Bei „Bares für Rares“ steht ein rätselhaftes Ölgemälde zum Verkauf. ZDF

Unaufgeregt und von den Farben her freundlich, findet Moderator Horst Lichter das Gemälde, das Gregor Jäpel (58) aus Krefeld mit zu „Bares für Rares“ gebracht hat. Darauf zu sehen: Spaziergänger, ein Berg und eine Burg. Und schon beginnt das große Rätselraten. Die Händler sind ebenfalls begeistert. So sehr, dass sie am Ende diesen Hammer-Preis für das rätselhafte Kunstwerk zahlen.

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„Das Gemälde ist aus dem Besitz eine befreundeten Familie. Die hat mich beauftragt, den Wert zu recherchieren. Im Internet habe ich geschaut, aber schnell gemerkt, dass ich davon so wenig Ahnung habe, dass es sich lohnt, sich hier zu bewerben“, erzählt der Kandidat. „Das geht mir jeden Tag so: Jeden Tag habe ich das Gefühl, ich weiß nichts. Jedes Mal, wenn ich meine, ich hätte wieder was gelernt, kommt am nächsten Tag was neues und ich lerne, dass ich nichts weiß“, gibt Moderator Horst Lichter zu. Aber dafür gibt es bei „Bares für Rares“ ja auch die Experten.

Rätselhaftes Ölgemälde sorgt bei „Bares für Rares“ für Begeisterung

In diesem Fall ist das Kunstkenner Colmar Schulte-Goltz. Ob der alle Rätsel um das Bild lösen kann? „Was wir sehen ist ein ungewöhnliches, hochformatiges Bild, das eine Landschaft zeigt. Es zeigt uns eine Birkenallee und diese lässt unseren Blick in die Tiefe schweifen. Hinten scheint ein Fluss zu sein. Es ragt ein Berg hinauf und auf diesem Berg zieht sich eine Höhenburg dahin. Jetzt wäre es schön, wenn man wüsste, welche Burg das ist. Aber ich habe viele Vergleiche angestellt und konnte es nicht herausfinden“, erklärt der Fachmann. Eine Enttäuschung? Immerhin sagt er selbst, dass es besser wäre, zu wissen, welchen Ort man sieht.

Im „Bares für Rares“-Händlerraum sorgt das rätselhafte Ölgemälde für Begeisterung. ZDF

Die Malweise und die Ausstattung der Figuren deuten auf die 30er Jahre hin. Das Bild ist signiert von Richard Bloos, ein Düsseldorfer Maler, der bis 1957 gelebt hat. Er hat seine Arbeiten damals in Paris im Salon ausgestellt – eine Seltenheit für ausländische Künstler.

„Das Bild gefällt mir immer besser“, schwärmt Moderator Horst Lichter. Als Colmar Schulte-Goltz erklärt, dass sogar der Rahmen noch original und das Gemälde in einem sehr guten Zustand ist, wird klar: Hier steht eine kleine Wertanlage zum Verkauf. Aber was soll sie bringen? „Wenn es 500 Euro sind, ist es in Ordnung, wenn es 5000 Euro sind, wäre es noch besser“, grinst der Kandidat.

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„Bares für Rares“-Experte schätzt Ölgemälde teuer ein

Als der „Bares für Rares“-Experte dann tatsächlich 1200 bis 1500 Euro ansetzt, staunt der Verkäufer aber nicht schlecht. „Boa! Das freut mich aber“, grinst er. Während er sich auf den Weg zu den Händlern macht, philosophiert Hort Lichter noch ein bisschen über die Landschaft, die ihn so fasziniert. Aber sind die potenziellen Käufer genauso verliebt?

Sind sie! „Ich würde gern wissen, wo das ist. Ich glaube, irgendwo am Rhein“, meint David Suppes. „Es könnte aber auch in der Vulkan-Eifel sein“, widerspricht Walter „Waldi“ Lehnertz. „Habt ihr da so krumme Berge?“, will Daniel Meyer wissen. Und Wolfgang Pauritsch wirft ein: „Das könnte auch Bayern sein. Vielleicht Burghausen.“ Es könnte aber auch Frankreich sein, weiß Susanne Steiger. Alle haben zu dem Bild etwas zu sagen. Und das klingt sehr vielversprechend.

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„Bares für Rares“-Händler David Suppes bietet für das Ölgemälde am meisten. ZDF

„Uns gefällt ihr Bild. Wir rätseln, welche Burg darstellt ist. Weiß man das“, fragt Wolfgang Pauritsch den Verkäufer. „Leider nein, das konnte auch der Experte nicht sagen“, gibt der zu. Ein fetter Minuspunkt. Oder doch nicht? Macht es das rätselhafte Bild erst besonders interessant?

Rätselhaftes Kunstwerk geht für irren Preis an „Bares für Rares“-Händler David Suppes

300 Euro lautet das Startgebot von Wolfgang Pauritsch. Oha! Das ist weit weg vom Experten-Preis. Was geht da noch? Die Schritte sind auch wirklich klein. 350 Euro. 380 Euro. Daniel Meyer schwärmt: „Für mich ist das ein Frühlingsbild. Ich kann mir das so richtig vorstellen, wie man in der Frühlingsfrische den ersten Ausflug zu einem Drachenfelsen macht. Ich gebe ihnen 400 Euro.“ So viel Begeisterung und so ein kleines Gebot?

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„Wenn es ein Frühlingsbild ist, kann es nicht in der Eifel sein. Wir holen ja immer die Maibäume, da wäre diese Allee die erste, die fällt“, wirft Walter Lehnertz ein. So viel wie über das Motiv diskutiert wird, so oft wird auch geboten. Nur eben immer noch in kleinen Schritten.

Bei „Bares für Rares“ bringt das rätselhafte Kunstwerk 1600 Euro. ZDF

Aber es machen alle mit. Und das macht das Bietergefecht interessant – und treibt natürlich den Preis nach oben. Bei Wolfgang Pauritsch fällt die 1000er Marke. Das Kandidat hat fast Tränen der Freude in den Augen. Die Händler steigern sich weiter rein. Schluss ist erst bei 1600 Euro. Die bezahlt am Ende David Suppes.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.