Bis zu 1000 Eier pro Käfer

Gefahr für den Sommer 2026: Dieser fiese Schädling frisst den Garten kahl – was jetzt noch hilft

Der Gefurchte Dickmaulrüssler frisst sich durch die  Gärten. So erkennen Sie Befall – und mit welchen einfachen Mitteln Sie Käfer und Larven wirksam stoppen.

Author - Stefan Henseke
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Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein bei Kleingärtnern gefürchteter Schädling, der Pflanzen auffrisst.
Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein bei Kleingärtnern gefürchteter Schädling, der Pflanzen auffrisst.imageBROKER/Sunbird Images/imago

Es wird gerade mal bis zu 13 Millimeter groß, länglich-oval und doch ungeheuer gefräßig. Der Gefurchte Dickmaulrüssler (Othiorrynchus sulcatus) entwickelt sich immer mehr zum Schrecken vieler Kleingärtner. Wer so einen schwarz-gelbgesprenkelten Käfer auf seinen Pflanzen entdeckt und jetzt nichts unternimmt, wird in wenigen Wochen sein böses Erwachen erleben. Die Weibchen legen ab Juli Eier am Wurzelhals bevorzugter Pflanzen ab – bis zu 1000 pro Tier. Was Sie jetzt tun können.

Gefährlicher Schädling: Warum der Dickmaulrüssler jetzt zur Plage wird

Der Der Reifungsfraß der Käfer, ab Mai/Juni dauert etwa 4 bis 9 Wochenist längst keine Rarität mehr, sondern ein stiller Eroberer unserer Gärten. Rund 150 Arten gibt es weltweit, doch der Gefurchte Dickmaulrüssler ist der gefährlichste unter ihnen. Er frisst nicht nur an Weinreben, wie früher, sondern an mehr als 100 Pflanzenarten – von Alpenveilchen und Knorpelkirschen über Kirschlorbeer bis Rhododendron.

Das Insekt hat den Weg über die Baumschulen, wo er sich in den letzten Jahren zu einem Problemschädling entwickelt hat, in Haus-, Terrassen- und Dachgärten gefunden, meldet das Pflanzenschutzamt Berlin. Die Vermarktung von Topf- und Containerpflanzen sowie eine Vielzahl von Kleinproduzenten für gärtnerische Erden trugen unwissentlich zur Verbreitung der Larven bei.

Sowohl der Käfer als auch dessen Larven lieben lockere, humusreiche, torfähnliche und torfhaltige Substrate. Deshalb ist er inzwischen besonders häufig in Terrassen- und Dachgärten vorzufinden.In diesen warmen, humusreichen Milieus fühlt sich der Dickmaulrüssler wohl.  Nicht schön: Hier kann der Käfer sogar lästig werden, nachts an Hauswänden emporklettern und durch offene Türen und Fenster in Räume eindringen, warnt das Pflanzenschutzamt.

Doch der Gefurchte Dickmaulrüssler ist inzwischen überall anzutreffen. Es gibt mittlerweile Erdbeerfelder mit vertrockneten Pflanzen, weil die Käferlarven den Wurzelhals aushöhlen. Selbst robuste Heckenpflanzen wie Eiben oder Lebensbaum werden regelrecht von innen ausgehöhlt.

Käfer bekämpfen: Jetzt ist die beste Zeit zum Absammeln

Das Problem: Der Käfer ist ein Meister des Versteckspiels. Tagsüber sitzt er reglos im Boden oder unter Töpfen, erst mit der Dämmerung krabbelt er los und knipst mit halbrunde Löcher (der sogenannte Buchtenfraß) in die Blätter.

Ein eindeutiges Warnsignal. Doch der eigentliche Schaden passiert unsichtbar – unter der Erde. Dort fressen die bis zu zwölf Millimeter langen Larven Wurzelhaare, später ganze Wurzelhälse, entrindet Wurzeln bis auf das Holz. Wird eine Pflanze „geringelt“, ist sie verloren. Viele Hobbygärtner merken den Befall erst, wenn die Pflanze plötzlich welkt und sich nicht mehr erholt.

Und weil alle Tiere in unseren Breiten Weibchen sind, braucht es nicht einmal Männchen – jedes Tier legt sein Leben lang Eier. Nach der Überwinterung folgt eine kurze Fraßperiode im Wurzelbereich, dann die Verpuppung etwa April/Mai, erklärt das Pflanzenschutzamt.

Tagsüber sitzt der Käfer reglos im Boden oder unter Töpfen, erst nachts krabbelt er los und knipst mit seinem typischen Buchtenfraß halbrunde Löcher in die Blätter.
Tagsüber sitzt der Käfer reglos im Boden oder unter Töpfen, erst nachts krabbelt er los und knipst mit seinem typischen Buchtenfraß halbrunde Löcher in die Blätter.imageBROKER/Konrad Wothe/imago

Nach drei Wochen schlüpfen die Käfer und beginnen die Blätter ihrer Wirtspflanzen aufzufressen. Der sogenannte Reifungsfraß dauert ab Mai/Juni dauert etwa vier bis neun Wochen. „Diese Zeit ist der günstigste Termin zur Bekämpfung der erwachsenen Käfer“, sagen die Berliner Experten vom Pflanzenschutzamt. „Hier erlangen sie die Fähigkeit, Eier abzulegen. Da die Käfer nicht fliegen können, überwinden sie nur geringe Entfernungen, sodass sich ein starker Befall erst langsam aufbaut.“

Was also tun? Jetzt, im Juni und im Juli, ist die beste Zeit, die erwachsenen Käfer zu erwischen. Wer abends mit einer Taschenlampe unterwegs ist, kann sie direkt absammeln. Noch effektiver: Bretter oder feuchte Pappen auslegen. Die dämmerungsaktiven Tiere verstecken sich darunter und lassen sich morgens leicht einsammeln.

Larven stoppen: Nematoden sind die wirksamste Methode

Gegen die Larven hilft nur eines wirklich zuverlässig: Nematoden (gibt es im Gartenmarkt). Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein, geben Bakterien ab und töten sie innerhalb weniger Tage. Wichtig: Der Boden muss feucht und mindestens 12 Grad warm sein. Optimal sind zwei Zeitfenster – April bis Mai und August bis Anfang Oktober. Die Anwendung ist simpel: Nematoden in Wasser rühren, mit der Gießkanne ausbringen, feucht halten. Kübelpflanzen können sogar mehrfach behandelt werden.

Tipps vom Pflanzenschutzamt Berlin
  • Nematoden nicht bei Sonnenschein einsetzen, da sie empfindlich gegenüber UV-Strahlen sind
  • Den Boden vor dem Ausbringen der Nematoden-Lösung tiefgründig befeuchten, der Boden darf aber nicht staunass sein. Nach dem Ausbringen die Nematoden kurz einregnen und drei Wochen lang mäßig feucht halten.
  • Larven in Pflanzcontainern sind nicht erreichbar. Deshalb: Löcher bohren.
  • Starke Mulchschichten entfernen, da die Nematoden sonst nicht bis zu den Käfern vordringen können.
  • Die Namatoden können in der Versandverpackung kurzzeitig im Kühlschrank gelagert werden. Auf Verfallsdatum achten.

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