TV-Debatte

Zoff bei Maischberger: Sollen Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen?

In der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger gerieten die Linken-Chefin Ines Schwerdtner und Kanzleramtsminister Thorsten Frei beim Thema Rente aneinander.

Author - Stefan Doerr
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Linken-Chefin Ines Schwerdtner und Kanzleramtsminister Thorsten Frei stritten bei Moderatorin Sandra Maischberger um die Rente.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner und Kanzleramtsminister Thorsten Frei stritten bei Moderatorin Sandra Maischberger um die Rente.WDR/Oliver Ziebe

Die Rente ist wieder das Reizthema der Republik. Während Millionen Beschäftigte jeden Monat in die Rentenkasse einzahlen, wird im politischen Berlin fieberhaft darüber diskutiert, wie das System angesichts von Babyboomern im Ruhestand und klammen Kassen stabil bleiben soll. Die Vorschläge reichen von moderaten Korrekturen bis zu radikalen Umbauten. So könnten zum Beispiel auch Bundestagsabgeordnete ihren Beitrag leisten.

Streit um die Rente mit 70

In der hitzigen Debatte um die Zukunft des Rentensystems drohen vor allem die Beitragszahler als die großen Verlierer hervorzugehen. Vor allem wirtschaftsnahe Stimmen fordern ein höheres Renteneintrittsalter („Rente mit 70“), gekoppelt an die steigende Lebenserwartung.

Sozialverbände fordern dagegen eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent (statt aktuell 48 Prozent), um drohende Altersarmut zu bekämpfen. Schon acht Millionen Rentner müssen derzeit mit weniger als 1000 Euro Rente im Monat auskommen – und die Lebenshaltungskosten steigen.

Die Parteivorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, will Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen lassen.
Die Parteivorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, will Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen lassen.WDR/Oliver Ziebe

Tägliche Attacken der CDU auf Arbeitnehmer

Besonders umstritten in der Debatte ist die Idee einer Erwerbstätigenversicherung, in die künftig auch Selbstständige, Beamte und andere bislang außenstehende Gruppen einzahlen. Befürworter sagen, nur so lasse sich die Last auf mehr Schultern verteilen. Gegner befürchten jedoch unabsehbaren Kosten durch den Systemwechsel.

Zündstoff liefert dabei auch eine TV-Debatte. In der ARD-Sendung „Maischberger“ gerieten die Linken-Chefin Ines Schwerdtner und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) aneinander. Schwerdtner warf Frei vor, dass er und seine Partei jeden Tag „Attacken“ gegen hart arbeitende Arbeitnehmer fahren und verlangen, dass Beschäftigte länger arbeiten sollen. Arbeitnehmer, „die das schon jeden Tag machen, Menschen pflegen, die Erzieherinnen sind und sich Sorgen machen sich krank zu melden, weil sie wissen, dass dann die Kollegen allein da sind.“

Sollen Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen

Menschen in belastenden Berufen könnten nicht beliebig länger arbeiten, meint die Linken-Vorsitzende. Frei und die CDU „treten immer nur nach unten“, anstatt sich zu fragen, ob nicht auch Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen könnten, so Schwerdtner. Ein Vorschlag, der vielen Beitragszahlern aus der Seele sprechen dürfte und viel Applaus aus dem Publikum erntete.

Frei hielt jedoch dagegen und nannte den Vorschlag eine „Nebelkerze“. Der Kanzleramtsminister verwies darauf, dass dies kein Plus in der Rentenkasse brächte. Denn Abgeordnete bekämen ja dann auch wieder sehr viel Geld als Rentner ausgezahlt.

Die Szene zeigt, wie emotional die Debatte geworden ist. Denn hinter allen Modellen steht dieselbe unbequeme Wahrheit: Immer weniger Junge müssen für immer mehr Ältere aufkommen. Ohne Reformen drohen steigende Beiträge, sinkende Leistungen – oder sogar beides.

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