Dunstiger Himmel

Saharastaub zieht über Deutschland – das sollten Sie jetzt wissen

Graublauer Himmel und eine blasse Sonne: Der Saharastaub hängt wieder in der Luft. Ein Wetter-Experte verrät, was es nun zu beachten gilt.

Author - Jana Hollstein
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Saharastaub über dem Tempelhofer Feld.
Saharastaub über dem Tempelhofer Feld.Jürgen Held/imago

Wer an diesem Wochenende in den Himmel schaut, dem fällt wahrscheinlich auf, dass der nicht ganz so strahlend blau ist wie er sein sollte. Die Sonne wirkt blass, der Himmel milchig und ein bisschen diesig. Ja, es ist wieder Zeit: Der Saharastaub zieht über Deutschland. Das müssen Sie jetzt dazu wissen.

Saharastaub zieht dank kräftiger Winde über Deutschland

Der feine Staub, der den Himmel trübt, stammt aus der nördlichen Sahara, erklärt Andreas Walter, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Dort wirbeln kräftige Winde den Staub vom Boden auf. Entscheidend sind dabei Windstärke, Bodenfeuchtigkeit und die Größe der Sandkörner.

Ist der Staub erstmal in der Atmosphäre, wird er von Luftströmungen tausende Kilometer weit bis nach Europa getragen und zeigt sich hier als grauer Schleier am Himmel.

Saharastaub in Kombination mit Regen (oder anderen Flüssigkeiten) führt zu unschönem Schlamm auf Autos.
Saharastaub in Kombination mit Regen (oder anderen Flüssigkeiten) führt zu unschönem Schlamm auf Autos.blickwinkel/imago

„Die gegenwärtige Lage bezüglich des Saharastaubs ist eigentlich nichts Außergewöhnliches“, sagt der Meteorologe. „Wir haben Saharastaub-Ereignisse in Deutschland an im Mittel 60 Tagen im Jahr, also doch eine ganze Menge.“ Das aktuelle Aufkommen sei ein „relativ schwaches Ereignis“. Übrigens: Je weiter südlich man in Deutschland wohnt, desto häufiger hat man mit Saharastaub zu kämpfen. Der Norden des Landes hat nur etwa halb so viele Ereignisse wie der Süden.

Worauf man beim Saharastaub über Berlin achten muss

Grundsätzlich ist der Saharastaub nicht giftig, aber harmlos ist er auch nicht. Der Wetter-Experte warnt vor den feinen Partikeln, die tief in die Lunge gelangen. „Man muss schon ein bisschen aufpassen“, sagt Walter. „Wenn man sich zum Beispiel in der freien Natur sportlich betätigt, dann sollte man aufpassen, dass man sich dem Staub in der Atmosphäre nicht allzu lange – also über mehrere Stunden – aussetzt und dabei körperlich beansprucht wird.“ Das könne insbesondere bei vorerkrankten Menschen zu Beschwerden der Atemwege führen.

Abgesehen davon sind von dem Saharastaub vor allem Autofahrer betroffen. Die sollten laut Walter übers Wochenende warten, und das Auto erstmal nicht putzen. Die gute Nachricht: Bald zieht der Saharastaub schon wieder ab.

Was ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com