Was ist Muskelkater eigentlich?
Wird ein Muskel stark beansprucht, können sich kleine Verletzungen bilden, die unser Körper dann reparieren muss. Vereinfacht gesagt, reißen beim Muskelkater Eiweißfäden in den Muskelfasern aus ihrer eigentlichen Verankerung. Die Mikro-Risse verursachen kleine Entzündungen. Die wiederum sind Ursache für die klassischen Schmerzen beim Muskelkater.
Wann kommt der Muskelkater
Etwa zwölf bis 36 Stunden nach dem Sport kommt es zu den Schmerzen eines Muskelkaters. Dauert circa eine Woche, medizinischer Fachbegriff Myalgie – Muskelschmerz. Gut zu wissen: Muskelkater ist durch die gleiche Bewegung für mehrere Wochen nicht erneut auslösbar.
Was hilft gegen Muskelkater?
In erster Linie: Geduld, so die Ratgeber. Denn die Zeit heilt jeden Muskelkater – was allerdings einige Tage dauern kann. Er wird durch Dehnen und leichte dynamische Arbeit gemildert. Beschleunigen lässt sich die Heilung, indem man die Durchblutung des betroffenen Gewebes anregt. Dazu rät Sven Seidenstücker, Referent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Das gelingt zum Beispiel durch leichtes Ausdauertraining wie Schwimmen oder Radfahren.

Auch sanfte Massagen, ein behutsames Bearbeiten der Muskeln mit einer Faszienrolle etwa, können die Durchblutung verbessern, so der Fitnesstrainer.
Auch gut: Sauna oder heißes Duschen. Denn die Wärme fördert die Durchblutung. Ätherische Öle, zum Beispiel mit Rosmarin oder Pfefferminze, und Sportsalben können die Beschwerden bei Muskelkater lindern.
Wärme oder Kälte bei Muskelkater
Auch Wärme oder Kälte können guttun. Wer die Muskulatur wärmen will, kann laut der Landesapothekerkammer Hessen Körnerkissen oder Wärmepflaster nutzen. Viele Wärmepflaster setzen auf den Wirkstoff Capsaicin, der auch Schmerzen lindern soll. Kühlend wirken hingegen Gele, die zum Beispiel Aloe vera, Menthol oder Pfefferminzöl enthalten.
Soll man Training bei Muskelkater fortsetzen?
Was bei Muskelkater allerdings tabu ist: kraftvolles Durchkneten oder intensives Dehnen, denn beides kann die kleinen Verletzungen verschlimmern. Und auch allzu intensives Training lässt man besser, wenn sich der Muskel noch nicht vollständig erholt hat.
Ist Muskelkater gefährlich?
Ein leichter Muskelkater ist nicht schädlich. Er zeigt einen positiven Trainingseffekt an. Der Muskel wächst durch die Anregung und wird angeregt, sich auf stärkere Belastung vorzubereiten. Ist man nach dem Training zwei bis drei Tage jedoch gar nicht belastbar, wurde der Muskel zu stark verletzt.

Bei welchen Sportarten entsteht häufig Muskelkater?
Muskelkater entsteht besonders bei bestimmten Bewegungen, bei denen der Muskel lang wird und gleichzeitig angespannt wird. Das sind sogenannte exzentrischen Bewegungen. Ausfallschritte wie beim Tennis oder Hockey oder auch Bergabwandern verursachen oft Muskelkater. Erklärung: Ist die Dehnung zu groß, reißen einzelne Fasern.



