Preistreiber beim Einkauf

Preiserhöhungen ohne Ende: DIESE 10 Lebensmittel wurden am teuersten!

Binnen drei Jahren zogen die Preise für Nahrungsmittel um fast ein Drittel an, für manche Produkte sogar noch mehr. Hier die Liste der Spitzenreiter!

Author - Stefan Doerr
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Lebensmittel bleiben weiter teuer, im Schnitt stiegen die Preise in den vergangenen drei Jahren um fast ein Drittel.
Lebensmittel bleiben weiter teuer, im Schnitt stiegen die Preise in den vergangenen drei Jahren um fast ein Drittel.Bernd Weißbrod/dpa

Schon wieder ist die gefürchtete Inflationsrate geschrumpft! So wird seit Monaten das Absinken der Teuerungsrate gefeiert, zuletzt meldete das Statistische Bundesamt ein Plus der Verbraucherpreise von nur noch 1,6 Prozent im September gemessen am Vorjahresmonat. Die Inflation ist damit so niedrig wie seit Februar 2021 nicht mehr. Klingt gut, längst vergessen sind die Höhenflüge auf über 10 Prozent im Herbst 2022. Aber warum spürt niemand die schrumpfende Inflation beim Einkaufen von Lebensmitteln in Supermärkten und Discountern?

Die Antwort ist einfach: Im Gegensatz etwa zu den Energiepreisen blieben die Preise für Lebensmittel unverändert hoch oder steigen sogar weiter an. Besonders deutlich ist dies beim Preisvergleich von 2021 bis 2024 zu sehen. Damals nahm die Inflationswelle langsam Fahrt auf und im Lauf der vergangenen drei Jahre schnellten die Preise für Lebensmittel laut Statistischem Bundesamt um satte 29 Prozent in die Höhe!

Die Preisaufschläge betreffen alle Lebensmittelgruppen einschließlich der Grundnahrungsmittel, was die meisten von uns besonders schmerzvoll am Geldbeutel zu spüren bekommen. Doch einige Lebensmittel sind besonders stark aufgeschlagen, was man als Verbraucher durch den langen Zeitraum gar nicht mehr so stark wahrnimmt. Hier die zehn Produkte mit dem kräftigsten Preisanstieg:

1. Olivenöl: 108 Prozent teurer

An der Spitze steht Olivenöl! Für eine Flasche mussten Verbraucher dieses Jahr mehr als das Doppelte zahlen im Vergleich zu 2021. Der Aufschlag beträgt laut Statistischem Bundesamt unglaubliche 108 Prozent, allein im Vergleich zum Vorjahr 2023 legte der Olivenpreis um 45 Prozent zu. Die Preisexplosion ist vor allem dem Einbruch der Ernte im wichtigsten Erzeugerland Spanien geschuldet. Dürre und Schädlinge haben die Produktion stark beeinträchtigt.

2. Zucker: 74,9 Prozent

Zu nass war es dagegen für Zuckerrüben, was den Zuckeranteil in den Rüben und damit letztlich das Zuckerangebot generell sinken ließ. Böse Folge der Wetterkapriolen: Der Zuckerpreis schnellte binnen drei Jahren um 74,9 Prozent in die Höhe.

3. Kekse: 66,1 Prozent

Da ist es auch kein Wunder, dass auch zuckerhaltige Produkte besonders teuer wurden. Platz 3 geht nämlich an Kekse mit einem Preisanstieg um 66,1 Prozent seit 2021.

4. Ketchup: 59,6 Prozent

Dicht dahinter liegt Ketchup mit 59,6 Prozent Preisaufschlag. Schuld sind gestiegene Rohstoffpreise und stetig leicht abnehmende Tomatenernten.

5. Orangensaft: 54 Prozent

Der Klimawandel macht sich in den letzten Jahren auch erheblich bei der Obsternte bemerkbar. Am rasantesten klettern in den vergangenen Jahren die Preise für Orangensaft. Und auch aktuell deuten Prognosen aus Brasilien, mit weltweit 80 Prozent Weltmarktanteil der größte Produzent von Orangensaft, auf einen erheblichen Rückgang der Orangenernte für die Saison 2024/2025 hin. 54 Prozent teurer wurde der beliebteste Fruchtsaft in Deutschland seit 2021, allein im Vergleich zum Vorjahr lag das Plus bei mehr als 20 Prozent.

Orangensaft wird knapp und teuer - auch für die nächste Erntesaison im Haupterzeugerland Brasilien sieht‘s schlecht aus. Die Preise werden wohl weiter steigen.
Orangensaft wird knapp und teuer - auch für die nächste Erntesaison im Haupterzeugerland Brasilien sieht‘s schlecht aus. Die Preise werden wohl weiter steigen.Petra Schneider/Imago

6. Kartoffeln: 49,2 Prozent

Schwache Ernten halten auch die Kartoffelpreise hoch, vor drei Jahren waren die Knollen noch genau 49,2 Prozent günstiger.

7. Kakaopulver: 42 Prozent

Die Preise für Kakaopulver sind gerade in diesem Jahr besonders stark in die Höhe gerauscht. In der Spitze, die im Frühjahr 2024 erreicht wurde, hatte sich der Preis für die wichtigste Zutat für die Schokoladenherstellung innerhalb eines Jahres verdoppelt. Inzwischen fiel der Preis wieder etwas zurück, verhaart aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die steigende Nachfrage nach Kakao einerseits und Missernten in Ghana und der Elfenbeinküste als größten Kakaoproduzenten andererseits treiben seit Jahren die Preise.

8. Gurken: 41 Prozent

Mal sündhaft teuer, dann wieder günstig – die Preise für Gurken legten in den letzten Jahren eine wahre Achterbahnfahrt hin. Unterm Strich bleibt ein Preis-Plus von 41 Prozent binnen drei Jahren.

9. Multivitaminsaft: 31,4 Prozent

Die Preiserhöhungen bei Mischsäften geht auf die schrumpfenden weltweiten Lagerbestände an Orangensaftkonzentrat zurück, bisweilen verdünnen Hersteller den Saft durch Zuckerwasser. Aber auch andere Säfte werden knapp. 2023 wurde etwa wegen niedriger Erntemengen die niedrigste Menge an Apfelsaft seit zehn Jahren gekeltert.

10. Schokoladentafeln: 27,8 Prozent

In der Folge enorm gestiegener Kakaopreise in den vergangenen Jahren kletterten auch die Preise für Kakaoprodukte, an der Spitze steht Schokolade. Die Mehrkosten für den Rohstoff Kakao geben die Schokoladenhersteller an den Verbraucher weiter. Zwischen 2021 und 2024 hoben sie die Preise pro Tafel Schokolade um 27,8 Prozent an. ■