Die Rente ist wieder das Reizthema der Republik. Während Millionen Beschäftigte jeden Monat in die Rentenkasse einzahlen, wird im politischen Berlin fieberhaft darüber diskutiert, wie das System angesichts von Babyboomern im Ruhestand und klammen Kassen stabil bleiben soll. Die Vorschläge reichen von moderaten Korrekturen bis zu radikalen Umbauten. So könnten zum Beispiel auch Bundestagsabgeordnete ihren Beitrag leisten.
Streit um die Rente mit 70
In der hitzigen Debatte um die Zukunft des Rentensystems drohen vor allem die Beitragszahler als die großen Verlierer hervorzugehen. Vor allem wirtschaftsnahe Stimmen fordern ein höheres Renteneintrittsalter („Rente mit 70“), gekoppelt an die steigende Lebenserwartung.
Sozialverbände fordern dagegen eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent (statt aktuell 48 Prozent), um drohende Altersarmut zu bekämpfen. Schon acht Millionen Rentner müssen derzeit mit weniger als 1000 Euro Rente im Monat auskommen – und die Lebenshaltungskosten steigen.

Tägliche Attacken der CDU auf Arbeitnehmer
Besonders umstritten in der Debatte ist die Idee einer Erwerbstätigenversicherung, in die künftig auch Selbstständige, Beamte und andere bislang außenstehende Gruppen einzahlen. Befürworter sagen, nur so lasse sich die Last auf mehr Schultern verteilen. Gegner befürchten jedoch unabsehbaren Kosten durch den Systemwechsel.
Zündstoff liefert dabei auch eine TV-Debatte. In der ARD-Sendung „Maischberger“ gerieten die Linken-Chefin Ines Schwerdtner und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) aneinander. Schwerdtner warf Frei vor, dass er und seine Partei jeden Tag „Attacken“ gegen hart arbeitende Arbeitnehmer fahren und verlangen, dass Beschäftigte länger arbeiten sollen. Arbeitnehmer, „die das schon jeden Tag machen, Menschen pflegen, die Erzieherinnen sind und sich Sorgen machen sich krank zu melden, weil sie wissen, dass dann die Kollegen allein da sind.“


