Dieses alte Schloss soll bei „Bares für Rares“ den Besitzer wechseln. ZDF

Wow! Was für ein Aufreger in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Wie oft hat das Format schon mit seinen beeindruckenden Expertisen für Aufregung gesorgt?! Mit Fachmännern und -frauen, die die teils außergewöhnlichen Objekte punktgenau einordnen und beschreiben können. Doch nicht so bei diesem alten Eisen-Schloss. Das sorgt für einen handfesten Eklat. Denn die Händler sind sich einig: Was der Experte erzählt hat, ist Quatsch!

Das Mitbringsel von Sabrina Strucken und Axel Heß ist definitiv sehr alt. Es stammt vom Dachboden seines Vaters. Mehr wissen die Kandidaten aber nicht über das Schloss. Fragen haben sie viele: Wo kommt es her? Wie alt ist es? War es vielleicht einmal in einem Tor verbaut? Um Fragen wie diese zu klären, gibt es bei „Bares für Rares“ den Experten-Tisch.

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„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Golz schätzt das Schloss auf ein Alter von 500 Jahren. ZDF

Diesmal steht Rede und Antwort: Colmar Schulte-Golz. „Es ist handgeschmiedet. Was denkst du, wie alt das ist?“, fragt der schon bei der Begrüßung Moderator Horst Lichter. Eine Frage, die noch für viel Aufregung sorgen soll. Aber der Reihe nach …

„Bares für Rares“-Experte mit einer beeindruckenden Expertise – doch stimmt die?

„Was Sie mitgebracht haben, ist ein sehr besonderes, schönes Kammerschloss. Es ist ein sogenanntes offenes Schloss, es gibt keine Blenden, die die Mechanik verbergen. Für mich ist beeindruckend, dass das Ganze eine geschmiedete Schlossplatte hat, dass alle Verzierungen noch da sind und dass es funktionstüchtig ist“, erklärt der Fachmann und führt das Türschloss vor. Mit dabei ist auch ein Dornschlüssel mit Fingerring. „Das ist schon bemerkenswert.“

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Es handle sich um ein echtes Sammlerstück. Man könne es aufgrund seiner Mechanik und Machart einer bestimmten Zeit zuordnen: „Vor allem der äußere Abschluss der Platte deutet darauf hin, dass es sich um ein gotisches Schloss handelt. Das heißt, dieses Schloss ist in der Zeit um ca. 1500 entstanden“, meint der „Bares für Rares“-Experte. Wow! Was für ein stolzes Alter. Das überrascht nicht nur Horst Lichter. Auch die Kandidaten sind total baff.

Das Schloss, das bei „Bares für Rares“ zum Verkauf steht, funktioniert noch einwandfrei. ZDF

Es gab zu dieser Zeit ein Zentrum für Schlosser und spezialisierte Gewerke in Nürnberg – dorthin lokalisiert Colmar Schulte-Golz das Schloss. „Denn es ist wirklich eine große Leistung, solche Schlösser überhaupt herstellen zu können.“

Während Horst Lichter noch immer über das angegebene Alter staunt, nennen Sabrina Strucken und Axel Heß ihren Wunschpreis: „So 50 Euro? Dann trinken wir einen Äppelwein“, sagt sie. Und ahnt schon, dass das nach dieser Expertise vielleicht sogar mehr werden könnte.

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„Wenn man sich mit Schlössern eingehend beschäftigt, stellt man schnell fest, dass es da einen Sammlerkreis gibt. Aber es werden auch viele angeboten. Und tatsächlich sind die Preise nicht so astronomisch hoch, wie man aufgrund des Alters danken könnte. Dieses Schloss ist mit einer Expertise von 250 bis 300 Euro zu bewerten“, urteilt der Fachmann.

Doch er hat die Rechnung ohne die Händler gemacht.

„Bares für Rares“-Händler widersprechen der Expertise

Die Begrüßen die Kandidaten wie immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. „Habt ihr jetzt neue Schließzylinder zu Hause“, scherzt Walter „Waldi“ Lehnertz. Doch Wolfgang Pauritsch stellt sofort die entscheidende Frage: „Wie alt ist denn euer Schloss?“

Doch die Antwort stellt die „Bares für Rares“-Händler alles andere als zufrieden. „Woran hat der Experte das denn festgelegt, dass das um 1500 entstanden ist?“, hakt Walter „Waldi“ Lehnertz nach. Fabian Kahl packt die Handschuhe aus und begutachtet das Objekt noch einmal genau.

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„Da hätte ich jetzt drauf gewettet, dass das nicht 500 Jahre alt ist“, meint Wolfgang Pauritsch. „Die Sichelform ist aus der gotischen Zeit, aber das hat man auch später noch gemacht. Ich glaube, dass das später ist“, sagt er und bekommt ein zustimmendes Nicken von Fabian Kahl. Auch Christian Vechtel ist bei seinen Kollegen. „Ich würde das vielleicht noch ins 18. Jahrhundert packen. Da hat man aus traditionellen Gründen solche Sachen einfach so weitergebaut, wie es einmal entworfen wurde.“

„Bares für Rares“-Händler Fabian Kahl zahlt für das Schloss 200 Euro. ZDF

„Naja, irgendwo müssen wir anfangen, ich starte bei 100 Euro“, sagt Wolfgang Pauritsch. Aber die ganz große Begeisterung schwingt da nicht mit in seiner Stimme. Auch Walter „Waldi“ Lehnertz ist interessiert. Fabian Kahl bietet 200 Euro an für das – wie er es nennt – „Spekulations-Objekt“. Das genaue Alter wird sich schließlich nicht mehr ermitteln lassen.

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„Vielleicht hast du zu Hause eine Stelle, wo ihr es einbauen könnt“, schlägt Wolfgang Pauritsch seinem jungen Kollegen vor. „Ja, unser Haus ist von 1492“, entgegnet der und findet die Idee gar nicht schlecht. Und weil dann keiner sein Gebot überbietet, geht das Schloss tatsächlich ins Schloss von Fabian Kahl.

Auch wenn das wahre Alter vielleicht nie ans Licht kommt, einen würdigen neuen Besitzer hat das alte Schloss in jedem Fall. Und die Kandidaten freuen sich auf einen gemütlichen Abend mit reichlich Leckereien.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.