Wer an diesem Wochenende in den Himmel schaut, dem fällt wahrscheinlich auf, dass der nicht ganz so strahlend blau ist wie er sein sollte. Die Sonne wirkt blass, der Himmel milchig und ein bisschen diesig. Ja, es ist wieder Zeit: Der Saharastaub zieht über Deutschland. Das müssen Sie jetzt dazu wissen.
Saharastaub zieht dank kräftiger Winde über Deutschland
Der feine Staub, der den Himmel trübt, stammt aus der nördlichen Sahara, erklärt Andreas Walter, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Dort wirbeln kräftige Winde den Staub vom Boden auf. Entscheidend sind dabei Windstärke, Bodenfeuchtigkeit und die Größe der Sandkörner.
Ist der Staub erstmal in der Atmosphäre, wird er von Luftströmungen tausende Kilometer weit bis nach Europa getragen und zeigt sich hier als grauer Schleier am Himmel.

„Die gegenwärtige Lage bezüglich des Saharastaubs ist eigentlich nichts Außergewöhnliches“, sagt der Meteorologe. „Wir haben Saharastaub-Ereignisse in Deutschland an im Mittel 60 Tagen im Jahr, also doch eine ganze Menge.“ Das aktuelle Aufkommen sei ein „relativ schwaches Ereignis“. Übrigens: Je weiter südlich man in Deutschland wohnt, desto häufiger hat man mit Saharastaub zu kämpfen. Der Norden des Landes hat nur etwa halb so viele Ereignisse wie der Süden.
Worauf man beim Saharastaub über Berlin achten muss
Grundsätzlich ist der Saharastaub nicht giftig, aber harmlos ist er auch nicht. Der Wetter-Experte warnt vor den feinen Partikeln, die tief in die Lunge gelangen. „Man muss schon ein bisschen aufpassen“, sagt Walter. „Wenn man sich zum Beispiel in der freien Natur sportlich betätigt, dann sollte man aufpassen, dass man sich dem Staub in der Atmosphäre nicht allzu lange – also über mehrere Stunden – aussetzt und dabei körperlich beansprucht wird.“ Das könne insbesondere bei vorerkrankten Menschen zu Beschwerden der Atemwege führen.


