„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter muss bei der Verhandlung um diese außergewöhnliche Fabergé-Brosche helfen. ZDF

Allein die Zusammenfassung von „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter lässt einen mit leuchtenden Augen zurück: „Das hat der Goldschmied von Fabergé für das Zarenhaus gemacht. Das Zarenhaus hatte das in Auftrag gegeben als Präsente zum Verschenken in der höfischen Gesellschaft“, erklärt er, nachdem er bei der Expertise von Fachfrau Dr. Heide Rezepa-Zabel gut zugehört hatte. Dass dieses Schmuckstück einen unvorstellbaren Wert hat, dürfte damit wohl klar sein. Und jetzt lesen Sie mal, welchen Mega-Preis die Expertin vorschlägt – und was die Händler am Ende dafür zahlen.

Der Reihe nach: Heidi Wiesejahn (76) bringt eine Brosche mit zu „Bares für Rares“, die sie nie getragen hat. Soweit nichts Außergewöhnliches. Sie fände das Schmuckstück zwar schön, hätte aber Angst, es zu verlieren. Ahnt die Rentnerin etwa, wie wertvoll es ist?

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„Bares für Rares“-Expertin ist von der Fabergé-Brosche beeindruckt

Moderator Horst Lichter fällt zunächst erstmal nur die Dose auf. „Ich mag es, wenn die schönen Umverpackungen noch da sind“, gibt er zu. „Das ist ein schönes Döschen mit irgendwas drin.“ Mit irgendwas? Sicher nicht.

„Ich habe die Brosche vor Jahren von einem befreundeten Ehepaar erworben“, erzählt die Kandidatin, die Elvis-Presley-Fan ist, seit sie 12 Jahre alt war. Alle Filme habe sie geschaut. Nun soll der Verkauf der Brosche noch einmal eine Reise nach Memphis finanzieren, der Pilgerstätte schlechthin für alle Elvis-Fans. Ob das drin ist?

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Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel jedenfalls brennt für das Schmuckstück, erzählt eifrig, was für ein besonderes Stück hier vor ihr liegt. „Wir haben hier auf dem Kästchen einen russischen Doppeladler, es stammt also aus dem Zarenhaus. Es ist mit rotem Leder bezogen und wenn man es öffnet, findet man darin eine Zweispitz-Brosche. Eingefasst ist sie mit einer Reihe von Saatperlen, hervorragend gesetzt, wirklich ganz wunderbar. In der Mitte zeigt sich die russische Zarenkrone, ganz ausgefasst mit Diamanten – so wie das Original auch ist. Und auf der Nadelung zeigen sich zwei Stempel: Einer davon ist der A*H, das ist August Frederik Hollming. Er war Werkmeister bei Fabergé. Er erhielt Aufträge aus dem Zarenhof, weil er spezialisiert war auf diese Art imperialer Präsentationsbroschen. Sie wurde weitergegeben als besondere Geschenke und Danksagungen – aber nur auf höfischer Ebene. Oder gar an eine Prinzessin.“

Inklusive Schatulle brachte die Verkäuferin die Fabergé-Brosche mit zu „Bares für Rares“. ZDF

Moderator Horst Lichter, der sich eigentlich mehr für die Dose interessiert hatte, ist baff. „Ist denn da ein Stempel von Fabergé drauf?“, will er wissen. „Von Fabergé nicht, aber von dem Werkmeister – und das ist vollkommen ausreichend“, erklärt die Expertin.

Verschenkt worden seien solche Präsente um 1900 bis 1908, damit der neue Besitzer sie schnell zu Geld machen konnte. Jetzt aber will Noch-Besitzerin Heidi Wiesejahn die Brosche zu Geld machen. „2000 Euro wären toll. Für das Geld würde ich noch mal nach Memphis fliegen wollen, zu Elvis“, erklärt sie.

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Horst Lichter stellt für „Bares für Rares“-Kandidatin den Schampus kalt

Ist eine Reise in die Elvis-Stadt drin? „Solche Stücke werden auf dem internationalen Kunstmarkt mit 7000 bis 10.000 Euro gehandelt, hin und wieder geht es auch noch höher“, haut die Expertin raus. Da bleibt der Verkäuferin die Spucke weg. „Jetzt bin ich aber sprachlos. Ich habe ganz zittrige Beine. Dass die Brosche so nach oben schießt, das habe ich nicht erwartet. Da kann ich ja zweimal nach Memphis fliegen“, sagt sie. Und Horst Lichter frohlockt: „Ich geh jetzt ein Fläschchen Schampus besorgen. Das haut mich ein bisschen um.“

Diese wunderschöne Fabergé-Brosche soll bei „Bares für Rares“ den Besitzer wechseln. ZDF

Aber haut die Brosche auch die Händler um? Dr. Elisabeth „Lisa“ Nüdling staunt nicht schlecht, als sie das Tüchlein hebt, mit dem die Schätze bei „Bares für Rares“ für die potenziellen Käufer im ersten Moment noch verdeckt sind. „Oh“ und „Ah“, stößt sie hervor. „Das ist aber eine sehr, sehr schöne Brosche, eine ganz feine Juwelierarbeit.“

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„Ich wusste, dass es was Kostbares ist. Aber ich habe viel Neues hier erfahren“, gibt die Kandidatin vor den Händlern zu und erzählt die ganze Geschichte des Schmuckstückes. Ehrfürchtig wird ihr gelauscht.

„Bares für Rares“-Highlight: Horst Lichter hilft bei der Verhandlung

Der zögerliche Start von Fabian Kahl: 1000 Euro. Doch als die Rentnerin den Schätzpreis verrät, geht es schnell in höhere Regionen. Lisa Nüdling bietet 3000 Euro. Doch die Kandidatin sagt auch: „Ich denke wenigstens an 5000 Euro, das wäre immer noch weit weg vom Schätzpreis.“

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Da greift Moderator Horst Lichter ein, marschiert strammen Schrittes zu den Händlern. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich ein Ohr an der Tür habe“, sagt er zur Kandidatin. Und zu den Käufern: „Das ist sowas Außergewöhnliches.“ Er klärt noch einmal über die Geschichte auf. Und weist auf Vergleichsstücke hin, die für einiges mehr verkauft wurden, als der Schätzpreis der Expertin hoch ist.

„Bares für Rares“-Händlerin Lisa Nüdling ist absolut begeistert von der Fabergé-Brosche, die sie soeben gekauft hat. ZDF

„Solche Infos sind wirklich wertvoll, wir haben hier nicht die Zeit zu recherchieren“, sagt Lisa Nüdling und erhöht ihr Gebot auf 5000 Euro. Da geht keiner mehr mit. Und Heidi Wiesejahn schlägt ein. Klar, dass die neue Besitzerin wie ein Honigkuchenpferd strahlt: „Diese Brosche ist zum Niederknien schön“, sagt sie.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.