit seinem Patensohn Hudson im Dezember 2017. Hudson ist einer der Haupterben.imago

Erbausschüttung liegt schon länger auf Eis

Die angebliche Anfechtung des Testaments lässt die eingesetzten Erben nicht zum ersten Mal zittern. Derzeit liegt die Ausschüttung wegen eines Steuerstreits mit dem französischen Fiskus auf Eis. Laut des Luxus-Newsletters Glitz.paris, verlangt das Finanzamt Steuernachzahlungen zwischen 20 und 40 Millionen Euro. Die Behörde geht davon aus, dass Lagerfeld seinen Lebensmittelpunkt in Paris hatte – und nicht in Monaco, wo für die meisten Einwohner keine Einkommensteuer anfällt.

Frédéric Heurté, Mitarbeiter des Nachlassverwalters Christian Boisson, sagte zur Bild-Zeitung: „Wir unterliegen der Schweigepflicht. Somit darf ich nichts kommentieren, was den Nachlass von Karl Lagerfeld betrifft.“